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Kurt Masur sieht "Bildungspflicht" bei der Regierung

Kurt Masur sieht "Bildungspflicht" bei der Regierung

Die deutsche Regierung hat nach Ansicht des Dirigenten Kurt Masur eine „Pflicht zur kulturellen Bildung“. „Demokratie bedeutet zwar Freiheit, aber das heißt ja nicht, dass jeder machen kann, was er will“, sagte Masur in New York.

New York. Der Staat müsse mit einem Bildungsangebot „eine gewisse Führung“ geben. „Wenn Kinder machen dürften, was sie wollen, würden sie den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen. Das würde ihnen vielleicht Spaß machen, aber nicht gut tun.“

Die Demokratie habe eine „Pflicht zur Qualität“. „Deshalb bin ich der Meinung, dass eine Regierung für Theater und Orchester von hohem Rang sorgen muss.“ Das sei im eigenen Interesse eines Landes. „Die Kultur ist ein so bedeutender Bestandteil der Bildung, dass wir auf sie angewiesen sind. Anderswo hat man das erkannt. In Asien zum Beispiel gibt es einen enormen Bildungshunger nach europäischer Musik.“

Der frühere Leipziger Gewandhauskapellmeister war von 1991 bis 2002 Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker, die er diese Woche wieder für vier Konzerte leiten wird. „Wir geben Beethoven und Bruckner und ich freue mich darauf. Obwohl man sich als Professioneller keine Vorlieben leisten kann. Das dürfen nur Amateure.“ Ein Berufsmusiker müsse spielen, was verlangt werde. „Ich gebe aber schon zu, dass ich einige Stücke nicht spielen möchte. Das hat aber nichts mit Vorlieben zu tun. Ich bemühe mich immer, ein Stück im Sinne des Komponisten umzusetzen. Bei manchen Werken können das andere einfach besser, da lasse ich die Finger von.“

New York sei deshalb für einen Musiker so faszinierend, weil das Publikum immer wieder überrasche. „Als ich anfing hieß es, große Orchesterwerke seien weniger gefragt. Ich wollte aber trotzdem die Matthäuspassion von Bach spielen und wir wurden alle überrascht.“ Zum einen er selbst, sagte Masur, weil einige jüdische Abonnenten ihre Karten zurückgaben mit dem Hinweis, das sei nicht ihr Gott. „Das hätte ich bei so etwas universellem wie Musik nicht erwartet.“ Aber auch das Management sei verblüfft gewesen: „Obwohl wir 12.000 Karten verkauft hatten, mussten wir jeden Abend immer noch 300 Enttäuschte ohne Karten nach Hause schicken."

dpa

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