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Lässiger Meister: James Last wird 86 und spielt zweieinhalb Stunden lang in der Arena Leipzig

Lässiger Meister: James Last wird 86 und spielt zweieinhalb Stunden lang in der Arena Leipzig

So geht Geburtstagsparty: James Last wird 86, und die Gäste zahlen, um ihm ein Ständchen zu singen, Blumen abzuliefern mit ihm zu feiern. Rund 3000 gut zweieinhalb Stunden lang in der Arena Leipzig.

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Immer lässig aus der Hüfte: James Last in der Arena Leipzig.

Quelle: André Kempner

Es soll eine Abschiedstour sein, die den König der Easy-Listener da am Freitag an die Pleiße führte. Wie eigentlich jede Tour seit zehn Jahren seine letzte sein sollte. Doch offenkundig kann Hans Last nicht ohne. Und das trifft sich gut. Denn seine Fans können auch nicht ohne. Seit über einem halben Jahrhundert.

Dass für seinen hochprofessionellen Happy Sound auch früher keine Mauer stand, beweist ein Blicks durch Publikum: Nicht wenige Fans der ersten Jahre sitzen da erwartungsvoll in so optimistisch wie luftig bestuhlten Halle und registrieren mit Genugtuung, dass der Orchesterleiter und Arrangeur pünktlich um halb acht auf der Bühne steht. Da ist der Bremer Preuße. Bei Musik versteht er keinen Spaß, die soll nur welchen machen.

86 also wurde er gestern, Party gab's schon am Vorabend, der Bandleader hat reingefeiert. Das merkt man ihm auf der Bühne nicht an. Beim Dirigieren jedenfalls nicht - was sollte man auch merken bei diesem cool aus der Hüfte geschlenzten Takt? Aber, machen wir uns nichts vor: Auch an Legenden nagt er, der Zahn der Zeit. Und so schlackern die Sakkos mittlerweile um Schultern und Hüften, das liebenswerte Genuschel seiner nicht mehr ganz so ausführlichen Moderationen schafft es nur selten noch über den Verständlichkeits-Horizont.

Aber man kommt ja nicht am 86. Geburtstag von James Last in ein Konzert von James Last, um James Last plaudern zu hören. Man will dabei sein, wenn erstklassige Musiker seine Arrangements spielen. Und da ist auch bei der aktuellen Abschiedstour alles beim Alten. Will meinen: fein. Für jeden, der's mag.

In Sachen Ausgangsmaterial ist beim Programm der "Non Stop Music"-Tour wirklich für jeden was dabei. Von Bach und Chatschaturjans Säbeltanz über den walzenden Wienerwald spannt sich der Bogen bis ins Kino, wo Rocky und die Piraten aus dem Fluch der Karibik darauf warten, vom lässigen Meister eingemeindet zu werden. Christina-Aguilera kommt mit "The Voice within" zum Last-Ritterschlag, auch One-Directions "Story Of My Life" geht ihm ins Netz oder Dizzy Gillespies "Night in Tunesia", grandios gepfiffen vom sensationellen vierköpfigen Trompeten-Satz um Chuck Findley.

Dass alles gleich klinge, wenn es James Last in die Finger gerät, gehört als Klischee übrigens dringend entsorgt. Die 30 erstklassigen Musiker, die der große alte Mann der leicht zu hörenden Musik da nebst fünf Sängerinnen und Sängern um sich versammelt, schaffen es, jedem Titel eine eigene Farbe mit auf den Weg zu geben. Bisweilen verdammt schmissig.

Doch an diesen verschlungenen Wegen, die aus allen Winkeln der Musik auf das Zentralgestirn Hans Last zulaufen, liegen sie nicht, die Titel, die in der Arena das Blut kochen lassen. Die kommen aus seiner eigener Feder wie "Biscaya", die Fernweh-Ode aus dem Jahr 1981. Oder sie kommen direkt aus den Tälern und von den Höhen des Volkslieds wie im finalen Medley, das aufs Brahms' Wiegenlied folgt.

Der Rest ist Jubel, Blumen, Zufriedenheit. Der Meister winkt, die Uhr hat längst Zehn geschlagen, und wer genau hingehört hat, dem ist es nicht entgangen: "Auf Wiedersehen" hat er gesagt. Und für die nächste Abschiedstour neue Eigenkompositionen angekündigt. War eigentlich klar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2015

Korfmacher, Peter

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