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Leipziger Passage-Kino bekommt fünften Saal mit 52 Plätzen

Mitte November alles fertig Leipziger Passage-Kino bekommt fünften Saal mit 52 Plätzen

Das Leipziger Passage-Kino in der Hainstraße baut bis Mitte November im ehemaligen Schauraum des längst ausgezogenen italienischen Küchenstudios einen fünften Kinosaal mit 52 Plätzen.

Passage-Chefin Petra Klemann mit Handwerkern im neuen Kinosaal

Quelle: Kempner

LEIPZIG. Den Plan gibt es schon länger, doch der erste Anlauf vor zwei Jahren ging ins Leere. Der Eigentümer der Jägerhof-Passage (Hainstraße), eine holländische Fondsgesellschaft, zog nicht mit. Dabei stand der Laden, einst Ausstellungsraum des ausgezogenen italienischen Küchenstudios, leer. Nun aber hat es geklappt. Seit September wird gebaut, Mitte November ist alles fertig. Das Passage-Kino hat dann seinen fünften Saal mit 52 Plätzen. „Kleine, feine Säle liegen im Trend“, sagt Petra Klemann, die langjährige Kino-Chefin.

Die Erweiterung der Passage, die 2014 mit 185 000 Besuchern ein starkes Kino-Jahr hatte, war dringend notwendig. „Mit einem fünften Saal sind wir flexibler in unserer Programmgestaltung“, sagt Petra Klemann, die ständig von Verleihern des Arthouse-Bereiches bedrängt wird, gerade ihre Filme zu spielen. Leipzig ist halt, schon im Vergleich mit Dresden, unterversorgt an Arthouse-Leinwänden.

Der Ladenraum im Durchgang zu den vier anderen Kinos bot sich mit seiner gleichmäßigen rechteckigen Form geradezu zum Umbau an. Jetzt werden Klimaanlage und neue Heizung, Schallschutz, Stühle-Unterbau, neue Stühle und digitale Technik eingebaut. Eine Investition von rund 250 000 Euro, finanziert aus erwirtschafteten Eigenmitteln und einem zinslosen Darlehen der Filmförderungsanstalt (FFA). Das Filmprogramm, das hier läuft, wird ins Gesamt-Programm der Passage eingepasst. „Er wird vollkommen gleichberechtigt bespielt, auch mit Ersttaufführungen“, blickt Petra Klemann voraus. Was auch heißt: in den Preisen. Die liegen, trotz Anhebung wegen des Mindestlohns, bei 8,50 Euro (ermäßigt sieben) und damit unter Deutschland-Durchschnitt.

Gesucht wird derzeit noch über eine Facebook-Abstimmung ein Name für den Saal: „Wir werden aber sicher unsere Tradition, die Säle nach alten Leipziger Kinos zu benennen, beibehalten.“ Bisher heißen die Passage-Säle Astoria, Wintergarten, Universum und Filmeck. Da trifft es sich, dass der neue Saal 100 Jahre nach Eröffnung des ersten Kinos am Standort der Passage seine Premiere erlebt. Am 26. November 1915, mitten im Ersten Weltkrieg, eröffnete Reinhold Meißner hier sein Kino U.T. Hainstraße mit 580 Plätzen.

Welcher Film zur Eröffnung im neuen Saal laufen wird, da überlegt Petra Klemann noch. Da es um die Zeit der Französischen Filmtage (18. bis 25. November) sein wird, könnte es durchaus eine französische Produktion sein. Immerhin war „Monsieur Claude und seine Töchter“ der Kassenhit des letzten Jahres – und brachte das Kino über die immer etwas mauen Sommermonate. Ein Zugfilm, der 29015 fehlt. Eröffnet wurden die Passage-Kinos in der Jägerhof-Passage übrigens im Oktober 1998 am Ort des DDR-Filmtheaters der Freundschaft – und das hatte immer nur einen Saal.

Von Norbert Wehrstedt

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