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LVZ-Kunstpreisträger Jochen Plogsties stellt im Museum der bildenden Künste Leipzig aus

LVZ-Kunstpreisträger Jochen Plogsties stellt im Museum der bildenden Künste Leipzig aus

Leipzig. Jochen Plogsties wollte einen großen "Liebeszauber". Größer als das Original des niederrheinischen Meisters von 1470/80. Viel größer als die Postkarte, die Plogsties als Vorbild nutzte.

Jetzt ist seine nackte Schöne raumgreifend im  Museum der bildenden Künste zu sehen. Teil einer Ausstellung, die auch Motive von Lucas Cranach, Jan Vermeer und Dürer zeigt. Allerdings immer durch die Augen von Plogsties gesehen, von seiner Hand und mit den Abstrichen der Zeit gemalt. Am 2. Dezember wird die Schau des 9. LVZ-Kunstpreisträgers eröffnet.

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Leipzig. Wer eine Ausstellung von Jochen Plogsties besucht, findet Bekanntes aus dem Kunstkosmos: Motive von Cranach, Vermeer und Dürer sind jetzt im Leipziger Museum der bildenden Künste zu sehen - alle aus der Hand des LVZ-Kunstpreisträgers 2011. Sein Spiel mit Original und Reproduktion überzeugte im April die Jury. Als Teil der Auszeichnung wird Freitagabend die Schau im Bildermuseum eröffnet - mit einer nackten Schönen in herausragender Rolle.

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"Es gibt einen Run auf Neu. Aber neu interessiert mich nicht", sagt der 37-Jährige beim Presserundgang. Also trifft man in seinem Dunstkreis Bekanntes aus dem Kunstkosmos, wie Jan Vermeers "Mädchen mit dem Perlenohring" oder Picassos "Harlekin". Bilder, die die wenigsten im Original gesehen haben, die aber durch Kataloge und Webseiten, Kalender und Karten den Weg ins allgemeine Bewusstsein gefunden haben. Und nach Leipzig, ins Plogsties-Atelier auf dem Gelände der Baumwollspinnerei.

Das Ego hat Pause

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Ausschnitt aus dem Plogsties-Gemälde "Liebeszauber".

Quelle: Andreas Doering

Was dem Künstler so vors Auge gerät, ist nicht davor gefeit, den Weg zurück ins Öl anzutreten. Bei der Auswahl seiner Motive folge er durchaus dem Lustprinzip, sagt Plogsties. Hat die Arbeit begonnen, ist aber eigentlich Schluss mit dem Ego. "Ich versuche, so wenig wie möglich von mir einzubringen", sagt der Meisterschüler von Neo Rauch. Das Scheitern ist immer mit einberechnet. Egal, wie sehr er sich darauf konzentriert, wie sein Vorbild das Werk komponiert hat, wie die Farbe gesetzt, die Haltung der Liebeszauber-Schönen gewählt ist: "Am Ende bin ich immer erstaunt, wie viel Eigenes in den Bildern steckt", sagt Plogsties.

Plogsties irritiert. "Der Polnische Reiter" bekommt einen dicken, blauen Rahmen. Anderen Gemälden gibt er gleich eine Buchdeckel-Optik. So treibt er sein Spiel mit Reproduktion und Original, künstlerischer Meisterschaft und der bloßen Weitergabe von Bild-Information auf die Spitze. Dass er damit im Kunstbetrieb eine Gegenposition vertrete, sei ihm durchaus bewusst, sagt der Künstler. Tatsächlich habe er mit dieser Art zu malen einige Anhänger verschreckt, "aber zum Glück auch andere gewonnen", resümiert er. Sein Umgang mit Farbe, sagt er lapidar, der scheine manchen zu gefallen.

Jury: Fürsprecher Alter Meister

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Jochen Plogsties und sein Gemälde "Der Polnische Reiter".

Quelle: Andreas Doering

Die hochkarätige Jury des Kunstpreises der Leipziger Volkszeitung formuliert es so: "Trotz aller Nähe zum malerischen Vorbild wird Plogsties nicht zum Kopisten der Alten Meister. Vielmehr wird er zu ihrem Fürsprecher und überträgt die immer noch gültigen Bildaussagen in die gegenwärtige Malerei." Mit der Entscheidung für den 1974 in Rheinland-Pfalz geborenen Maler will die Jury seinen internationalen Durchbruch befördern. Seit 2000 stellt Jochen Plogsties seine Arbeiten in Deutschland aus, 2006 gelang der Sprung nach Amerika. In Leipzig vertritt die Galerie ASPN auf dem Gelände der Baumwollspinnerei den Künstler.

Am Freitag Abend wird die Plogsties-Ausstellung mit einer Auswahl von 19 jüngeren Werken im Museum der bildenden Künste feierlich eröffnet. Danach hat sie bis zum 26. Februar ihren Ort im Haus von Museums-Direktor Hans-Werner Schmidt. Der freut sich übrigens besonders über Plogsties "Liebeszauber". Das gerade mal gut Din-A4-große Original hat Leipzig nämlich gerade nach Köln verliehen.

Info:

Jochen Plogsties, Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung 2011. 3. Dezember 2011 - 26. Februar 2012 im  Museum der bildenden Künste.

Führungen

Mittwoch, 14. Dezember, 18 Uhr; Mittwoch, 21. Dezember, 18 Uhr; Sonntag, 29. Januar 2012, 11 Uhr; Mttowch, 15. Februar 2012, 18 Uhr.

Künstlergespräch und Finissage

Sonntag, 26. Februar 2012, 11 Uhr

LVZ-Kunstpreisträger 1995-2009

Via Lewandowsky 1995 / Neo Rauch 1997 / Jörg Herold 1999/ Tamara Grcic 2001 / Daniel Roth 2003 / Matthias Weischer 2005 / Claudia Angelmeier 2007 / Julius Popp 2009.

Evelyn ter Vehn

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