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Leipziger Schule: Grüne fordern öffentliche Unterstützung für Künstler-Nachlass

Tübke, Mattheuer, Heisig & Co. Leipziger Schule: Grüne fordern öffentliche Unterstützung für Künstler-Nachlass

Mit der „Leipziger Schule“ ist Leipzig die Heimat einer international beachteten Formensprache in der bildenden Kunst. Jetzt fordern die Grünen im Stadtrat Unterstützung für die Bewahrung des künstlerischen Erbes.

Ausstellung in der Leipziger Tübke Villa. Dort könnte eine dauerhafte Galerie der Leipziger Schule entstehen. (Archivbild)

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Tübke, Mattheuer, Heisig – drei klangvolle Namen der Leipziger Schule und durch Leben und Werk fest mit Leipzig verbunden. Die Grünen-Fraktion im Stadtrat will sich nun dafür stark machen, dass das „umfassende künstlerische Erbe“ der Leipziger und der Neuen Leipziger Schule mit kommunaler Unterstützung für die Öffentlichkeit erhalten bleibt.

Allein die „Tübke-Villa“ in Gohlis biete derzeit „einen würdigen, kommunal geförderten Ort für Archiv und Galerie“, heißt es in einer Anfrage an den Oberbürgermeister, die noch im August in den Stadtrat eingebracht werden soll. „Wir möchten das bereits bekannt gewordener Bemühen einzelner unterstützen, bildende Kunst mit einem Nachlassarchiv für die Region zu bewahren“, konkretisierte Annette Körner, kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, am Dienstag gegenüber LVZ.de.

Nicht nur finanzielle Unterstützung

Der richtige Zeitpunkt für diese Überlegungen sei da: Im Kulturausschuss werde derzeit der Kulturentwicklungsplan bis 2020 beraten. Da spiele die Nachlass-Regelung derzeit keine Rolle, so Körner. Es müsse auch nicht immer um Geld gehen. „Die Stadt kann die Bestrebungen von Privatleuten auch mit Räumen oder organisatorisch unterstützen“, so Körner.

Die Anfrage im Stadtrat bezieht sich nicht nur auf das bekannteste Dreigestirn, sondern schließt auch die Vorreiter wie Max Schwimmer oder Elisabeth Voigt ein. Das Verhältnis der Künstler zur damaligen politischen Führung der DDR sei ambivalent gewesen. Einerseits seien sie hofiert worden, andererseits angefeindet, „weil sie oftmals die Formensprache des von der Partei vorgegebenen Sozialistischen Realismus verlassen haben“, führt die Fraktion in ihrer Anfrage aus. Vertreter der zweiten Generation wie Arno Rink, Frank Ruddigkeit, Petra Flemming oder Günther Tiehle verdienten es ebenfalls, dass ihre Arbeiten an einem Ort der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden.

Nachlässe in Leipzig halten

„Der Zugang sollte nicht nur über Privatpersonen erfolgen“, so Körner. Auch die Sammlung der Sparkassenstiftung sei eine tolle Sache, so Körner, reiche aber letztlich nicht aus: Es gehe auch darum, aktiv um den Verbleib von Nachlässen in Leipzig zu werben. Ihre Fraktion halte Mitsprache-Möglichkeiten der Kommune außerdem für wichtig, um das Werk der Leipziger Schule in aller Widersprüchlichkeit und mit allen Facetten bewahren zu können.

Derzeit engagiert sich die Stadt gemeinsam mit dem  Museum der bildenden Künste in der Tübke-Stiftung-Leipzig, die ihre Ausstellungsräume in der Gohliser Tübke-Villa hat. Das Bildermuseum bewahrt außerdem in seiner Sammlung Malerei und Grafiken der Leipziger Schule.

Das Erbe Wolfgang Mattheuers wird in der Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer Stiftung bewahrt und hat Ausstellungsräume in den langjährigen Wohn- und Arbeitsräumen des Künstlerpaares in der Hauptmannstraße. Eine stattliche Anzahl von Gemälden Bernhard Heisigs sind aus einer privaten Sammlung als Dauerleihgabe an das Potsdam Museum und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus gegangen. Für die Galerie ehemaliger Kanzler im Bundeskanzleramt ließ sich 1986 außerdem Helmut Schmidt von Heisig porträtieren.

Evelyn ter Vehn

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Springerstraße 5 Leipzig
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