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Kunstsammlungen in Dresden geben von Nationalsozialisten geraubtes Bild zurück

Kunstsammlungen in Dresden geben von Nationalsozialisten geraubtes Bild zurück

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben ein als Nazi-Raubkunst identifiziertes Gemälde an die Nachfahren der früheren jüdischen Eigentümer zurückgegeben.

Dresden. Das Bild „Junge Dame mit Zeichengerät" von Christian Vogel von Vogelstein befand sich seit 1940 in der Galerie Neue Meister und wurde als Vertreterin an die in London ansässige europäische Kommission für Raubkunst übergeben, teilte die Generaldirektion am Mittwoch in Dresden mit.

Das 1816 in Rom gemalte und auch unter dem Titel „Bildnis einer jungen Dame" bekannte Werk war nach jahrelangen Recherchen der Kommission in deutschen und österreichischen Archiven sowie bei weiteren Nachforschungen in den Beständen der Dresdner Museen entdeckt worden.

Das Frühwerk des späteren Porträtmalers am sächsischen Hof zeigt die rotgewandete junge Gräfin Thekla Ludolf mit Zeichenblock und Stift auf einem Sessel sitzend. Durch ein altertümliches Erkerfenster ist die bergige Landschaft am Golf von Neapel zu sehen.

Das Gemälde gehörte zur Kunstsammlung der drei Wiener Schwestern Malvine, Jenny und Bertha Rosauer. Sie wurden 1938 aus ihrer Wohnung vertrieben und ihr Besitz entzogen. Malvine Rosauer starb 1940, ihre Schwestern wurden 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet. Das Bild von Vogelstein (1788-1868) gelangte in den Kunsthandel, wo es der damalige Dresdner Galeriedirektor 1940 kaufte.

Die Bestände der zwölf Museen der Dresdner Kunstsammlungen werden seit 2008 inventarisiert und recherchiert. Zur Erfassung der insgesamt 1,2 Millionen Objekte wurde die Museumsdatenbank „Daphne" entwickelt, die erstmals die systematische Recherche der Herkunft sämtlicher Zugänge seit 1933 ermöglicht. Dabei wird nach ehemaligem jüdischen Kunstbesitz gefahndet, der zwischen 1933 und 1945 entzogen wurde, sowie nach Stücken aus der sogenannten Schlossbergung 1945 und Beschlagnahmungen von „Republikflüchtlingen" zu DDR-Zeiten.

dpa

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