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Kurt Masur mit „Les Préludes“ in New York gefeiert

Kurt Masur mit „Les Préludes“ in New York gefeiert

Der deutsche Dirigent Kurt Masur ist in New York begeistert gefeiert worden - mit einem nicht ganz unproblematischen Stück. Masur, von 1991 bis 2002 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra, spielt in seinem Programm in New York „Les Préludes“ von Franz Liszt - einst die Erkennungsmelodie der Nazi-Wochenschau für die Ostfront-Propaganda.

New York. Derartige Stücke werden in New York mit der stark jüdisch geprägten Musikszene oft kritisch aufgenommen.

Der 83-jährige Masur, der rund 30 Jahre lang Gewandhauskapellmeister in Leipzig war und sich für die Oppositionellen der DDR einsetzte, spielt einmal im Jahr noch für einige Tage im New Yorker Lincoln Center. Die drei Vorstellungen in dieser Woche sind trotz Kartenpreisen von zum Teil mehr als 140 Dollar (100 Euro) fast ausverkauft.

Masur ist auch Ehrengastdirigent beim Israel Philharmonic Orchestra. Er ist gerade im November mit der Leo-Baeck-Medaille geehrt worden, weil er sich um das deutsch-jüdische Verhältnis verdient gemacht habe. Dennoch war sein Verhältnis zu einigen jüdischen Musikfreunden nie ohne Spannung. Etwa, als er einmal die Matthäuspassion von Bach mit den New Yorker Philharmonikern spielte. Einige jüdische Abonnenten gaben ihre Karten zurück mit dem Hinweis, das sei nicht ihr Gott.

„Es ist schwer, von „Les Préludes“ nicht mitgerissen zu werden (wie es auch den Nazis ging, die die Melodie für ihre Wochenschau nutzten)“, schrieb jetzt die „New York Times“.

„Ja, es mag bei diesem Stück Kontroversen geben“, sagte ein Konzertbesucher, dessen Urgroßvater nach seinen Angaben Oberrabbiner in Mecklenburg war. „Aber das stört mich nicht im Geringsten. Liszt kann nichts für den Missbrauch und die Musik ist einfach fabelhaft - ebenso wie die Darbietung hier.“ Eine andere Konzertbesucherin, die einen Hilfsfonds für Holocaust-Überlebende gegründet hatte, betonte: „Zu einem Liszt-Konzert würde ich immer wieder gehen. „Aber“, sagte sie mit Hinweis auf die Metropolitan Opera, die gerade Richard Wagners „Die Walküre“ aufführt, „zu Wagner würde ich nie gehen. Denn der war wirklich Nazi.“

dpa

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