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Leipziger Schriftsteller Boris Koch über seine Romane und wie er zum Schreiben kam

Autorenporträt Leipziger Schriftsteller Boris Koch über seine Romane und wie er zum Schreiben kam

Der Fantasy-, Krimi- und Jugendbuchautor Boris Koch hat gerade den vierten Band seiner Drachenflüsterer-Saga herausgebracht. Es ist die erste Folge der erfolgreichen Romanserie, die er in Leipzig geschrieben hat.

Der Leipziger Autor Boris Koch hat den vierten Band seiner Drachenflüsterer-Saga herausgebracht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nah an den Figuren schreiben, sich immer wieder von ihnen überraschen lassen, die Motive und Handlungen aus ihnen selbst kommen lassen – so geht Boris Koch an seine Geschichten heran. Der Fantasy-, Krimi- und Jugendbuchautor hat gerade den vierten Band seiner Drachenflüsterer-Saga herausgebracht. „Ich habe eine neue Herangehensweise an die Geschichte gefunden. Ohne diese hätte ich keinen vierten Band geschrieben“, erzählt der Schriftsteller, der seit einigen Jahren in Leipzig lebt.

„Ich will aber keine Endlos-Reihe damit produzieren“, stellt Boris Koch klar. Dies bedeutet, dass er die Serie zu einem runden Abschluss bringen möchte, „und nicht noch einfach 30 Jahre lang daran weiterschreiben“, so der 44-Jährige. Gelöst seien die Probleme in der von ihm kreierten Fantasiewelt allerdings noch nicht vollständig, so dass er durchaus bereits über einer Idee für den fünften Band brüte – neben anderen Romaneinfällen, die ebenfalls seine Aufmerksamkeit fordern. Ganz so lange wie auf den vierten Band – sechs Jahre waren es – will er seine Leser aber nicht auf den fünften warten lassen.

Zum Schreiben kam er, weil „das Talent für Fußball und Musik nicht ausreichte“, sagt Koch lachend. Schon als Teenager griff er eher zum Stift als zum Ball oder zur Gitarre, wenn er etwas verarbeiten wollte. „Mit 18 traute ich mich, Freunden eine Kurzgeschichte von mir zu zeigen“, erzählt der Autor. Diese waren begeistert, mit 19 reichte er daher eine Horror-Kurzgeschichte bei einem Kleinverlag ein, die ein Jahr später veröffentlicht wurde. Trotzdem dauerte es noch einige Jahre, bis er den Beruf Autor für sich selbst festlegte. Erst zog er aus dem Dorf in Bayern, in dem er aufgewachsen war, nach München und begann ein Studium der deutschen Literatur mit wechselnden Nebenfächern. „Ich habe dadurch gemerkt, dass ich Texte nicht analysieren, sondern fabrizieren möchte“, sagt Boris Koch. Er zog nach Berlin, brach dort sein Studium ab und wechselte nach 15 Jahren in der Hauptstadt 2015 nach Leipzig – der Liebe wegen.

Mit einer Fantasy-Parodie zum großen Verlag

„Leipzig hat generell aber auch nur Gutes für mich bedeutet, schon in der Vergangenheit“, erzählt Koch. 2000 hatte er in der Messestadt beispielsweise seine erste bezahlte Lesung. Seit dem Jahr war er zudem alle zwei Jahre auf der Elstercon, einem mehrtägigen Treffen von Science-Fiction-Fans und Autoren im Leipziger Haus des Buches. Zusammen mit Christian von Aster trug er dort auf der Einführungsveranstaltung jedes Mal eine Parodie auf das Genre vor. „2006 war Christian von Aster krank, darum übernahm ich das allein“, sagt Koch. Sein Glück, denn in diesem Jahr war Sascha Mamczak, Programmleiter für Phantastik bei Heyne, ebenfalls anwesend.

„Der sagte mir, ich solle auf der Frankfurter Buchmesse mal bei Heyne am Stand vorbeischauen“, so der Fantasy-Autor. Das tat er dann auch – kurz nachdem er bei Beltz gewesen war und einen Verlagsvertrag für einen Krimi bekommen hatte. Am Heyne-Stand erfuhr er, dass der Verlag jemanden sucht, der eine Fantasy-Parodie schreibt. Kurz darauf bekam Koch auch von dort einen Vertrag vorgelegt. Zusammen war beides sein Sprungbrett in die Hauptberuflichkeit als Schriftsteller.

Anders als die meisten Kollegen, die sich auf ein Genre festlegen lassen, hat Koch von Anfang an in verschiedenen Sparten geschrieben. Das behält er bis heute bei. „Ich habe ein wenig Angst davor, in eine Routine zu rutschen“, gesteht er. Daher würde er immer wieder die Genres wechseln, um sich selbst den frischen Blick auf seine Geschichten zu bewahren und nicht in Klischees zu fallen. „Außerdem hilft es, viel querbeet zu lesen“, so Koch. Das reiche bei ihm von den Hellboy-Comics bis hin zu den Erzählungen von Umberto Eco.

Von Andrea Schulze

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