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Leipziger Bildermuseum kauft zwei Werke von Max Beckmann

Nach Kündigung des Leihvertrags Leipziger Bildermuseum kauft zwei Werke von Max Beckmann

Das Leipziger Bildermuseum hat zwei Werke von Max Beckmann aus Privatbesitz erworben. Möglich wurde der Ankauf der Bilder „Die große Buhne“ (1905) und „Sumpfblumen“ (1907) mit dem Erbe eines Leipziger Ehepaars, das dem Museum sein Vermögen vermacht hatte, sowie der Unterstützung von Stiftungen. Die Bilder waren als Leihgaben im Museum, standen nun aber zum Verkauf.

„Die große Buhne“ (l.) ist jetzt im Besitz der Museums der bildenden Künste. „Das Bildnis eines Teppichhändlers“ (1946, schräg gegenüber) konnte bereits 1993 erworben werden.
 

Quelle: jkl

Leipzig.  Erst gewonnen, dann verloren und nun wieder gewonnen – und zwar endgültig: Das  Museum der bildenden Künste in Leipzig hat zwei Bilder des in Leipzig geborenen Künstlers Max Beckmann (1884–1950) aus Privatbesitz erworben. Ermöglicht worden sei der Ankauf der Werke „Die große Buhne“ (1905) und „Sumpfblumen“ (1907) mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung, sagte Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt der LVZ. Hauptanteil an der Kaufsumme, über deren Höhe sich Schmidt nicht äußern wollte, habe das Erbe eines Leipziger Ehepaars, das dem Museum sein gesamtes Vermögen vermacht habe. Für Schmidt ist das „eine Großtat, ein Glücksfall“: Wann passiere so etwas heutzutage, dass ein Museum in kurzer Folge zwei Bilder von Beckmann ohne einen einzigen kommunalen Cent erwerben kann, so der Direktor.

Leihvertrag wurde im März gekündigt

Die beiden Beckmann-Bilder waren seit den frühen 50er Jahren im Bestand des Museums. Damals in Markkleeberg lebende, später in die Bundesrepublik ausgereiste Verwandte von Minna Beckmann-Tube, der ersten Frau Beckmanns, hatten sie dem Museum als Leihgaben übermittelt. Später kamen sie in den Verwahrbestand, wurden inventarisiert und in Volkseigentum überführt. Im Zuge eines Restitutionsverfahrens gingen die Bilder dann an in Süddeutschland lebende Nachfahren, blieben aber als Leihgaben im Museum. Im März dieses Jahres war jedoch der Leihvertrag gekündigt worden.

Während das Bild „Die große Buhne“ direkt von der Besitzerin erworben wurde, konnte man die „Sumpfblumen“ über eine Versteigerung erstehen. Anfang Juni war das 65 mal 54,5 Zentimeter große Werk vom Berliner Auktionshaus Villa Grisebach zu einem Schätzwert von 120 000 bis 150 000 Euro angeboten worden. Ein „Freund des Hauses“ habe es dabei für das Museum erworben, so Schmidt.

Bedeutende Frühwerke

Bei beiden Bildern handelt es sich um bedeutende Frühwerke des Künstlers. Die im spätimpressionistischen Stil gemalte, symbolisch aufgeladene „Große Buhne“ malte Beckmann während eines Sommeraufenthalts in Dänemark. Das Werk wird seit 2004 im Beckmann-Saal des Museums präsentiert, konnte dort auch nach Kündigung des Leihvertrags weiter gezeigt werden. Das zwei Jahre später entstandene Blumen-Stillleben „Sumpfblumen“ enthält eine sehr persönliche Note: Im Tapetenmuster findet sich wie ein Ornament die Widmung des Malers an seine Frau Minna: „HBSL“ (Herr Beckmann seiner Liebsten). Das Paar hatte im Vorjahr geheiratet.

Vor dem Ankauf zählte nur ein einziges Gemälde Max Beckmanns, das „Bildnis eines Teppichhändlers“, zum eigenen Bestand des Museums. Die Mehrzahl der gezeigten Werke sind Dauerleihgaben. Im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung soll der Ankauf am 14. September im Museum gefeiert werden. Ehrengast ist Heinrich Georges Sohn Jan George, der 1935 von Max Beckmann als Kind porträtiert wurde. „Er gehört zu den wenigen lebenden Menschen, die Beckmann noch kennenlernten. Für mich ist er damit präsent“, sagte Hans-Werner Schmidt.

Von Jürgen Kleindienst

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