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Kulturausschuss kämpft für neues Theaterhaus in Leipzig

Kulturausschuss kämpft für neues Theaterhaus in Leipzig

Der Kulturausschuss des Leipziger Stadtrats macht Druck für ein gemeinsames Theaterhaus der Freien Szene. "Steter Tropfen höhlt den Stein", hofft der Ausschuss-Vorsitzende Wolfram Leuze (Grüne).

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In der Lücke neben dem Josephkonsum (rechts) soll das Theaterhaus entstehen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach einer kontroversen Diskussion - aber letztlich einstimmig - fordern die Fachpolitiker der Stadtratsfraktionen nun, das bereits Mitte 2013 beschlossene, vor zwei Monaten aber durch Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) wieder verworfene Projekt erneut in Angriff zu nehmen. Die Entscheidung soll der Stadtrat nun im September oder Oktober treffen, erläutert Leuze.

Seit fünf Jahren dauert das Ringen zu diesem Thema bereits an. Vor einem Jahr erging ein Ratsbeschluss, die Verwaltung solle "einen gemeinsamen starken Standort für Freies Theater" finden. Mindestens das Leipziger Tanztheater (dessen Gebäude in Lößnig seit 2009 auf eine Sanierung wartet und viel zu klein ist), das renommierte Off-Theater Lofft sowie Teile von Schaubühne Lindenfels und Westflügel sollte diese Kooperation umfassen. Im Oktober vergangenen Jahres bekräftigte der Stadtrat in einem "mittelfristigen Investitionsprogramm" nochmals, dieses Ziel bis 2017 erreichen zu wollen.

Als möglicher Standort war zuletzt der Josephkonsum samt einer Freifläche an der Ecke Karl-Heine-/Josephstraße favorisiert worden. Doch am 23. Mai teilte Bürgermeister Faber lapidar mit, dass die Stadt kein Geld für ein freies Theaterhaus habe. Stattdessen müssten Einzellösungen her - besonders dringend für das Lofft, welches die Verwaltung in spätestens zwei Jahren in Halle 14 der Baumwollspinnerei einquartieren will.

Für Skadi Jennicke, kulturpolitische Sprecherin der Linken im Stadtrat, kam die Absage zu einem merkwürdigen Zeitpunkt. Gerade erst war der im gleichen Beschluss vom Oktober anvisierte Umbau der ehemaligen "Schauhaus"-Disko zur Zweitspielstätte des Schauspiels für sechs Millionen Euro in trockene Tücher gebracht worden. Jennicke setzt sich seit Jahren für das neue Theaterzentrum ein, sieht im jetzigen Vorstoß die vorerst letzte Chance: "Wenn wir das Theaterhaus nicht in den Doppelhaushalt 2015/16 einbringen, wird es in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren nicht gebaut", glaubt sie, da mit einem "massiven Rückgang der städtischen Investitionsmittel" zu rechnen sei. Der Beschlussvorschlag des Kulturausschusses siedelt die städtischen Eigenmittel daher für die Jahre 2015 bis 2017 an. Und zwar bei 1,4 Millionen Euro - der Rest könne über Fördermittel finanziert werden, so Jennicke. "Es darf bezweifelt werden, dass die von Bürgermeister Faber in Aussicht gestellten Einzellösungen für Lofft und Tanztheater die Stadt billiger kämen. Außerdem fallen dann die erhofften Synergien zwischen den Bühnen weg."

Über die Sommerpause soll das Kulturamt nun einen eigenen Standpunkt erarbeiten. Laut dessen Leiterin Susanne Kucharski-Huniat werden Stadtkämmerei, Amt für Gebäudemanagement und mögliche Investoren in diese Beratungen eingebunden - wieder mal.

Die betroffenen Kulturmacher können dabei nur das Beste hoffen. Das Lofft hat gerade notgedrungen seinen Mietvertrag im Theater der Jungen Welt um zwei Jahre verlängert. "Wir fangen nun wieder von vorne an", sagt Lofft-Sprecher Sebastian Göschel. Das bedeute zunächst, die eigene Existenz zu sichern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2014

Mathias Wöbking/ Jens Rometsch

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