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Leipziger Ex-Intendant wird Interimschef am Staatsschauspiel Dresden

Wolfgang Engel Leipziger Ex-Intendant wird Interimschef am Staatsschauspiel Dresden

Der Ex-Intendant des Leipziger Schauspiels Wolfgang Engel wird einer der beiden Interimschefs des Staatsschauspiels Dresden. Das gab das Theaterhaus am Mittwoch bekannt.

Der Leipziger Ex-Schauspiel-Intendant Wolfgang Engel wird einer der beiden Interimschefs des Staatsschauspiels Dresden.

Quelle: Leipzig report

Dresden. Das Staatsschauspiel Dresden bleibt in der Zeit ohne regulären Intendanten nicht führungslos. Der Künstlerische Betriebsdirektor Jürgen Reitzler und der Regisseur Wolfgang Engel leiten das Haus vom Sommer 2016 an für ein Jahr, wie das sächsische Kunstministerium am Mittwoch mitteilte. Das Interim ist erforderlich, weil der aktuelle Intendant Wilfried Schulz Dresden 2016 in Richtung Düsseldorf verlässt und der neue Chef Joachim Klement erst 2017 vom Staatstheater Braunschweig kommt. 

„Mit Jürgen Reitzler und Wolfgang Engel konnten wir zwei erfahrene Persönlichkeiten gewinnen, die das Staatsschauspiel und die Stadt Dresden sehr gut kennen“, erklärte Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). Beide garantierten einen „geschmeidigen“ Übergang und stünden für Kontinuität. Der Übergang wird auch genutzt, um im Sommer 2016 eine größere Baumaßnahme durchzuführen.

Wahrscheinlich dient von August bis Oktober 2016 das Palais Großer Garten als Ausweichbühne. Nach den Worten von Intendant Schulz geht es darum, das Theater in der Zeit des Übergangs lebendig zu halten. Er versicherte auch, dass es mit seinem Weggang an das Düsseldorfer Schauspielhaus in Dresden zu keinem großen Bruch kommen werde. Schulz möchte sieben bis acht Schauspieler und noch einmal so viele Mitarbeiter aus dem Leitungsteam mitnehmen. „Ich bin mit 50 Neuen gekommen und gehe mit 15.“ Organischer könne man einen Übergang nicht machen.

Reitzler und Engel wollen nach eigenem Bekunden in ihrem Jahr auch neue Akzente setzen. Man müsse in einer solchen Übergangszeit „großes Kino“ machen, sagte Engel. Andernfalls laufe man Gefahr, Publikum zu verlieren. Ähnlich drückte es Reitzler aus: „Es gilt, den Ball hoch zu halten und immer Druck im Kessel zu lassen.“ Reitzler will nach seiner Interimszeit dann allerdings Dresden verlassen und als Künstlerischer Betriebsdirektor ans Berliner Ensemble wechseln.

Wolfgang Engel ist in Dresden ein bekannter Mann. Der preisgekrönte Regisseur hatte von 1989 bis kurz nach der Wende an der Elbe gewirkt. Am Mittwoch sprach er davon, dass es für ihn die wichtigsten beruflichen Jahres seines Lebens waren. Die „tiefe Liebe“ zu Dresden sei durch die islamkritische Pegida-Bewegung aber realer geworden, räumte Engel ein. Er finde es sehr bedenklich, dass hier normale Bürger mit Neonazis zusammen auf die Straße gingen. Dies habe sein Verhältnis zu Dresden auf den Boden der Realität zurückgebracht. (dpa)

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