Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
„Lachst du noch oder strahlst du schon?“ – Lina im Leipziger Täubchenthal

Konzert „Lachst du noch oder strahlst du schon?“ – Lina im Leipziger Täubchenthal

„Crazy Shit! So lautstark mitgesungen wie 5000 Millionen Leute. Danke“, wird Lina tags drauf auf ihrer Facebook-Seite jubeln. Am Mittwoch hat die 18-jährige Hannoveranerin, bekannt als die Bibi aus den „Bibi und Tina“-Filmen, im Leipziger Täubchenthal ihr Debütalbum „Official“ live vorgestellt.

Nur der Himmel ist die Grenze: Lina Larissa Strahl, 18, und Band hüpfen im mit 300 Zuschauern gefüllten Täubchenthal.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Strahler“ steht auf Linas T-Shirt, was sich leicht mit ihrem Nachnamen erklären lässt: Lina Larissa Strahl. Aber „Strahler“ würde auch passen, hieße sie Müller oder Maier oder Blocksberg, denn die 18-Jährige strahlt ja in der Tat übers ganze Gesicht. Mag auch das vom Prinzip her einfallsreiche Konzert-Intro auf der vierten Station ihrer ersten Deutschlandtour Mittwochabend im Leipziger Täubchen­thal eine gewisse unfreiwillige Komik entfaltet haben – als ihre Band bereits im Rampenlicht steht, von Lina aber nur die Stimme zu vernehmen ist, vertieft in ein vermeintliches Handy-Gespräch. „Was? Ich kann nichts verstehen. Hier sind 1000 Leute!“, dringt aus den Lautsprechern. Und angeblich so viel Lärm im Saal.

Als Lina dann den Weg auf die Bühne gefunden hat, sieht sie zwar „heute nicht ganz so viele“ Menschen vor sich, wie sie später sagen wird, die zudem eher andächtig erwartungsfroh der Dinge harren als lauthals auszuflippen. Aber das kann ja noch werden und ist jedenfalls für Lina sympathischerweise längst kein Grund, das Strahlen zu lassen. „Schaffen wir es, mit 300 Leuten so zu feiern wie in Hamburg?“, feuert sie ihre Fans an. Tags zuvor zählte man dort 700 Zuschauer. Aber klar doch. Und wie! „Crazy Shit! So lautstark mitgesungen wie 5000 Millionen Leute. Danke“, wird Lina tags drauf auf ihrer Facebook-Seite jubeln.

Lina Larissa Strahl, 1997 in Seelze bei Hannover geboren, hat vor drei Jahren den Komponisten-Wettbewerb „Dein Song“ des Kinderkanals (Kika) gewonnen. Zum Star in den Kinderzimmern machten sie aber erst Detlev Bucks bislang drei „Bibi und Tina“-Filme seit 2014, in denen sie die Junghexe Bibi verkörpert. Das Abi hat sie nebenbei noch geschafft und – glaubt man ihrem Produzenten Peter Hoffmann, Kika-Juror und unter anderem Macher von Tokio Hotel – hat sie in all der Zeit nie aufgehört, Lieder zu schreiben. Gesungene Sprachnachrichten und kurze Selfie-Videos habe sie ihm laufend per What’s-App geschickt.

Mütter, die ihre Töchter antanzen

Zeilen wie „Hände hoch, Augen auf, Licht an, Hirn aus, Platz da, Anlauf, los!“, die ihre kolossal mitreißende Wirkung gleich zu Beginn auch bei den Leipzigern absolut nicht verfehlen. „Lachst du noch oder strahlst du schon?“ Was für eine Frage. Wobei nicht lediglich die engere Zielgruppe – Mädchen zwischen sechs und sechzehn – textsicher ausrastet, sondern darüber hinaus nennenswert viele Mitglieder des bei solchen Angelegenheiten üblichen Begleitpublikums.

Mütter, die ihre Töchter singend und wild gestikulierend antanzen, dass es dem Nachwuchs fast peinlich scheint. Väter, deren Köpfe im Takt wippen, während ihre Lippen bei der Collage-Rocknummer „Wie ich bin“ die Worte „so jung, so laut, so leicht“ formen. Für ihre Prinzessinnen speichern sie das gesamte (!) Konzert aufs Telefon. Sogar als Lina die Menge bittet, „steckt wenigstens für zwei Lieder eure Handys weg, ich weiß, wie schwer das ist“, filmt Papa heimlich weiter. Und dokumentiert, wie zu Linas Kika-Gewinnerlied „Freaking Out“ der begeisterte Fan-Kinderchor dezibelmäßig die Sound-Anlage dominiert.

Es hat etwas im besten Sinne Rührendes, wenn Mädchen, die vielleicht neun oder auch schon elf sind, lauthals Zeilen singen wie: „So wie du für mich brennst, brenn’ ich nicht für dich, doch dieses Mädchen mag das Feuer“. Oder: „Ich hätte niemals gedacht, dass eine einzige Nacht ohne dich sich so komisch anfühlt“. Sogar zwei Gaststars von Linas Debütalbum „Official“ sind da. Aaron Lovac von der (ebenfalls von Hoffmann produzierten) Brüder-Popband 3A singt, tanzt und rappt. Tilman Pörzgen wiederum, der im jüngsten „Bibi und Tina“-Abenteuer den französischen Austauschschüler François darstellt, fordert alle auf, sich hinzusetzen – nur, um im Refrain des gleichnamigen Duetts gen Hallendecke zu „Fliegen“.

Linas zweites gemeinsames Lied mit Pörzgen enthält den wunderschönsten Pop-Poesie-Album-Spruch des Abends: „Irgendwann macht irgendwo die Welt für uns Platz. Und dann ist da unser Platz.“ Das Leben ist offen. Noch ist keine Entscheidung gefallen, die andere Richtungen verbaut. Der Himmel strahlt blau und ist die einzige Grenze. Kein Wunder also, dass die Mehrheit im Raum „Unser Platz“ am Ende erneut mitsingen will und darf – als das Repertoire nach gut 70 Konzertminuten erschöpft ist, jedoch überhaupt niemand aufhören mag.

Von Mathias Wöbking

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Dreamhack Leipzig

    Auf der Dremhack 2017 treten die besten Computerspieler gegeneinander an. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Leipzig gilt als der Geburtsort der modernen Psychologie. Wie früher und heute im Geist geforscht wurde ist vom 14. September bis zum 16. Dezember 2016 in der Ausstellung "Psychologie in Leipzig - Geburt einer Wissenschaft" zu sehen. Besucher können sowohl Beobachter als auch Versuchsperson sein. Unsere Schau des Monats November! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr