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Leipziger Fans empfangen Nachwuchsstar Joris mit schrillem Jubel

Ausverkauftes Konzert im Täubchenthal Leipziger Fans empfangen Nachwuchsstar Joris mit schrillem Jubel

Seit dem Erscheinen seines Debüts „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ im April 2015 gilt Joris Buchholz als das Vorzeigebild schlechthin, geht es um populäre Popmusik. Am Montagabend ließ sich der 25-Jährige im ausverkauften Täubchenthal von seinen Leipziger Fans feiern.

Multitalent ohne Ecken und Kanten: Joris Buchholz, 25, im Täubchenthal.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wenn wie am Montag im ausverkauften Täubchenthal junge Hüpfer und gestandene Frauen aufgeregt gackelnd nebeneinander stehen und versuchen, sich gegenseitig in ihren schrillen Jubelschreien zu übertrumpfen, kann das nur eines bedeuten: Der neuste Shootingstar ist in der Stadt. Und tatsächlich, es ist Joris, der an diesem Abend auf der Bühne steht und unter Beweis stellen möchte, dass er sich diesen Titel wahrhaftig verdient hat. Die größte Hürde dabei: er selbst.

Seit dem Erscheinen seines Debüts „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ im April 2015 gilt Joris Buchholz als das Vorzeigebild schlechthin, geht es um populäre Popmusik. Er singt, beherrscht diverse Instrumente und rühmt sich damit, dass seine Lieder sowie Texte von Herzen kommen. Obwohl letzteres heutzutage kein sonderlich innovativer Werbespruch mehr ist, geht die Rechnung auf, stehen immerhin selbst Männer bis in den Eingangsbereich des Täubchenthals hinein auf ihren Zehenspitzen, um einen Blick auf den Newcomer des Jahres zu erhaschen.

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Seit dem Erscheinen seines Debüts „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ im April 2015 gilt Joris Buchholz als das Vorzeigebild schlechthin, geht es um populäre Popmusik. Am Montagabend ließ sich der 25-Jährige im ausverkauften Täubchenthal von seinen Leipziger Fans feiern.

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Der und seine Band verausgaben sich derweil auf der Bühne. Joris flitzt zwischen seinen vielen Instrumenten umher, flachst geradezu charmebolzenhaft mit den ersten Reihen und schließt singend stets in den richtigen Momenten die Augen, was so manchen Kopf zum Träumen bringt. Fällt er mit seinen doch recht platten Texten von einem Kitsch-Napf in den nächsten, weiß der Ton seines Balladen-Pops da schon eher zu überzeugen. Joris versteht sich auf solide Melodien, deren Höhepunkte zwar so vorhersehbar wie die Sendezeit des Tatorts sind, aber dank seiner harmonisch agierenden Band gut funktionieren, weil versierte Spieler am Werk sind.

Doch lässt gerade das einen faden Beigeschmack aufkommen, der über das gesamte Konzert hinweg einfach nicht verschwinden will. Der Makel ist vor allem die fehlende Raffinesse, mit der Joris seine Musik und damit ebenso sein Konzert vorantreibt. Da steht einer, der was kann und es nicht in vollem Maße zeigt. Der sich im Wirrwarr von Mainstream, Erwartungen und dem anbiedernden Mittelmaß seiner Songs scheinbar verloren hat. Das Ergebnis: eine Show, deren vermeintliches Maximum eingeübte Gimmicks sind, die einzig auf die charismatische Art ihres Stars setzen und so austauschbar wie sein Shirt sind. Zu seichten Gitarrenklängen vom Glück des Lebens erzählen? Ein Kinderspiel; kommt sogar einstudierte Ehrlichkeit bei den Fans an. Und das natürlich in jeder Stadt, die Joris mit seinem Team bereist.

Ärgerlich, all das. Lassen schließlich manche Lieder spannende Ansätze und Joris selbst als Entertainer Leidenschaft erahnen, die jedoch derartig glattgebügelt werden, dass man vielmehr vor einem für die Massen gefertigten Produkt als Künstler steht. Das mag für den Moment reichen, wird allerdings weder seinem Talent noch der Schnelllebigkeit seines Dunstkreises gerecht. Shootingstar, das waren schon viele. Einer, der bleibt – daran muss Joris noch feilen.

Von Anne-Sophie Kretschmer

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