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Klangvollendet: Konzertgala mit Sopranistin Olga Peretyatko in der Oper Leipzig

Klangvollendet: Konzertgala mit Sopranistin Olga Peretyatko in der Oper Leipzig

Ein schönes Bild ist das am Samstagabend in der Oper Leipzig: In tiefer Verneigung kniet Olga Peretyatko auf der Bühne vor ihrem Publikum, das wiederum hat sich von seinen Sitzen erhoben und applaudiert im Stehen.

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Die Leipziger Oper

Quelle: André Kempner

Bravo- und Hoch-Rufe mischen sich in den ohnehin lautstarken, begeisterten Applaus. Man kann es nicht anders sagen: Die Sopranistin Olga Peretyatko hat die Herzen der Leipziger Zuhörer im Sturm erobert.

Der Begrüßungsbeifall wäre noch unter Vorschuss-Lorbeeren zu verbuchen - schließlich hat ihre erste Solo-CD "La bellezza del canto" im Vorjahr die Klassik-Charts gestürmt, eilt ihr der Ruf einer Starsopranistin voraus. Nun will man sie hier am Augustusplatz im Galakonzert mit dem Gewandhausorchester unter der Leitung von Anthony Bramall live erleben. Mit Bravourstücken von ihrer Debütscheibe trumpft Peretyatko im ersten Teil auf: Schon die Arie "Non si da follia maggiore" aus Rossinis "Il Turco in Italia" ist mit der einzigartigen, so umwerfend schönen Stimme der jungen russischen Sopranistin ein Volltreffer. Folglich mischt sich gleich nach der Arie der Linda "O luce di quest' anima" aus Donizettis "Linda di Chamounix" der erste Bravo-Ruf in den nicht unerheblichen Beifall.

Die Bravi werden im Laufe des Abends immer mehr und lauter, denn Peretyatkos Koloraturen sind grandios und machen süchtig: Das Wissen der Zuhörer um die technische Schwierigkeit weicht dem Entzücken an dieser Leichtigkeit im Spiel mit der Stimme und der Vorfreude auf den nächsten höchsten Ton, denn der sitzt hier immer unbedingt und klangvollendet. Dazu kommt perfekte Atemtechnik: Selbst das Luftholen vor einer Koloratur erscheint so minimal wie ein natürlicher Atemreflex. Die tief verinnerlichte Gestaltung berührt ebenso wie sympathische, zuweilen fast mädchenhafte Natürlichkeit.

Im zweiten Konzertteil hat Peretyatko das schlichte Kleid vom Anfang gegen eine rote Prachtrobe getauscht und brilliert mit Arien von Bellini ("Qui la voce sua soave-vien diletto" aus "I Puritani") und Gounod ("Je veux vivre dans la rève" aus "Roméo et Juliette"). In der Arie der Olympia "Les oiseaux dans la charmille" aus Offenbachs "Les contes d'Hoffmann" offenbart sie überdies ihr komödiantisches Talent, mimt eine hinreißende singende mechanische Puppe - und hat offensichtlich ganz viel Freude daran.

Den hat auch Bramall, der musikalische Leiter des Abends und stellvertretende Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Schon der Konzert-Auftakt, die Ouvertüre zu Verdis "La Forza del Destino", gerät unter seiner elektrisierenden Stabführung großartig. Die Gewandhausmusiker zaubern einen silbrig glänzenden Klang mit empathischer Seele, der auch den beiden Ouvertüren von Donizetti und Rossini mehr als gut bekommt.

Das Orchester sitzt am Samstag mal nicht im Graben, sondern auf der Bühne, und doch wird der Gesamtklang dank Bramalls umsichtigem Schlag sowie Peretyatkos umfänglichem Vokalvolumen stets beglückend austariert. Bravo-Rufe und viel Applaus bekommt auch Konzertmeister Henrik Hochschild für sein einfühlsames Violin-Solo in Massenets Meditation aus "Thais".

Am Ende will der stehende Jubel nach einem musikalischen Kurztrip in Strauß' "Die Fledermaus" und zwei Zugaben kein Ende nehmen. Da hakt sich Peretyatko nach der letzten Verbeugung resolut beim Konzertmeister ein und verlässt mit ihm die Bühne.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2013

Birgit Hendrich

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