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Kunstwerk nach langer Reise wieder daheim

Marienaltar Kunstwerk nach langer Reise wieder daheim

Es ist die Geschichte von einem Kunstwerk, das fünfeinhalb Jahrhunderte lang eine bewegte Geschichte erlebt hat. Und es soll erzählt werden von einem ganz besonderen Tag in der Lützschenaer Schlosskirche - von dem Tag, als das Kunstwerk heimkehrte.

Zufrieden mit der Rückkehr des Marienaltars nach Lützschena: Kirchenvorstand Steffen Berlich, Pfarrer Helge Voigt und Restaurator Wilfried Sitte (von links).

Quelle: Wolfgang Zeyen

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eigens für dieses Gotteshaus gefertigt, hat der Marienaltar einen langen Weg mit vielen Stationen hinter sich und ist nun wieder "zu Hause" am Schlossweg angekommen.

 "Es ist ein großes Ereignis für unsere Kirche", sagt Pfarrer Helge Voigt. Er betreut die Sophienkirchgemeinde, zu der auch die Lützschenaer Schlosskirche gehört, und hält den Festgottesdienst zur Weihe des Marienaltars. Dieser sei juristisch immer im Besitz der Gemeinde gewesen, deshalb freue es ihn umso mehr, "dass er nun wieder zurückgekehrt ist".

 Geschaffen wurden die spätgotischen Schnitzfiguren in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts - wo genau, ist nicht bekannt. Experten vermuten, dass der Altar von der zu dieser Zeit auf dem Gut Lützschena beheimateten Familie von Üchtritz gestiftet wurde. Jedes Detail des Altars erzählt Begebenheiten aus der Bibel: Im Mittelteil des aufklappbaren Kunstwerks ist Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind auf dem Arm zu erkennen, zu beiden Seiten acht Heiligenfiguren, in den beiden Seitenflügeln die zwölf Apostel. Im geschlossenen Zustand werden vier unterschiedliche biblische Szenen dargestellt, darunter Christi Geburt und der Tod Marias.

 Jahrhundertelang hatte der Altar seinen Platz in der Schlosskirche. Als Maximilian Speck von Sternburg 1822 die Herrschaft Lützschena erwarb, ließ er das Innere des Gotteshauses klassizistisch umgestalten und einen Kanzelaltar aufstellen. Anlässlich des Geburtstages seiner Frau Charlotte wurde 1835 der Ostgiebel der Kirche neu verputzt und der Flügelaltar dort unter einem kleinen Dach angebracht. Daran erinnert ein Eintrag des damaligen Pfarrers Ernst Moritz Reichel im Pfarr- und Ortsjournal: "Die benachbarte Kirche erfuhr - die vortheilhafteste Verbesserung und Verschönerung. Der Herr Baron ließ deren Giebel abputzen, um das ehemalige Altarblatt daran zu befestigen -"

 Wenige Jahre später wurde dann der Leipziger Architekt Oscar Mothes - eine Straße gleichen Namens erinnert heute noch in Eutritzsch an seinen Vater, den Gerichtsdirektor in Leipzig - mit dem Umbau der Lützschenaer Kirche beauftragt. Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung vaterländischer Sprache und Altertümer in Leipzig setzte er sich dafür ein, dass der Altar in deren Obhut kam. Auf diesem Weg gelangte er mehr als 100 Jahre später - 1947 - ins Depot des Stadtgeschichtlichen Museums.

 "Seitdem haben sich viele Kirchenvorsteher darum bemüht, den Flügelaltar wieder in unserer Kirche aufzustellen, doch ihr Vorhaben ist aus unterschiedlichen Gründen gescheitert", erzählt Steffen Berlich, der dem Kirchenvorstand angehört und der wesentlichen Anteil daran hat, dass das Projekt diesmal erfolgreich verlief. Nach Vermittlung von Wolf-Dietrich Speck von Sternburg wurden 2012 Verhandlungen mit der Stadt Leipzig und dem Stadtgeschichtlichen Museum aufgenommen und die Restaurierung sowie die Rückführung des Altars auf den Weg gebracht.

 Große Anerkennung spricht Berlich Restaurator Wilfried Sitte aus, der den Heiligen-Figuren wieder zu einstiger Schönheit verholfen hat. Und Pfarrer Voigt dankt "den vielen Sponsoren, die die benötigten 68 000 Euro aufgebracht haben". Er ist wie seine Gemeindemitglieder glücklich darüber, dass das 1971 vom Leipziger Künstlerehepaar Ulrike und Thomas Oelzner geschaffene Altarkreuz aus Metall und Glas einen lichten Ort im Chorraum gefunden hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2015
Andrea Richter

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