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Kreislauf vs. Beatsteaks: Berliner Punkrocker auf Clubbesuch im Conne Island

Konzert Kreislauf vs. Beatsteaks: Berliner Punkrocker auf Clubbesuch im Conne Island

Wieder einmal hat das Leipziger Conne Island am Montag eine Band beherbergt, die auch mühelos die Arena gefüllt hätte. Heiß und wild war das Club-Gastspiel der Beatsteaks. Die Berliner Punkrocker hatten hier vor 20 Jahren eines ihrer ersten Konzerte gegeben.

Trotz obligatorischem Hipster-Sommerhut von Sänger Arnim Teutoburg-Weiß pogt die Menge: die Beatsteaks am Montagabend im Conne Island.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Sachsen ist Spitze! Neben ein paar unschönen, nicht selten braun getönten Rekorden dürfte der Freistaat die Nase auch bei der oft exklusiven Fanbespaßung des Clubkonzerts vorn haben. Wann immer eine Band, die mühelos auch größere Hallen füllen könnte, sich zwecks Promotion und Publikumstuchfühlung anstellt, meist sehr ausgewählt, kurzfristig angekündigt und so gut wie immer innerhalb Stundenfrist ausverkauft, kleinere Läden zu bespielen, gern auch solche, in denen sie Jahre zuvor frühe Bühnenerfahrung gesammelt haben, ist recht zuverlässig der eine oder andere Termin in Sachsen dabei.

Das Leipziger Conne Island wiederum dürfte hier einer der regelmäßigsten Stationen sein. So auch am Montag, als die längst in Arena- und Festival-Headliner-Sphären schwebenden Beatsteaks ihre dreitägige Minitour hier eröffneten. Auch tags darauf bleibt man in der Nähe und besucht das AJZ in Chemnitz. Vor fast genau 20 Jahren das erste Mal in Leipzig, treiben ihre damals noch deutlichen Hardcore-Wurzeln längst sehr erfolgreich in Richtung Gute-Laune-Sommer-Pop-Punk aus.

Kleine Lob-Frotzelei in Richtung Depeche Mode

Passend dazu dürften sie dieses Mal obendrein den Hitzerekord gebrochen haben. Ist schon vorweg der Hof des Conne Island schwer in der Zange des hochsommerlichen Maitages, herrscht in der Halle umso drückendere Schwüle. Und so füllt sich der Saal zu den ersten Klängen der Vorband Karies nur allmählich. Viele lauschen freundlich einigen Songs der jungen Stuttgarter, die typischen Studentenpunk der Marke Turbostaat und Love A in die sphärische Postpunk-Monotonie à la Fliehende Stürme tauchen, entscheiden sich dann aufgrund der Luftverhältnisse für ein weiteres Getränk vor der Tür.

Anschließend zieht es aller Schwüle zum Trotz dennoch alle hinein, und trotz obligatorischem Hipster-Sommerhut von Sänger Arnim Teutoburg-Weiß weißt der Zeiger nach einem kräftigen „So kick it, so kick it, oh, oh, you’ve got it“ von Anfang an Richtung wilde Party. Eine kleine Lob-Frotzelei in Richtung Depeche Mode später werden sogar die poppigeren Nummern ordentlich in Pogo-Schweiß getränkt, bestenfalls gibt es noch graduelle Unterschiede zwischen Crowdsurfing für Damen, für Herren und, bevorzugt, gemischt. Auch die neuen, zumeist noch unbekannten Songs zum kommenden Album „Yours“ werden durchweg wild betanzt und frenetisch bejubelt.

Saunaeske Frischluftknappheit

Gegen die zunehmenden Strapazen des Kreislaufs helfen großzügig von der Bühne gereichte Wasserflaschen, vor allem aber stetige Bewegung zur Musik. Die schon von den Ärzten sinngemäß aufgestellte Gesetzmäßigkeit, bei den Beatsteaks könne man unmöglich ruhig sitzen bleiben, sofern man nur ein Quäntchen Musikgeschmack besitzt, bewahrheitet sich mit jedem Takt. Aber nicht jeder hält der saunaesken Frischluftknappheit dauerhaft stand, immer wieder flüchten Einzelne bleichgesichtig kurz vor die Tür, eine junge Frau kollabiert in der ersten Reihe. Hier sind die sonst ebenso auf wilde Rockparty abonnierten Beatsteaks professionell Gentlemen und unterbrechen umgehend, bis keine Gefahr mehr im Verzug ist.

Die einzigen echten Balladenmomente zum träumerischen Verschnaufen und trotz Hitze Gänsehautbekommen sind geklaut: Dem auf keinem Beatsteaks-Konzert fehlenden Linie-1-Cover „Hey Du“ wird der Faith-No-More-Schmachtfetzen „Easy“ zur Seite gestellt. Auch mit „Ace of Spades“ bedienen sie sich in einem der schlussendlich wildesten Momente des Abends bei Idolen.

Da sie ihr Conne-Island-Debüt 1997 selbst ansprechen, hätte man sich am Montag durchaus auch den einen oder anderen Song mehr aus dieser Zeit gewünscht, aber der wilden Schwitzorgie wird die Liedauswahl dennoch gerecht.

Konnte mancher vor dem Konzert ein Selfie mit über den Hof schlendernden Bandmitgliedern ergattern, fotografiert man sich gut drei Stunden später gut gelaunt beim Auswringen manchen Kleidungsstückes.

Von Karsten Kriesel

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