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Kunstsammlungen zeigen einmalige Begegnung von Madonnenbildern in Dresden

Kunstsammlungen zeigen einmalige Begegnung von Madonnenbildern in Dresden

Himmlischer Glanz im Zwinger: Eine Ausstellung in der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden zeigt bis zum 8. Januar 2012 die schönsten Mariendarstellungen der Renaissance.

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Quelle: dpa

Dresden. Unter dem Titel „Himmlischer Glanz“ sind Madonnen italienischer Meister sowie von Künstlern nördlich der Alpen aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Anlass der gemeinsamen Schau der Vatikanischen Museen und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist der Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. (22. bis 25. September).

Im Zentrum steht die Wiederbegegnung zweier Meisterwerke von Raffael nach fast fünf Jahrhunderten: der „Madonna die Foligno“ aus der Pinakothek des Vatikans und Dresdens „Sixtinischer Madonna“. Der Papst hatte die einmalige und exklusive Ausleihe der mehr als drei Meter hohen Altartafel genehmigt. „Er wollte damit seine persönliche Wertschätzung für die schöne und historisch bedeutende Stadt zum Ausdruck bringen“, sagte der Präsident des Governatorats der Vatikanstadt, Giovanni Kardinal Lajolo. Da ein Dresden-Besuch bei der Visite nicht möglich sei, „möchte er sich von der Madonna vertreten lassen“, erklärte Lajolo.

Die „Sixtinische Madonna“ sei eines der schönsten Glanzlichter unter Sachsens Kulturschätzen, sagte der Ministerpräsident des Freistaates, Stanislaw Tillich (CDU). Schon bei der ersten Begegnung mit ihr als Achtjähriger habe sie ihn „berührt wie keine andere“ und seitdem immer wieder, „anziehend und das Herz berührend“. Für den kommissarischen Generaldirektor der Kunstsammlungen, Dirk Syndram, ist das „Konzil der Madonnen von Raffael, Correggio, Grünewald, Dürer und Cranach bei unserer „Sixtinischen Madonna“ ein kunsthistorisches Wunder“.

Mit der Gegenüberstellung der beiden großen Raffael-Madonnen habe der Papst seine Visite um ein „einzigartiges kulturelles Ereignis“ erweitern wollen, sagte der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, Walter Jürgen Schmid. „Ohne sein Interesse und Engagement wäre die Ausstellung so nicht möglich.“ In der Begegnung der nahezu zeitgleich entstandenen „Geschwisterbilder“ mit Arbeiten anderer Meister erschließe sich die religiöse Kunst in Europa vor der Reformation.

Raffael malte die „Madonna di Foligno“ 1511/12 und erhielt noch im selben Jahr (1512) von Papst Julius II. den Auftrag zur „Sixtinischen Madonna“. Erstere entstand für die Basilika Santa Maria in Aracoeli, wurde 1564 nach der Zerstörung der Kirche nach Foligno gebracht, kam dann nach Paris und erst 1816 nach Rom. Das „Schwesterbild“ malte Raffael für die Klosterkirche San Sisto in Piacenza, wo sie rund 250 Jahre fast unbeachtet hing. 1754 kaufte Sachsen-Kurfürst und Polen- König August III. sie für 25 000 römische Scudos. In Dresden und vor allem durch die Romantiker wurde sie dann weltberühmt.

Weitere „Stars“ der Schau sind die „Stuppacher Madonna“ von Matthias Grünewald, ein 1516 entstandenes Wallfahrtsbild aus der Pfarrkirche Mariä Krönung in Stuppach bei Bad Mergentheim in Baden-Württemberg, eine Cranach-Madonna aus dem Städel Museum und Albrecht Dürers „Dresdner Altar“ (um 1496) aus eigenem Bestand. Arbeiten auf Papier, darunter die einzige überlieferte Vorzeichnung zur „Madonna di Foligno“ aus dem British Museum London, Bücher und Dokumente geben Einblick in Raffaels Werkstatt und die Auftraggeberschaft.

Die Ausstellung ist zugleich Auftakt für den 500. „Geburtstag“ der „Sixtinischen Madonna“ 2012 in Dresden. Mit ihr beginnt zudem eine breit angelegte Kooperation und Partnerschaft der beiden Museen, sagte Arnold Nesselrath von den Vatikanischen Museen. Geplant sei eine Präsentation mit den Ethnologischen Sammlungen Dresden.

dpa

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