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Leipziger Skala wird Mitte März geschlossen – Linke: Spielstätte muss fortgeführt werden

Leipziger Skala wird Mitte März geschlossen – Linke: Spielstätte muss fortgeführt werden

Aufregung um die Leipziger Skala: Nachdem feststeht, dass die Nebenspielstätte des Schauspiel Leipzig in der Gottschedstraße vorübergehend geschlossen werden soll, fordern die Linken den Oberbürgermeister auf, sich für die Fortführung der Skala oder einer alternativen zweiten Spielstätte einzusetzen.

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Die Leipziger Skala - Nebenspielstätte des Schauspiel Leipzig - soll 2012 vorübergehend geschlossen werden. Zukunft: ungewiss.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig.   

„Die letzten Tage in L.“ heißt eine Skala-Produktion der vergangenen Spielzeit. Sie sollte sich als prophetisch erweisen, denn nach der Ankündigung seines Rückzugs sind nicht nur die Tage des Intendanten Sebastian Hartmann in Leipzig gezählt, sondern auch die der Spielstätte.

Der Produktions- und Spielbetrieb ruht von Mitte März 2012 - nach Abschluss der Buchmesse - vorerst bis Ende Juli. Wie und ob es dann weiter geht, ist offen. Die Räume in der Gottschedstraße sind marode, die Instandhaltung würde viel Geld kosten. Auch der von Hartmann und Chefdramaturg Uwe Bautz angestrebte Umzug in die ehemaligen Schauhaus-Disco-Räume liegt auf Eis. Aus dem Haus hieß es dazu am Donnerstag: „Auf einer Sitzung des Betriebsausschuss Kulturstätten unmittelbar vor der Sommerpause konnte die Theaterleitung den Eindruck gewinnen, dass der Ausbau der ehemaligen Discothekenräume zu einer modernen Zweitspielstätte für das Theater fraktionsübergreifend die Zustimmung der dort versammelten Mitglieder hat. Nach der unlängst erfolgten Erklärung des Intendanten, seinen Vertrag nicht über die vereinbarte Laufzeit verlängern zu wollen, haben wir diesbezüglich keine Signale oder konkreten Handlungsanweisungen aus der Stadt erhalten - die Sache ruht.“

Ursprünglich sollte es für die Zeit der temporären Schließung eine Interimsspielstätte geben, zur Debatte standen etwa das Weiße Haus an der Ecke Bose-/Gottschedstraße, die Oper oder die Hinterbühne des Centraltheaters. Da diese Diskussion allerdings ebenfalls noch zu keinem Ergebnis geführt hat, ist davon auszugehen, dass die meisten Skala-Inszenierungen im März auslaufen. „Wir werden die Möglichkeit prüfen, im Einzelfall Adaptionen der Stücke im Centraltheater zu zeigen“, hieß es am Donnerstag.

Das Gutachten der Kulturberatungsfirma Actori, die von der Stadt beauftragt wurde, Einsparpotenzial in Leipzigs Kulturlandschaft aufzuzeigen, beziffert die Kostenersparnis einer dauerhaften Schließung der Spielstätte mit rund einer Million Euro pro Spielzeit, also mit gut 83.000 Euro pro Schließmonat. Diese Summe beinhaltet auch den dauerhaften Wegfall von Arbeitsplätzen. Schauspielsprecher Jan Torke sagte dazu, in der laufenden Spielzeit gebe es im Zuge der Skala-Schließung noch keinen Stellenabbau. „Bei einer dauerhaften Schließung der Zweitspielstätte würde diese Frage jedoch unbestreitbar mehr Brisanz erhalten.“

Zu berücksichtigen sei zudem, dass ein Teil der genannten Einsparung durch die temporäre Schließung der Skala in der Spielzeit 2011/2012 bereits vom Eigenbetrieb realisiert wurde. Dieser Betrag müsse jedoch darauf verwendet werden, die Kulturraummittelkürzungen und Mehraufwendungen durch Tarifsteigerungen zu kompensieren.

Auf die Frage, wie es nach der Sommerpause 2012 weitergeht, antwortete Torke am Donnerstag: „Für die nächste Spielzeit steht noch kein Haushalt fest. Damit existiert keine Grundlage für die Planungen bezüglich der Skala oder einer Zweitspielstätte an einem anderen Ort.“

Skadi Jennicke, Kulturpolitische Sprecherin der Leipziger Linken äußerte sich kritisch zur geplanten Schließung. Eine Schließung ohne Zukunftsplan sei nicht sinnvoll. Zudem sei es der falsche Weg, durch eine Schließung die Kürzung der Kulturraummittel zu kompensieren, so Jennicke. „Auf ein strukturelles Defizit mit einer temporären Maßnahme zu reagieren, ist Augenwischerei.“ Jennicke forderte den Oberbürgermeister auf, zeitnah ein Konzept zur Fortführung der Skala oder den Ausbau der Diskothek vorzulegen.

Stefanie Büssing/Nina May

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