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Kinderchor Leipzig in Paris in Sicherheit

Kulturaustausch in französischer Hauptstadt Kinderchor Leipzig in Paris in Sicherheit

Der Leipziger Kinderchor ist zu einem kulturellen Austausch an dem Abend in Paris angekommen, als die Terrorakte im Zentrum der Stadt ihren furchtbaren Lauf nahmen. Wie die Leitung des Chors mit den völlig veränderten Bedingungen umgeht , beruhigt die Eltern und verdient großen Respekt. Den Kindern geht es gut.

Der Kinderchor der Oper Leipzig vor der Kathedrale in Chartres am Sonntag.

Quelle: Leonard Schöler/Oper Leipzig

Paris. Die Sorge war groß. Der Kinderchor der Oper Leipzig hatte am Freitagabend gerade sein Ziel Paris erreicht, als die Nachricht von den furchtbaren Anschlägen in der französischen Hauptstadt um die Welt ging. Zur großen Erleichterung der Eltern waren die 45 zum Kulturaustausch gereisten Kinder telefonisch und via Internet schnell zu erreichen.

Noch am selben Abend schickte das Kinderchorteam um Leiterin Sophie Bauer eine Rundmail. Alle waren wohlbehalten bei den Gastfamilien angekommen, die außerhalb den Zentrums wohnen – zumindest anscheinend fern der Gefahrenzone. Seitdem kommuniziert die Chorleitung regelmäßig mit den Eltern, um sie auf dem Laufenden zu halten. Es dürfte auch an der Besonnenheit der Verantwortlichen und der Gastgeber liegen, dass die Kinder und Jugendlichen sich geschützt und wohl fühlen. „Es ist schön hier und alle sind sehr nett“, schrieb eine 13-Jährige an ihren Vater.

Am Tag nach dem Schock kam man in Absprache mit den Behörden zu der Überzeugung, „dass eine Rückfahrt derzeit keinen Sinn macht“, es wurden Chaos und stundenlange Verzögerung an den Grenzen befürchtet. Statt ins Pariser Zentrum fuhr die Gruppe ans Meer in die idyllischen normannischen Städtchen Honfleur und Deauville. „Der Tag war, trotz Regen, sehr entspannt und vielleicht eine ganz gute Ablenkung nach den Ereignissen.“ Vom durchweg zustimmenden Echo der Eltern aus Leipzig fühlt sich die Leitung des Chors in den Entscheidungen bestärkt, wie es heißt. Auch der Chefdramaturg und Leiter der Education-Abteilung, Christian Geltinger, wandte sich mit einem Schreiben an die Familien in Leipzig.

Beteiligt am kulturellen Austausch ist auch die in Leipzig lebende französische Mezzosopranistin und Stimmbildnerin Astryd Cottet. Schon im Februar hatte sie ein Benefizkonzert in der Peterskirche anlässlich des Attentats auf die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo organisiert. Nun knüpfte sie den Kontakt zum Jeunes Choeurs Francis Bardot in ihrer Heimatstadt, wo die Kinder französische Chormusik erarbeiten und auftreten sollten. Ob das für Dienstag im Auditorium Maurice Ravel in Levallois Perret geplante Konzert stattfindet, „wird selbstverständlich von der professionellen Entscheidung der Fachkräfte vor Ort abhängig gemacht“, wie Geltinger betont. Man werde, „alles dafür tun, Kinder nicht vorsätzlich einer Gefahrenzone auszusetzen. Laut LVZ-Telefonat mit Astryd Cottet geht die Tendenz dahin, das Konzert zu realisieren.

Am Sonntag sah sich die Gruppe nach erneuter Rücksprache mit den Behörden per Bus Sehenswürdigkeiten der französischen Metropole an und fuhr danach nach Chartres, 90 Kilometer südwestlich von Paris. „In der Kathedrale hatte Frau Bauer die Idee, spontan ein Lied für Paris mit dem Chor zu singen“, berichtet Cottet. „Viele Leute haben zugehört, es war sehr berührend.“

Aller Voraussicht nach tritt der Kinderchor die Heimreise am frühen Mittwoch an, am Abend soll der Bus in Leipzig ankommen.

Von Mark Daniel

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