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Leipziger Opernball 2012 fällt aus – Intendant Schirmer: „Schieflage bei den Kosten“

Leipziger Opernball 2012 fällt aus – Intendant Schirmer: „Schieflage bei den Kosten“

Der rote Teppich bleibt in diesem Jahr eingerollt. Der für den 12. Oktober geplante Opernball in Leipzig fällt aus. Der Grund: Die Oper hat den Mietpreis für die Ballveranstalter mehr als verdoppelt.

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Balletttänzer eröffnen den 17. Leipziger Opernball unter dem Motto „Dobry Vechir Kiew“.

Quelle: dpa

Leipzig. Zusätzlich sollten die Auftritte von Musikern, Sängern und Tänzern bezahlt werden. „Wenn die Kosten höher sind als die Summe, die wir einspielen, macht das Ganze keinen Sinn mehr“, sagte Wolfgang Ramsner, Vorsitzender des Förderkreises Opernball, am Dienstag. Der Verein richtete das Fest mit seiner Tochter, der Opernball Leipzig GmbH, jahrelang aus.

In den vergangenen Monaten habe es immer wieder Gespräche mit der Opernleitung gegeben. „Dabei lief alles gesittet ab“, berichtete Ramsner. Nur annähern konnte sich beide Seiten nicht. Über genaue Beträge will der Vereinsvorsitzende nicht sprechen. Die Entscheidung zur Absage habe der Förderkreis einstimmig getroffen.

Deutlicher wird da Ulf Schirmer. Er ist im vergangenen Jahr Intendant der Oper geworden und hat nach seiner Amtsübernahme die Bücher des Hauses studiert. „Ich bin schon stutzig geworden, wie niedrig Leistungen beim Opernball abgerechnet wurden“, sagte er gegenüber LVZ-Online. Da sei eine Schieflage entstanden. Für die Miete habe der Förderkreis 19.000 Euro an die Oper gezahlt. „Dafür konnten wir aber auch vier Tage das Haus nicht nutzen“, berichtete Schirmer. Gerade im Herbst werde das zum Problem, wenn die spielstärkste Zeit sei.

Schirmer: Höhere Miete war „immer noch ein Entgegenkommen“

Schirmer hat in den Verhandlungen mit dem Förderkreis nun 50.000 Euro für die Miete aufgerufen. „Das war immer noch ein Entgegenkommen und deckt den Ausfall nicht“, meinte er. Alternativ habe er eine Art Flatrate vorgelegt. „Für etwas mehr als 100.000 Euro wären auch alle Dienstleistungen der Oper inklusive gewesen“, erklärte Schirmer. Allein durch Kulturleistungen, so der Intendant, habe die Oper den Ball jedes Jahr mit 200.000 Euro subventioniert.

Ramsner verweist dagegen auf die Erlöse des Förderkreises. Die Oper habe jedes Jahr rund 50.000 Euro vom Verein erhalten. In der Summe sei die Miete enthalten gewesen. Den Rest habe Ramsner mit seinen Mitstreitern durch Tombola und Spenden eingenommen.

Um den Opernball in diesem Jahr zu retten, wollte der Förderkreis die Kommune mit ins Boot holen. Seit vier Jahren steht die Gala unter dem Motto einer Leipziger Partnerstadt. Im vergangenen Jahr drehte sich alles um Kiew, in diesem Jahr sollte es Nanjing sein. „Das kommt doch auch Leipzig zugute“, meinte Ramsner. Er könne sich deshalb einen Zuschuss des Stadtmarketings oder des Wirtschaftsdezernats vorstellen. „Ich wollte darüber mit Oberbürgermeister Burkhard Jung sprechen, das ist mir nicht gelungen“, sagte der Chef des Förderkreises.

Die Stadt lässt die Kritik des Vereinschefs nicht gelten. „Herr Ramsner hat Anfang März schriftlich um ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister gebeten“, heißt es aus dem Rathaus. Jung habe auf dem Brief vermerkt, dass Intendant Ulf Schirmer diese Unterredung führe solle. „Ich habe Herrn Ramsner in der vergangenen Woche zuletzt gesehen, da war von einer Absage noch keine Rede“, berichtete der Intendant.

Danach, so die Stadtsprecherin, habe der Oberbürgermeister bis zum vergangenen Montag  nichts mehr vom Förderkreis gehört. An diesem Tag sei ein weiterer Brief im Neuen Rathaus mit der Absage des Opernballs eingegangen.

OBM Jung hofft auf Fortsetzung des Balls

Die Stadt verwies darauf, dass sie sich bereits an den Kosten und der Organisation für den Gesellschaftsabend am Augustusplatz beteilige. So lade die Verwaltungsspitze stets Ehrengäste aus den Partnerstädten ein und betreue sie dann auch vor Ort. Dazu gehöre eine anteilige Kostenübernahme.

Jung hofft auf eine Wiederbelebung der Veranstaltung „Es ist ein gesellschaftlich bedeutsames Ereignis für Leipzig. Ich gehe davon aus, dass die Oper den Opernball wieder zum Erfolg führen kann“, ließ der OBM mitteilen.

Ramsner ist da skeptisch. „Wir wollen den Opernball nicht untergehen lassen“, sagte er und hofft im kommenden Jahr auf eine Neuauflage. Gleichzeitig merkte der Vereinsvorsitzende an: „Wenn einmal ein Loch da ist, wird es schwer, wieder Sponsoren zu finden“.

Intendant Schirmer bekennt sich trotz aller Kostendiskussionen ebenfalls zum Tanzfest. „Ich sende da ein klares Signal: Wir brauchen den Opernball“, sagte er. Er müsse aber nicht mehr zwangsläufig vom Förderkreis organisiert werden. Laut Schirmer spreche die Opernleitung bereits „mit anderen Veranstaltern, die so etwas machen können“.

Matthias Roth

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