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Leipzig vom Lesefieber gepackt

Leipzig vom Lesefieber gepackt

Nina Müller ist eine von ihnen. Die 32-Jährige feierte den Auftakt der Buchmesse im "Plan B". Die Pädagogin begeistert sich besonders für "Leipzig liest!".

"Für mich ist die Aktion eine willkommene Gelegenheit, interessante Leute einmal live zu sehen und das an Orten, die auf den ersten Blick recht ungewöhnlich erscheinen und die man nicht mit einer Lesung in Verbindung bringen würde," meint Müller und fügt hinzu, "wie zum Beispiel eine Bagel Bar oder eine Anwaltskanzlei". Oft rücken die Gäste enger zusammen und hocken sich auf dem Boden, wenn kein Stuhl mehr frei ist.

Müller möchte sich dieses Jahr im Schauspielhaus ein paar Programmpunkte heraussuchen - aber ganz spontan. Während sie sich gern unkonventionellere Genres wie Poetry-Slams ansieht, bleibt Andre Näth dem Krimi treu. "Bei den Vorlesungen in der Innenstadt ist es immer viel schöner als auf der überfüllten Buchmesse", so der 30-Jährige. Er habe es lieber im individuellen Kreis.

Nicola Geldmacher liebt das "Feeling", das abends in den Straßen der Stadt während der Buchmesse herrscht. "Plötzlich interessieren sich alle für Bücher. Es ist wie eine große Gemeinschaft unter Lesefreunden", erzählt die 48-Jährige strahlend. Die Archäologin freut sich auf verrückte Showleute und interessante Politiker. "Das sind wieder so viele Eindrücke und Autoren, mit denen man während der Lesungen viel direkter ins Gespräch kommen kann", findet Geldmacher.

Von der Leselust ist auch Sarah-Maria Mirbach infiziert. Sie lehnte gestern trotz bewölkten Himmels gemütlich in einem Strandkorb mitten in der City. "Ich liebe es, mich in fremde Welten hinein zu versetzen", schwärmt die 24-Jährige. Während der Buchmesse ist die Kulturwissenschaftsstudentin lieber in der Stadt unterwegs. Dort könne sie besser stöbern, weil es nicht so überfüllt wie auf dem Messegelände sei.

Auch Leipzigs Hotel- und Touristenwesen freut sich über die rege Messekundschaft. Laut Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipziger Tourismus- und Marketinggesellschaft, sind im März vergangenen Jahres 4,2 Prozent mehr Gäste in Leipzig angekommen. "Die Besucher steigen je nach Geldbeutel im Steigenberger oder Zwei-Sterne-Hotels ab," erläutert er. Sowohl Buchhändler-Teams, als auch Frauen-Gruppen oder traditionelle Städtereisende würden der Messestadt einen Besuch abstatten und dies mit einer Sightseeingtour verbinden, so Bremer.

Beinahe hätte Autorin Susanne Rüster kein Quartier mehr gefunden. Schon Anfang Januar habe das Fremdenverkehrsamt keine passende Ferienwohnung für sie parat gehabt. Deshalb kam Rüster nun in Delitzsch unter. "Es ist immer wieder schön, hierher zu kommen, wenn in Leipzig überall geschmökert wird", lobt die Berlinerin die Stadt. Der Inhaber der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Peter Hinke, hat für humorige Lesefans etwas ganz Besonderes vorbereitet. Seit gestern hängen dort rund 60 bunte Cartoons vom Karikaturisten Beck aus. "Sonnabend geht der Ansturm hier dann so richtig los", verspricht der 49-Jährige optimistisch. Er sei schon von vielen Gästen gestern Morgen auf die speziellen Karikaturen angesprochen worden. Sogar die rote Wand entlang der Treppe wurde vom Künstler mit tollen Zeichnungen verziert.

Obwohl der Veranstalter "Leipzig erleben" laut Geschäftsführerin Anke Knote während der Buchmesse nicht unbedingt ein Umsatzplus bei ihren Stadtführungen verzeichnen kann, bietet das Unternehmen weiterhin fünf themenbezogene Rundgänge während der Messezeit an. Am beliebtesten sei das Format "Das literarische Leipzig". Oftmals bestände die Kundschaft aus Buchhändlern, Volkshochschul- und Lesekreisen.

Cornelia Rackwitz hat das Lesefieber ebenso gepackt. Am Sonnabend wird sie die Lesungen zweier innerstädtischer Buchhandlungen besuchen. Freundin Jutta Prall würde sie gern begleiten, ihr fehle aber leider die Zeit dazu.

Debüt-Gast Stefanie Köster freut sich, die Messestadt Tag für Tag zu erobern. Die Frankfurterin findet Leipzigs Lese-vielfalt sehr erlebnisreich und kreativ. "In Frankfurt wird zur Buchmesse-Zeit immer viel gehyped", so die Sozialpädagogin. Alles sei stark auf das Business und den Mainstream ausgerichtet. Hier scheine das Veranstaltungsangebot noch nicht so kommerzialisiert zu sein, urteilt Köster.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2015
Melanie Steitz

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