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Leipziger Meuten werden im UT-Connewitz vorgestellt

Leipziger Meuten werden im UT-Connewitz vorgestellt

„Leipziger Meuten vs. Hitlerjugend“: Sascha Lange widmet sich in einem Vortrag mit Fotos und Dokumenten dem Jugendwiderstand in Leipzig zu Zeiten des Nationalsozialismus.

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Im UT Connewitz wird die Geschchte der Leipziger Meuten erzählt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Am 26. März kann ab 21 Uhr im UT Connewitz den spannenden Erzählungen gelauscht werden.

Bis zu 1.500 Mitglieder agierten Ende der 1930er Jahre als größte oppositionelle Jugendbewegung in Leipzig. Der Treffpunkt der Connewitzer Meute war das UT-Connewitz. Neben Ihnen gab es noch 14 andere aktenkundige Jugendgruppen, unter anderem die „Lille“ aus Reudnitz, die „Reeperbahn“ aus Lindenau und „Hundestart“ aus Kleinzschocher. Die Jugendlichen lehnten von 1936 an die Hitlerjugend (HJ) und den Bund Deutscher Mädel (BDM) ab. Ihr Verhalten war nonkonformistisch und NS-kritisch. Die Gruppen veranstalteten daher eigene Ausflüge und Musikabende.

Vorbild für ihre Kleidung, war die frühe Wanderbewegung. Karierte Hemden, kurze Lederhosen, weiße Socken und Wanderschuhe waren charakteristisch für die Jungs. Die Mädchen trugen ein Kleid oder einen Rock, ansonsten blieb ihr Stil gleich. Rote Halstücher und Abzeichen mit Totenköpfen oder den Initialen "BJ" für "Bündische Jugend" sollten sie zur HJ und dem BDM abgrenzen.

Nach zunehmenden Konflikten mit dem NS-Regime leisteten die Jugendlichen aktiven Widerstand. Sie griffen Treffpunkte oder einzelne Mitglieder der Hitlerjugend an. Verteilten Flugblätter mit Losungen wie „HJ verrecke" oder zerschlugen Fenster eines HJ-Heims und die Schaukästen der NSDAP auf der heutigen Karl-Liebknecht-Straße. Diese Vorfälle waren Anlass dafür, dass sich Mitglieder der Hitlerjugend abends teilweise nicht mehr in ihrer Uniform auf die Straßen trauten.

Im Jahr 1938 führte dies zu einer staatlichen Repression. Zahlreiche Ermittlungsverfahren gegen die Meutemitglieder aus Leipzig folgten. Aufgrund mangelnder Beweislage wurden viele davon jedoch wieder eingestellt. Zwei Prozesse wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" gab es Ende Oktober 1938 am Leipziger Volksgerichtshof. Die Angeklagten bekamen mehrjährige Zuchthausstrafen. Die NS-Justiz wollte daraufhin 1939 möglichst viele Mitglieder zu Gefängnisstrafen verurteilen. Das Jugendamt richtete ein KZ-ähnliches Jugendschulungslager ein, in dem die Mitglieder mehrere Monate erzogen werden sollten. Bis zum Sommer 1939 wurden so die meisten Gruppierungen zerschlagen.

Nadja Topfstedt

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