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Leipziger Festival mit Internationalen Gewinnern

Newcomershow Leipziger Festival mit Internationalen Gewinnern

Nach vier Abenden wurden im Leipziger Krystallpalast Varieté die Preise der Newcomershow vergeben, der Hauptpreis geht an die kolumbianische Truppe Banquinbar. Doch eigentlich alle Teilnehmer überzeugten mit Handwerk und Originalität.

MultiVisual aus Polen mit ihrer Lasermanipulation gewinnen bei der Newcomershow im Leipziger Krystallpalast Variete den Engagementpreis des Wintergarten Varieté Berlin.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  And the Winner ist … keine Überraschung: Als am Sonntag nach vier ausverkauften Festivalabenden die diesjährige Newcomershow im Krystallpalast Varieté ihr erfolgreiches Ende fand, ging der Große Preis der Jury an die kolumbianische Truppe Banquinbar. Und das völlig zu recht. Verbunden ist die Auszeichnung übrigens mit einem Engagement in der Leipziger Magazingasse.

Nicht, dass es da keine weitere ernst zu nehmende Konkurrenz gab – nur stachen Banquinbar aus dieser doch klar hervor. 13 Acts waren insgesamt zu sehen, ausgewählt aus 208 Bewerbungen aus 35 Ländern. Was erneut zeigt, dass für internationale Artisten, die am Anfang ihrer Karriere stehen, dieses Festival inzwischen eine feste Größe ist. Eine Veranstaltung, bei der allein die Teilnahme für die weitere Karriere impulsgebend sein kann.

Denis Klopov mit seiner singenden Säge

Denis Klopov mit seiner singenden Säge.

Quelle: André Kempner

Launig moderiert wurde die Show erneut von Karl Heinz Helmschrot. Dass der Mann auch den mal müden Kalauer nicht scheut, geht in Ordnung angesichts hübsch frotzelnder Einlagen: „Mal Hand hoch: Wer hat denn das Programmheft gelesen?“ will Helmschrot gleich zu Beginn vom Publikum wissen. Auf dessen Nicht-Reaktion er dann reagiert: „Na gut, da muss ich wohl tiefer anlegen, also: Wer kann denn hier überhaupt lesen?“ Wieder keine Meldung. Helmschrot stirnrunzelnd: „Aber ihre Arme haben sie dabei?“

Doch, haben sie. Denn Applaus gibt es dann reichlich in den zwei Show-Stunden. Und natürlich lässt sich an dessen Lautstärke schon ungefähr erahnen, wer später den anderen großen Preis des Festivals, den des Publikums nämlich, einheimsen wird.

Nach vier Abenden wurden im Leipziger Krystallpalast Varieté die Preise der Newcomershow vergeben, der Hauptpreis geht an die kolumbianische Truppe Banquinbar. Doch eigentlich alle Teilnehmer überzeugten mit Handwerk und Originalität. (Fotos: André Kempner)

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Lukas und Aaron sind die Glücklichen. Und auch sie völlig zu recht. Liefert das finnisch-schwedische Duo doch eine Schleuderbrett-Nummer, bei der man immer wieder kurz das Atmen vergisst. Bis zur Bühnendecke fliegen die Körper – mit derart vielen Saltos und Loops, dass man sich schon fragt, ob das nicht doch etwas übertrieben ist, wenn man statt schmerzhaft auf dem Bauch wieder sicher auf den Beinen landen will.

Eine überflüssige Sorge. Handwerk, Präsenz und Originalität müssen alle Künstler vorweisen, wollen sie zum Newcomer-Festival eingeladen werden. Nun ist es freilich unsinnig zu erwarten, dass da Jahr für Jahr die große Entdeckung künstlerischer Innovation gemacht werden kann. Ein grundlegend anspruchsvolles Qualitätslevel ist indes garantiert. Und ist auch dieses Mal der kleinste gemeinsame Nenner der Nummern.

Karl Heinz Helmschrot führt launig durchs Programm

Karl Heinz Helmschrot führt launig durchs Programm.

Quelle: André Kempner

Das gilt fürs „Pas de Deux in der Luft“ (Helmschrot), das die Amerikaner Oliver und Megan – er ein Meister Propper an Aussehen und Kraft, sie eine ausgebildete Balletttänzerin in Eleganz und Konzentration – am Trapez vollführen. Es gilt für Denis Klopov (Russland), der erst auf Gläsern die Beatles, dann mit Glöckchen Beethoven und schließlich mit einer Säge Celine Dion erklingen lässt.

Wobei letztere Kombination (Säge/Dion) sich irgendwie doch als erstaunlich naheliegend erweist und auf einen anderen Umstand verweist: Will man ein Haar in der Suppe dieser Show finden, ist es die weitgehend doch recht begrenzte Bandbreite der Musikauswahl, mit der die Künstler ihre Nummern unterlegen: pur illustrative Instant-Kompositionen, gelegentlich standardhaft aufgepeppt mit etwas Melodramatik. Eine Eintönigkeit, die immer wieder einiges verschenkt, auch mit Blick auf den Punkt „Originalität“.

Aber sei es drum: Des Taiwanesen Mike Chaos charmante und virtuose Taschenspieler-Zaubereien, die Ring-Jonglage des Kanadiers Jp Deltell wie auch die Tempo-Jonglage der Tschechin Sheron Berouseks (mit heute nur noch selten verwendeten Massivholz-Keulen) oder die Lasershow von MultiVisual (Polen) hätten auch dann noch Wirkung, wenn dazu Börsenkurse verlesen würden.

Lukas & Aaron bekamen den Publikumspreis

Lukas & Aaron bekamen den Publikumspreis.

Quelle: André Kempner

Was sich über das komplette Programm sagen lässt. Und da natürlich dann ganz besonders für die von der Fachjury um Urs Jäckle, künstlerischer Leiter des Krystallpalast Varietés, mit dem Hauptpreis dekorierten Banquinbar gilt. Benannt nach der Stilrichtung Banquine: Mehrere Artisten richten sich zu Menschentürmen auf, um dann einen Reigen aus Springen-Schleudern-Fangen zu vollführen. Die Show der Kolumbianer ist dynamisch, lässig und akkurat. Ein Spiel mit Kraft und Genauigkeit, vorgeführt von einer charismatischen und sympathischen Truppe, die ja jetzt bald – dem Jurypreis sei Dank – öfter im Krystallpalast zu erleben sein wird.

Von Steffen Georgi

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