Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kinofilm „Der junge Karl Marx“ wird in Görlitz gedreht

August Diehl in der Hauptrolle Kinofilm „Der junge Karl Marx“ wird in Görlitz gedreht

Görlitz wird erneut zur Filmkulisse: Die deutsch-belgisch-französische Kino-Koproduktion „Der junge Karl Marx“ wird bis zum 28. Oktober in der Stadt in Sachsen gedreht. Diese fungiert dabei zugleich als Kulisse für drei Metropolen Mitte des 19. Jahrhunderts: Manchester, London, Paris.

Schauspieler August Diehl als Karl Marx bei den Dreharbeiten zum Spielfilm „Der junge Karl Marx“ in Görlitz.

Quelle: dpa

Görlitz. Ein Postbote klappert und quietscht mit seinem gelben, vollbepackten Fahrrad über das nasse Kopfsteinpflaster am ehemaligen Gasthaus „Brauner Hirsch“ in Görlitz. „Ruhe, bitte! Wir drehen“, schallt es dem Mann auf Englisch aus dem Kreuzgewölbe entgegen. Alle Wartenden werden still. Aus dem Inneren des Hauses ist Beifall zu hören, es wird französisch geredet. Dann stürmt der Schauspieler Niels Bruno Schmidt aus der Tür. Für ihn endet an dieser Stelle seine Szene für den Film „Der junge Karl Marx“.

Die deutsch-belgisch-französische Koproduktion wird noch bis zum 28. Oktober an der Neiße gedreht. Den Stoff trägt Regisseur Raoul Peck schon seit acht Jahren mit sich herum. Vor zwei Jahren holte er sich unter anderem den Produzenten Benny Drechsl ins Boot. Der Film beginne mit dem Kennenlernen von Marx und Friedrich Engels in Paris und ende mit dem Schreiben des Kommunistischen Manifests, erläutert Peck am Dienstag am Set. „Es ist die Geschichte zweier junger Männer, die die Welt verändern wollten.“

Niels Bruno Schmidt, der im Film den Marx-Vertrauten Karl Grün spielt, hat sich in der Wirtshaus-Szene im Streit vom Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus getrennt. „Die Szene ist sehr lang und muss ohne Unterbrechungen gedreht werden“, sagt er und hört nach drinnen. Dort entlässt der Regisseur Schauspieler und Komparsen in eine zehnminütige Pausen.  Im ehemaligen Gastraum hängen unter dem Kreuzgewölbe dicke Zigarrenwolken. Die Szene spielt im London des Jahres 1847. Die Idee, dass die Arbeiter aller Länder für ihre Rechte eintreten müssen, liegt in der Luft. Einer, der gemeinsam mit Marx und Engels diesen Weg gehen will, ist Joseph Moll - verkörpert von Michael Brandner. „Ich fand das Projekt von Anfang spannend. Eigentlich ist uns doch Marx völlig unbekannt, obwohl ihn alle kennen“, sagte er.

Dreharbeiten zu „Der junge Karl Marx“ in Görlitz.

Dreharbeiten zu „Der junge Karl Marx“ in Görlitz.

Quelle: dpa

Die Görlitzer nehmen die Filmarbeiten in „Görliwood“ gelassen. Lediglich ein paar Touristen versuchen, einen Blick auf das Set zu erhaschen. „Ich glaube, die Leute haben sich an die Dreharbeiten gewöhnt“, sagt Kerstin Gosewisch von der Stadtverwaltung. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Produktionsfirmen. Schon vier Mal hieß es in diesem Jahr im östlichsten Zipfel Deutschlands: „Achtung, Klappe!“ Die nächsten Anfragen für 2016 liegen bereits auf dem Tisch.

Nun dürfen auch die beiden Hauptdarsteller eine Pause machen. Der hollywooderfahrene August Diehl („Inglourious Basterds“) spielt Karl Marx. Um sich auf seine Rolle vorzubereiten, hat er das „Manifest“ gelesen. Außerdem sah er sich eine sowjetischer Serie über den jungen Marx an. Sie entstand Ende der 1970er-Jahre als Gemeinschaftsproduktion der Defa und des Gorki-Studios Moskau. Auch damals kamen die Filmemacher nach Görlitz, um einige Szenen zu drehen. 1981 war die Produktion im DDR-Fernsehen zu sehen. Diehl streicht sich durch seinen dunklen Bart, dern er sich extra für seine Rolle hat wachsen lassen - und der den 39-Jährigen älter aussehen lässt. „Ich mochte von Anfang an das Drehbuch, weil es auch die Geschichte der Freundschaft zwischen Engels und Marx ist“, sagt er. Sein Kollege Stefan Konarske sahen viele Zuschauer erst am vergangenen Wochenende als Dortmunder Tatortkommissar. „Ich fühle mich wohl in der Rolle Engels. Ich glaube, er war ein sehr glücklicher Mensch.“

Es kommt Bewegung ins Set. Die Maskenbildnerin klebt ein paar Komparsen die Bärte wieder fest. 80 Kleindarsteller werden an diesem Tag für die Szene gebraucht. Insgesamt agieren über 1000 Mitwirkende vor der Kamera. Neben Görlitz standen Belgien, Bocholt im Münsterland und Schloss Waldenburg bei Chemnitz auf dem Drehplan. Letzte Station macht das Team um Regisseur Raoul Peck Anfang November in der Nähe des brandenburgischen Kyritz. Im zweiten Halbjahr 2016 soll der Streifen dann in den Kinos zu sehen sein.

LVZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Dreamhack Leipzig

    Auf der Dremhack 2017 treten die besten Computerspieler gegeneinander an. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Leipzig gilt als der Geburtsort der modernen Psychologie. Wie früher und heute im Geist geforscht wurde ist vom 14. September bis zum 16. Dezember 2016 in der Ausstellung "Psychologie in Leipzig - Geburt einer Wissenschaft" zu sehen. Besucher können sowohl Beobachter als auch Versuchsperson sein. Unsere Schau des Monats November! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr