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Kings of Leon kommen mit viel Gitarren aber wenig Biss zurück

Kings of Leon kommen mit viel Gitarren aber wenig Biss zurück

Die U2-isierung der Südstatenrocker Kings of Leon geht weiter. Mit ihrem neuen Album „Come Around Sundown“ werden sie viele neue Fans gewinnen und viele alte endgültig verprellen.

Leipzig. Rein handwerklich kann man den perfekten Musikern nichts vorwerfen, soundtechnisch schon.

Schnell gespielte Gitarren, ein zackiges Schlagzeug und eine weiche Stimmung: "Radioactive", erste Single des Albums schleicht sich langsam in den Hinterkopf, da kann man nichts machen. Bis zum Refrain steigert sie sich, breitet ihren Dunstkreis langsam aus, um dann in hohe Spähren abzuheben. Calibs Followills Stimme quält seine gewohnt nölige Stimme in unbekannte Höhen. Seine Brüder und Mitmusiker jaulen im Hintergrund als Chor. Eine Popnummer die sich durchaus mit Stadionrockern wie U2 messen kann.

Zu sauber

Schon auf dem Vorgänger "Only by the Night" (2008) schielte die Gruppe aus Tennessee nach dem großen Publikum. Und genau dieses Liebäugeln mit Stadionrock ist das Problem der Kings. Euphorisch wollen sie ihre neuen Stücke herausbrüllen, doch klingen sie dabei eher wie eine husten Hyäne. Wie eine weichgespülte Versionen der Musik der Band, die einst mit dreckigem, kaum zu verstehenden Garagerock mit schmutzigen Texten begeisterte, kommen Stücke wie „Cornerstone“. Zwar fauchen in Stücke wie "Pony Up" die Gitarren in alter Qualität auf und  im Lied „Mary“ kommt das Besondere der gequetscht klingenden Stimme Caleb Followills endlich wieder zum Vorschein. Verspielte Gitarrensoli kommen hinzu, werden letztendlich aber wieder vom Pomp des Breitwandsounds der Kings of Leon aus dem Jahr 2010 erdrückt.

"Back Down South" hingegen ist ein guter ruhiger, folkiger Song mit sparsam eingesetzten Streichern. Langsam steigert er sich. Auf Chöre oder widerhallende Gitarrenwände wird hier verzichtet. Ein Highlight des Albums, doch niemals wieder werden die Kings wie auf "Youth and Young Manhood" klingen: Dreckig, rotzig wild und schnell sind passe. Bleibt also nur noch ein Konzertbesuch, um die Größe der früheren Stücke zu erleben. Zu Hause wird der Finger immer an "Come Around Sundown" vorbeiwandern und stattdessen vor allem das großartigen "Because Of The Times", "Aha Shake Heartbreak" oder eben das Debüt „Youth and Young Manhood“ aus dem Regal ziehen.

Holger Günther

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