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Kinderrevue „petit souci“ präsentiert „Däumeline“ im ausverkauften Krystallpalast

Verspielte Tanzszenen Kinderrevue „petit souci“ präsentiert „Däumeline“ im ausverkauften Krystallpalast

Am Wochenende präsentierte die Kinderrevue „petit souci“ ihre eigene Interpretation des Märchenklassikers „Däumeline“. Die drei Vorstellungen im Krystallpalast waren restlos ausverkauft. Die 70 Kinder und Jugendlichen boten ein stimmiges Ragout aus Ballett, Theater und Musik dar.

Zierlich und geschmeidig: Das Ensemble von „petit souci“ macht auch bei den Balletteinlagen eine gute Figur, insbesondere Johanna Schäfer (2.v.l.).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Anmutig schlüpft Däumeline (Johanna Schäfer) aus einem Holzkorb mit Blumenbouquet, das ein Samenkorn symbolisieren soll. Das Mädchen hat keine Flügel, kann aber Wünsche erfüllen, womit allerlei Verwirrungen beginnen. Däumeline, die in Hans Christian Andersens Märchen nicht größer als ein Daumen ist, flieht und begegnet originellen Fantasiewesen.

Die Kinderrevue „petit souci“ hat das Märchen ganz neu interpretiert. Gestern und vorgestern präsentierte sie dies in drei zweistündigen Vorstellungen vor 540 Zuschauern im Krystallpalast. Unter Leitung von Chefchoreografin Carola Kleinsorge, die schon für das Ballett der Oper Leipzig getanzt hat, und Schauspiellehrer Marco Ruge lieferten 70 Artisten, von drei bis 28 Jahren, ein unterhaltsames Ragout aus Musik, Schauspiel und Ballett.

Mit wenig Requisiten, aber voller künstlerischer Hingabe

„Petit souci“ kommt mit wenig Requisiten aus. Der Fokus liegt auf den Kostümen und den Bewegungen. Mit Hingabe präsentiert das Ensemble ein Musical aus verspielter Leichtigkeit und perfekter Präzision.

Schäfer ist die Hauptrolle der Däumeline wie auf den Leib geschneidert. Sie hat eine authentische, kindliche Ausstrahlung. Ihre Sätze wirken nicht aufgesetzt. Auch ihre grazile Statur kann sie beim Ballett sehr gut zum Ausdruck bringen. Dann tippelt sie auf halber Spitze schräg nach hinten, hebt ein Bein im Sprung und schließt die Position im Croisé mit einer schönen Armbewegung zum rechten Bühnenrand.

Spagate zur Klassik und Breakdance zu Hip-Hop-Beats

Begleitet wird diese Tanzakrobatik, die gelegentlich sogar im Spagat oder Breakdance endet, vom Tonträger, Conny Schäfer oder Silke Jilani am E-Piano oder der Leipziger A-capella-Gruppe „Vocalipz“, bestehend aus Harry Wenke, Josephine Kleinsorge, Falk Mittenentzwei, Robin Schäfer, Stefanie Vieke und Conny Schäfer. Abwechselnd sind es bekannte Kompositionen und Eigenkreationen. Mal erklingt Klassik von Johann Strauss („Kaiserwalzer“), dann harter Hip-Hop-Bass zu Christophe Maés „C’est ma terre“. Vocalipz singt John Lennons „Imagine“ ohne Tänzer, um später zuckersüß die grellen, grünhaarigen Kobolde mit knallbunten Regenschirmen mit „Rajatou“ von Butterfly zu begleiten.

Höchstinteressant ist die Performance zu Lulu and the Lampshades’ „You’re Gonna Miss Me“. Zwei Sängerinnen sitzen knieend vor einem Tisch, worauf sie mit umgedrehten Plastikbechern rhythmisch trommeln. Zwischendurch wechseln sie durch Händeklatschen ab.

Auch Stepptanz gehört zum Repertoire, den alle Alterssparten mit großer Begeisterung und Leidenschaft in wunderhübschen Kostümen und Keilabsatzschuhen ausüben. Mal schwingen sie ihre Arme, die an Seidentüchern hängen oder drehen sich um künstliche Blumen.

Theaterqualitäten zweifelsohne gegeben

Die schauspielerischen Qualitäten überzeugen ebenfalls. So verkörpert Stanley Guhde den „blinden“ Maulwurf Armin, der Däumeline einen Antrag macht, aber eigentlich Kati-Maus (Josephine Kleinsorge) liebt, die er seit sechs Jahren, sieben Monaten und drei Tagen kostenlos zur Untermiete wohnen lässt. Falk Mittenzwei mimt Dichter Ginom, der einem mimosenhaftem Prinzen (Robin Schäfer) hilft, Däumeline für dessen Heiratswunsch zu erwärmen. Oder sehr sympathisch die Schwalbe (Julia Meier), gute Seele mit französischem Akzent, die Botengänge immer „fliegend“ erledigt.

Das Happy End ist inbegriffen: Alle haben ihre Sorgen abgeworfen. Däumeline hingegen legt sich ihre pinken Glitzerflügel an und beschert einen letzten, anmutigen Tanz für ihr Publikum.

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