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Leipziger Erstaufführung von „Metropolis“ startet im Schauspiel

Theater-Premiere Leipziger Erstaufführung von „Metropolis“ startet im Schauspiel

Nach erfolgreichen Produktionen in der „Diskothek“ und auf der Hinterbühne zeigt Schauspiel-Hausregisseurin Claudia Bauer erstmals eine Arbeit auf der großen Bühne. „Metropolis“ bezieht sich auf Fritz Langs gleichnamigen Stummfilm-Klassiker und dessen literarische Vorlage von Thea von Harbou.

Regisseurin Claudia Bauer.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Inzwischen gilt „Metropolis“ als Meilenstein der Filmgeschichte. Ein monumentaler Stummfilm, der zwischen einer Wolkenkratzerkulisse kapitalistische Auswüchse mit einer ebenso unmenschlichen wie undurchlässigen Klassengesellschaft auf die Spitze treibt. Ein im Gegensatz von Kapital und Arbeit an Marx geschulter Science-Fiction, von Regisseur Fritz Lang mit enormem Aufwand auf die Kinoleinwand gemalt, auf Grundlage des Buches seiner Ehefrau Thea von Harbou. Ein Flop bei Kritikern und an der Kasse bei der Premiere 1927.

Luxus und Knechtschaft, Manipulationen der Mächtigen und empörte Massen, die Liebe, die versucht Grenzen zu überwinden, Androiden, die als Werkzeug der Intrigen dienen. Ein knappes Jahrhundert später setzen sich Claudia Bauer und sechs Schauspieler mit dem Stoff auseinander. Die Hausregisseurin des Leipziger Schauspiels zeigt ihre mit Jan Friedrich erarbeitete Bühnenversion ab Freitag im großen Saal des Schauspiels.

Inhaltlich sind die Großthemen durchaus aktuell geblieben. Die arbeitsteilige Welt wird abstrakter. In den westlichen Industrieländern wächst die Kluft zwischen einer kleiner Gruppe der Vermögenden und den Verlierern von der mit Abstiegsängsten beladenen Mittelschicht bis zu den Habenichtsen. Ebenso schwindet das Vertrauen in Eliten.

Ästhetisch hat Bauer vor der Saison verkündet, ihrem „tänzerischen Maskentheater“ treu zu bleiben, mit dem sie, angefangen mit „Und dann“, in Leipzig deutliche Akzente setzt. In erfreulicher Vielfalt: Vergangene Spielzeit stellte sie in Jean Genet’s „Splendid’s“ geschickt Video – für sie auch eine Form der Maske – und Filmzitate in den Mittelpunkt. Video und Masken, beides sind Hebel, die sie auch an „Metropolis“ ansetzt in der Leipziger Erstaufführung eines Stoffes, der sich gegen die bildmächtige Vorlage behaupten muss.

„Metropolis“, Premiere: 5. Februar, 20 Uhr im Schauspiel, Große Bühne (Bosestr. 1),
Kartentel: 0341 1268168

Von Dimo Riess

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