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Kristjan Järvis minimale Wüste im Gewandhaus - "Reiheins"-Konzert des MDR-Orchesters

Kristjan Järvis minimale Wüste im Gewandhaus - "Reiheins"-Konzert des MDR-Orchesters

Dass Wüste bunt sein soll und aufregend vielfältig, liest man ja im Naturführer immer wieder. Davon, dass der Klang der Wüste vielfältig ist, durften sich die Besucher des "Reiheins"-Konzertes der MDR-Klangkörper am Samstag im Gewandhaus überzeugen.

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Dirigent Kristjan Järvi (Archivfoto)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Musik vom diesjährigen Composer in Residence Steve Reich, von James MacMillan und John Adams. Minimalismus und mehr also, Musik die ihre Entwicklung vor allem aus der behutsamen Modifikation von Klangspektren und Rhythmen speist, und Musik, die in der Komplexität ihrer Durchführung die Grenzen der Wahrnehmung ausreizt, und doch eingängig ist.

Changierende Klänge, die sich in ihrer Expressivität eingraben. Eine Literatur, die eine fast strapaziöse Präzision verlangt, aber damit sinnlichen Farbenzauber entfacht. Die lärmt und doch für hypnotische Wirkung sorgt. Ein Triumphzug klanglicher Vielfalt, den der MDR hier bestreitet.

Wieder einmal breitet Kristjan Järvi am Pult des MDR Sinfonieorchesters den Reichtum der US-Musikkultur vor seinem Publikum aus. Steve Reichs "Desert Music" stammt aus einer Schaffensphase, in der der Komponist sich zur Großform zu bekennen begann, mit schönen Klängen und eigenwilligen Satzprinzipien, dennoch eindeutig minimalistisch. Und wie nahezu alles aus Reichs Feder, hat dieses Werk eine deutliche und recht provokante Botschaft.

John Adams "Desert Chorus" ist dem Bühnenwerk "The Death of Klinghoffer" entnommen - eine pfiffige Einstimmung auf solch einen Abend. Järvi gewinnt den auf dem Papier recht nüchternen Klangschichtungen einen so musikantischen Duktus ab, dass es eine Freude ist. Musik mit ungewöhnlichem Suchtpotenzial - zumal, wenn sie so musiziert wird. Ins sich erweiternde MDR-Profil passt das fabelhaft.

Neben den unter Järvi überzeugend aufspielenden Musikern des Sinfonieorchesters und einer von James Wood einstudierten Auswahl des MDR Rundfunkchores ist es vor allem Colin Currie, der als Solist in MacMillans witzig virtuosem Percussion-Koncert "Veni, Veni, Emmanuel" Begeisterungsstürme entfacht - mit einer so musikantischen wie sportlichen Leistung. Eine solche Batterie Schlagwerk sieht man nicht alle Tage auf dem Gewandhauspodium, und das heißt: Distanzen überwinden. Nicht nur insofern hat dieser Abend für Ohren und auch Augen Einiges zu bieten.

Was Besuch und Beifall betrifft, darf man wohl inzwischen mit Recht behaupten, dass das Konzept der "Reiheins" aufgeht, dass die ausgefallenen Programme ihr Ziel treffen. Und ein Blick in die Zukunft dieser Saison verspricht noch mehr solcher Programme, die eine Duftmarke auf dem Markt der Musikstadt setzen, nicht allein, weil die Vorfreude auf Steve Reichs Besuch im Frühjahr wächst. Tatjana Böhme-Mehner

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.01.2014

Tatjana Böhme-Mehner

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