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Leipzig will "Kulturhauptstadt Europas" im Jahr 2020 werden - Stadtrat schiebt Prüfung an

Leipzig will "Kulturhauptstadt Europas" im Jahr 2020 werden - Stadtrat schiebt Prüfung an

2020 könnten die Hotelbetten knapp werden in Leipzig: Der Stadtrat hat den Weg frei gemacht für eine Bewerbung als "Kulturhauptstadt Europas". Die CDU hatte mit einem Antrag den Stein ins Rollen gebracht.

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Quelle: Kempner Zeyen

Leipzig. Christdemokrat Wolf-Dietrich Rost sprach von der Chance, Leipzig als Tourismus-Magnet in Europa zu etablieren. Kulturbürgermeister Michael Faber warnte am Rande der Sitzung vor zu großer Euphorie. Die Stadt müsse ihre Ziele genau definieren und verhindern, schon im nationalen Wettbewerb zu scheitern.

"Freiburg, Mannheim, Nürnberg und Magdeburg sind jetzt schon legitimiert zu handeln", so Faber gegenüber LVZ-Online. Der Kulturbürgermeister verwies auch auf die großen Jubiläen, die Leipzig in den nächsten Jahren auf jeden Fall feiern wird. Geld und Zeit benötige man für die Bewältigung der Großereignisse: 200. Wagner-Geburtstag und 200 Jahre Völkerschlacht im Jahr 2013, gefolgt vom 1000. Jahrestag der Ersterwähnung der Stadt zwei Jahre später. 2017 stehen die Feiern zur Luther-Dekade an. "Das kommt mir vor wie ein Marathon", sagte Faber.

Kulturregion: Luther, Bach und Händel

Doch von Luther samt Reformation führt für Faber dann doch ein Weg zur Kulturhauptstadt. Mit Halle und Wittenberg im Boot könnte sich die Kulturregion Mitteldeutschland präsentieren. Allein in den Grenzen von Leipzig zu denken, findet auch Knut Keding von der Bürgerfraktion falsch. Er verweist im Gespräch mit LVZ-Online auf die Musikregion Mitteldeutschland: "Wir haben nicht nur Bach, sondern auch Händel."

"Was uns in Mitteldeutschland eint, ist die Kultur", sagte auch der CDU-Stadt- und Landtagsabgeordnete Rost bei der Vorstellung des Antrags im Plenum. Und sicherte gleich zu, bei der Regierung des Freistaats Unterstützung einzuwerben. Erste Gespräche mit Kulturstaatsministerin Sabine von Schorlemer habe es bereits gegeben. Die Signale: positiv.

Rost verwies außerdem darauf, dass Leipzig bei einer Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas auf Dauer mit beträchtlichen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen rechnen könne. Statistiken früherer Kandidaten belegten, dass jeder investierte Euro weitere 8 bis 10 Euro Investitionen nach sich ziehe. Die Verwaltung ergänzte in ihrem Papier zum Antrag, dass die EU den Status "Kulturhauptstadt" mit 1,5 Millionen Euro fördere.

"Ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Wolfram Leuze, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen am Rande der Ratsversammlung. Andere Städte hätten rund 45 Millionen Euro gebraucht, um als Kulturhauptstadt bestehen zu können. Trotzdem: "Vom kulturellen Angebot her ist Leipzig geeignet, das ist absolut prüfenswert", sagte Leuze auf Anfrage. Wie Linke-Fraktionsvorsitzende Ilse Lauter betonte auch Leuze, dass der Titel nachhaltige Effekte für die Region haben müsse. "Nur als Festival können wir uns das nicht leisten", sage Lauter zu LVZ-Online.

Dicke Fragezeichen hinter dem Bewerbungsverfahren

Noch stehen dicke Fragezeichen hinter einer möglichen Leipzig-Bewerbung: Die Europäische Kommission stellt derzeit das Auswahlverfahren für die Kulturhauptstadt auf den Prüfstand. Deshalb wurde mit dem Votum für die Bewerbung Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) beauftragt, eine Kommission zu gründen, die die Anforderungen prüft und einen Erfahrungsaustausch mit anderen Kulturhauptstädten anschiebt.

Der Anfang ist gemacht: Seit 2009 steht die Stadt in engem Kontakt zu Oliver Scheytt, Gechäftsführer der Ruhr.2010 GmbH. Für Leipzig bestünde kein Grund zur Eile. Es gäbe Genug Zeit, in Ruhe zu prüfen, was eine Bewerbung der Stadt wirklich bringe, erklärte Kulturbürgermeister Faber.

Klar ist ja immerhin, dass bis 2016 die Kulturhauptstädte feststehen. Bis 2019 sind die Vorschlagsrechte an verschiedene Länder vergeben. Erst danach hätte Deutschland überhaupt eine Chance, wieder eine Stadt ins Rennen zu schicken.

Evelyn ter Vehn

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