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Klasse Kasper: Thomas Störels neues Solo-Programm im Sanftwut-Kabarett

Klasse Kasper: Thomas Störels neues Solo-Programm im Sanftwut-Kabarett

Zu den Figuren des traditionellen Kaspertheaters gehören neben dem Kasper als Witz- und Identifikationsfigur unter anderem die Großmutter, der Polizist und das Krokodil.

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Keineswegs trägt Manni (Thomas Störel) nur rosa Jogginghosen - sondern ebenso lila Radlerbuxen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Kasper, Großmütter und Polizisten sind ebenso regelmäßig auf Kabarettbühnen zu erleben - auch in Thomas Störels jüngstem Stück "Manni macht mobil", das am Sonntag in der Sanftwut Premiere feierte.

Störel alias Manni gibt den Kasper in rosa Jogginghosen (Variation: lila Radlerhose), und weil es ein Soloabend ist, gleichfalls die Oma Hedwig und den Polizisten aus Neugersdorf (Variation: Sportlehrer). Er ist ein alter Fuchs in seinem Metier, er weiß genau, was funktioniert.

Den Manni - so eine Figur muss man erst einmal erfinden! - hat er sich auf den vom Ausdauersport gezeichneten Leib gezimmert. Diesen Manni wollen die Leute sehen, sie wollen ihn philosophieren hören und sich über ein solches Exemplar von Hartz-IV-Plattenbau-Trottel beölen. Sie dürfen! Der Routinier macht keine Experimente, setzt stattdessen auf Wiedererkennung unter Verwendung von Vokabeln mit Lachgarantie: Nahrungskette, Turnbeutelvergesser und Chantal zum Beispiel.

Allerdings hört man auch von Sperrholzstiefeln, Weltpolitikabschnittsgefährten und einem ausgewiesenen Walnusshirn. Störel baut also Störstellen ein und tippt Leipziger Probleme an wie Kriminalität und fehlende Kindergartenplätze. Er löst die Probleme nicht, jedoch hilft er seinen Gästen, über das gemeinsame Lachen Erleichterung zu finden.

Die Leih-Oma von Amazon und das Polizei-Call-Center mit Gewinnspiel sind bittergute Realsatirenummern. Weiterhin schmuggelt Manni, am Flügel sitzend, Goethe, Schubert und Beethoven ins Programm ein, als Leipziger auch Bach, den aber eher schwach. "Isch geh Musikschule" wirkt wie aus westdeutschem Comedy-Fernsehen entnommen.

Besser ist da der Vergleich der NSA-geschädigten Partnerschaft von Deutschen und Amerikanern mit der einst unverbrüchlichen deutsch-sowjetischen Verbrüderung. Den Geschmack der Beitragsmarken habe er noch auf der Zunge ...

In der Pause sagt ein Gast zur im Saal sitzenden Manni-Kollegin Uta Serwuschok: "Er ist wieder entzückend!" 99 Prozent der Anwesenden hätten das, wäre eine entsprechende Liste herumgegangen, ohne zu zögern unterschrieben. Die Leute fressen dem Akteur da vorn aus der Hand, warten regelrecht darauf, sich beteiligen zu dürfen, unter anderem als kollektives Telefonklingeln. Beneidenswert!

Und sie lachen sich kaputt, als der schwule Mode-Polizist ("Uniformöös!") den Tiefpunkt der ansonsten guten Unterhaltung markiert. Vielleicht fragen sie sich auf dem Nachhauseweg, warum von Männern auf sächsischen Bühnen dargestellte Großmütter so oft an Tom Pauls' Ilse Bähnert erinnern und wofür oder wogegen dieser Manni sie mobilisieren wollte.

Für den Applaus! Denn Klatschen fördert die Durchblutung, wie Thomas Störel gleich zu Beginn des Abends erklärt, sowie das Wohlbefinden des Künstlers. Als Manni ist er ein klasse Kasper. Der Erfolg gibt ihm recht.

"Manni macht mobil", weitere Vorstellungen am 18. und 20. April, 3. und 22. Mai, 18./19. Juni, 11. Juli, jeweils 20 Uhr, Kabarett-Theater Sanftwut (Grimmaische Straße 2-4), Karten für 21 Euro: 0341 9612346

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.04.2014
Bert Hähne

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