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Kunst für die Kühlschranktür - Leipziger Museumsshops und ihre Angebote

Kunst für die Kühlschranktür - Leipziger Museumsshops und ihre Angebote

Jeder Gang in ein Museum führt in ihn hinein oder zumindest an ihm vorbei: dem Museumsshop. Inwiefern lassen sich Kulturerlebnis und Konsum aufeinander abstimmen? Ist der Laden für die Besucher eher lästiges Beiwerk oder Fundgrube? Wir haben in den Museen Leipzigs nachgeschaut und nachgefragt.

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Werbung fürs Haus: der Shop im Museum der bildenden Künste.

Quelle: Katharina Schultz

Die Ergebnisse werden in loser Reihenfolge vorgestellt. Heute: das Museum der bildenden Künste.

 Sogar Riesling vom Weinberg Max Klingers hat der Shop im Museum der bildenden Künste im Angebot (für 12,90 Euro). "Das habe ich schon immer gewollt", erklärte Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt zur Neueröffnung des Shops lachend. Seit ein paar Wochen ist der zum Museum gehörige Laden in den Händen eines neuen Pächters, der Buchhandlung und Antiquariat Wasmuth. Das Unternehmen bestückt unter anderem die Läden des Pergamon- und des Bodemuseums sowie der Gemäldegalerie in Berlin und war bisher ausschließlich in der Hauptstadt vertreten.

 "Wasmuth bringt viel Erfahrung mit", erklärt der Sprecher des Bildermuseums Jörg Dittmer. Was der in Ruhestand gegangene Vorgänger nicht geschafft hat, scheint unter dem renommierten Betreiber möglich: eine Partnerschaft zwischen Museum und Shop. "Wir wollen mehr Merchandising-Artikel", erklärte Dittmer, für Bilder der Dauer- ebenso wie für Sonderausstellungen. "Das ist schließlich auch Werbung fürs Haus." Außerdem soll der Shop künftig noch mehr auf Leipzig abgestimmt sein, was etwa die Literatur angeht.

 "Welche Bilder sind stark nachgefragt? Was können wir dazu machen?" Das sind die ersten Fragen, die sich ein Betreiber zusammen mit den Kuratoren eines Museums, mit denen sie regelmäßig zusammenkommen, stellen müssen, so Wasmuth-Prokurist Thomas Emig. "Und inwieweit müssen Bildrechte beachtet werden?" Was vor dem 70. Todestag eines Künstlers zu beachten ist. Im Fall des Bildermuseums eignet sich etwa das "Lesende Mädchen" als Merchandising-Produkt. Eines der bekanntesten Bilder des Museums, es stammt von Gustav Adolph Hennig, kann sich nun, wer mag, als Magnet an den Kühlschrank heften. In einer Auflage von etwa tausend Stück gefertigt dauerte die Herstellung etwa drei Wochen. Alternativ gibt es das Motiv auf Lesezeichen oder Tragetaschen. "Wir entwickeln für jeden Laden ein eigenes Konzept", sagt Thomas Emig.

 Die Eröffnungsgäste schauten sich neugierig im Laden um: "Mich interessieren in Museumsshops die DVDs über Künstler oder Architekten. So was bekommt man nicht so einfach", sagte Bernd Sikora. Früher reizten ihn auch Bildbände, heute gibt der Grafiker und Architekt dafür kein Geld mehr aus: "Die sind mir einfach zu teuer."

 Für Katharina Nitsch gehört der Gang in den Shop gehört zum Museumsbesuch dazu: "Ich lasse mich gern inspirieren. Oft finden sich auch Kunstbücher, die es in einer Buchhandlung nicht gibt", meinte die Marketingfrau. Und was erwartet ein Museumsdirektor, wenn er in einen Museumsshop geht? "Ich lasse mich gerne überraschen und bin immer wieder erstaunt, dass ich mit vollen Tüten rausgehe", so Hans-Werner Schmidt.

 Denkbar sei im Shop des Bildermuseum künftig vieles: "Es ist eine Frage der Qualität der Produkte und der Materialien", findet Jörg Dittmer, für den auch die Achtung vor der Kunst eine Rolle spielt. Edvard Munchs "Schrei" als Aufblasspuppe zu vermarkten, gehe definitiv zu weit. Der Wein von Max Klinger wächst übrigens im Blütengrund Großjena, einem kleinen Naherholungsgebiet am Zusammenfluss von Saale und Unstrut, dem Alterswohnsitz des 1920 gestorbenen Künstlers.

 Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10 in Leipzig; www.mdbk.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.08.2013

Katharina Schultz

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