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Leipziger Chanson-Duo Susanne Grütz und Hubertus Schmidt kehrt mit Premiere zurück

Comeback Leipziger Chanson-Duo Susanne Grütz und Hubertus Schmidt kehrt mit Premiere zurück

Heiter, frivol, skurril, makaber, deftig und komödiantisch – für diese Mischung liebte man in den 1980er und 90er Jahren die Chansons des Duos Susanne Grütz und Hubertus Schmidt. 2001 gaben sie ihr letztes Konzert, nach ein paar Kurzauftritten sind sie jetzt wieder da: Am 14. Januar hat die neue Produktion „Liebe kommt ins Café Knax“ Premiere im Theater am Palmengarten.

„Geliebt werden wollen wir natürlich immer noch“: Hubertus Schmidt und Susanne Grütz.

Quelle: peer

Leipzig.  

Wie ist das Liedtheater-Projekt eigentlich damals entstanden?

Hubertus war zu der Zeit Leiter der Studiobühne an der Universität Leipzig. Dort haben wir uns kennengelernt, weil ich an Kostümen und am Bühnenbild gearbeitet habe und auch gern auftreten wollte. Irgendwann hat es dann geklappt, ich bin für jemanden auf der Bühne eingesprungen. Als ich Hubertus mal eine Kassette mit von mir gesungenen Liedern vorgespielt habe, kam die Sache ins Rollen. Privat und beruflich wurden wir ein Paar. Wir sind bei einer renommierten Musik-Werkstatt im Kloster Michaelstein aufgetreten und ich wurde bestärkt, weiterzumachen.

1985 habe Sie mehrere Preise beim Chansonfestival in Frankfurt/Oder gewonnen und ein Jahr später beim Liederzirkus der DDR. Hat Sie das überrumpelt?

In gewisser Weise schon. Ich wollte zwar schon als Kind unbedingt Sängerin oder Schauspielerin werden, denn ich hatte mir ja nichts sehnlicher gewünscht als mit dem was ich gerne mache und wovon ich überzeugt bin, mal Karriere zu machen. Zunächst erlernte ich aber einen normalen Beruf als Schneiderin, aber immer mit dem Wunsch im Hinterkopf. Wir haben danach sogar mit einigen Größen der DDR-Kultur wie Barbara Thalheim und Gerhard Schöne eine Tournee gemacht.

Die Programme von Schmidt/Grütz aus den 80ern und 90ern haben heute Kultstatus. Das Abschiedskonzert gab’s 2001. Warum haben Sie damals eigentlich aufgehört?

Nach der politischen Wende gab es bei allen Ost-Musikern einen Knick – weniger Auftritte, weniger Zuschauer. Man wurschtelte sich so durch. Hubertus schlug daher vor, mit einem Knalleffekt Schluss zu machen, bevor sich das verkleckern konnte.

Offizielles Comeback

In den letzten Jahren gab es ein paar eher verstohlene Comebacks. Ist das hier jetzt ein richtiges?

Ja, jetzt ist ein offizielles. Die Auftritte in der jüngeren Vergangenheit fanden eher in geschlossenen Kreisen statt. Zum Beispiel bei dem Leipziger Dichter Andreas Reimann zum 60. Geburtstag in der Moritzbastei. Nun machen wir wieder ernst.

Was werdet ihr präsentieren?

Bis auf drei Songs aus alten Programmen ist alles neu, zum größten Teil handelt es sich um Stücke anderer Komponisten. Chansons, aber auch Schlager, einige bekannte, sogar sehr bekannte Titel, jedoch auch viele, die noch keiner kennt. Da gibt es einige Überraschungen, Details verrate ich deshalb ungern.

Was ist das Besondere?

Unsere Herangehensweise. Die Arrangements und die Art der Interpretation sorgen für neue Inhalte. Wir brechen die Stücke ironisch auf. Ironie und Nonsens wird seinen Platz haben.

Früher waren die Markenzeichen Frivolität und Satire. Bleibt es dabei?

Ja, natürlich. Hinzu kommt jetzt die besagte Ironie und eine Portion Zynismus. Die Texte sind vielleicht nicht so derb wie früher, doch wir nehmen nicht mehr alles so ernst.

Ist das der entscheidende Unterschied zu früheren Produktionen?

Es gibt noch mehr: Erstmals haben wir eine richtige Regie an unserer Seite. Wilfried Keindorf hat das damals sporadisch übernommen, nun macht das durchgängig Simone Danaylowa. Und das funktioniert wunderbar und ermöglicht uns, mehr aus unseren Inhalten und unseren Fähigkeiten heraus zu holen.

„Etwas reifer im Geiste“

Vom Alter abgesehen – was unterscheidet Susanne Grütz aus den 80ern von der heutigen?

Oh, ich bin wohl etwas reifer im Geiste, zumindest ehrfürchtiger als früher. Früher wollten wir unbedingt vor allem eine Botschaft transportieren, waren ungestümer, wollten von möglichst allen geliebt werden. Heute nehme mich nicht mehr so ernst wie damals, dafür das Publikum umso wichtiger – und vor allem deshalb ist das Lampenfieber jetzt viel, viel höher als damals. Geliebt werden wollen wir natürlich immer noch.

Sie haben damals einen Mitschnitt des Programms „Durch alle Himmel – alle Gossen“ nach Texten von Fritz Graßhoff dem Dichter nach Kanada geschickt – und er hat reagiert.

Ja, wundervoll. Wir hatten schon in den 1980ern eine Einladung von ihm, nach Kanada zu kommen. Das war jedoch nicht möglich, allein schon weil Hubertus alles andere als staatskonform war. Nach dem Verschicken des Mitschnitts Anfang der 90er hat Fritz Graßhoff uns begeistert zurückgeschrieben, wie sehr ihm das gefallen hat. Eine weitere Einladung folgte, doch letztlich scheiterte ein Besuch an seinem schlechten Gesundheitszustand. 1997 ist er dann gestorben.

Ihr habt die Künstlerkneipe Tuvalu Anfang der 90er aufgebaut, die dann aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste. Denkt man da wehmütig oder grimmig an diesen Abschnitt?

Das Ende war schon etwas traurig, weshalb ich auch mit Wehmut zurückblicke. Schließlich hatten wir eine tolle Spielstätte, die urig und charmant war und alles Mögliche bot. Rock, Chansons, Jazz, Kabarett … Noch heute werde ich aufs Tuvalu angesprochen. Aber es überwiegt das Gefühl, eine tolle Zeit gehabt zu haben.

Wie läuft es mit Ihrer Soul-Band Sunny And The Heatwaves?

Wir sind zufrieden, aber in Zukunft wollen wir die Zahl der Auftritte noch steigern. Die Arbeit mit der Band macht jedenfalls großen Spaß, nicht zuletzt weil wir das Gefühl haben, dass die alten Soul-Nummern aus der Motown-Ära auch bei jüngerem Publikum sehr gut ankommen.

Susanne Grütz & Hubertus Schmidt: „Liebe kommt ins Café Knax“, Premiere Donnerstag (14. Januar), 20 Uhr, Revue-Theater am Palmengarten (Jahnallee 52), zudem am Samstag, 16. Januar, 20 Uhr; Karten für 22 Euro: 0341 2255172.

Von Mark Daniel

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