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Leipziger Straßenzeitung Kippe erscheint am Montag mit exklusiver CD

Neo Rauch und Co. Leipziger Straßenzeitung Kippe erscheint am Montag mit exklusiver CD

20 Jahre nach der Erstausgabe der Leipziger Straßenzeitung Kippe haben sich zahlreiche namhafte Künstler zusammen getan und eine CD aufgenommen. Am Montag sind Magazin und Tonträger für nur drei Euro bei den Straßenverkäufern zu haben.

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel (rechts) präsentiert die Sonderausgabe der Kippe. "Wir Beteiligten haben alle eine kleine Freudenträne im Auge."

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die Leipziger Straßenzeitung Kippe erscheint am Montag erstmals auch als Hörerlebnis. Angesichts des 20. Geburtstages des Magazins haben 18 Musiker und Bands - darunter namhafte Künstler wie Udo Lindenberg, Sebastian Krumbiegel und Brockdorff Klang Labor - eine CD aufgenommen, die zusammen mit der Jubiläumsausgabe auf den Straßen der Messestadt verkauft wird. "Wir Beteiligten haben alle eine kleine Freudenträne im Auge", sagte Prinzen-Sänger Krumbiegel am Freitag mit Blick auf die Sonderausgabe. Denn nicht nur der Tonträger sei ein echtes Highlight. "Am meisten freuen wir uns ja eigentlich über das Cover", so der 50-Jährige. Meistermaler Neo Rauch spendierte für die Verpackung von "20 Jahre draussen" ein überaus passendes Bild von sich.

Gut 6000 Exemplare der neuen Kippe-Ausgabe samt CD stehen den meist aus sozialen Schieflagen kommenden Verkäufern ab Montag zur Verfügung. Für drei Euro wird das Gesamtpaket zu haben sein, 1,50 Euro des Erlöses gehen direkt an den Straßenhändler. "Man sollte sich ranhalten, wenn man eine haben will", ist sich Krumbiegel sicher. Schon jetzt sei das Interesse groß, berichtet Holger Herzog vom Suchtzentrum Leipzig (SZL), Träger des Kippe-Projekts. Aufgrund zahlreicher Anfragen aus anderen Städten werde die aktuelle Ausgabe deshalb auch erstmals nicht nur von Leipziger Straßenverkäufern, sondern zudem über die Homepage der Kippe vertrieben. Nicht zuletzt soll dort gegen einen Aufpreis auch Digipacks des Tonträgers zu haben sein. Nach Angaben von Herzog werden alle Bestellungen hier ebenfalls dem Projekt und den Verkäufern zu Gute kommen.

Die Künstler selbst stellten ihre Songs kostenlos zur Verfügung, erzählt Initiator Krumbiegel. "Alle, die wir gefragt haben, waren sofort mit Feuer und Flamme dabei", so der 50-Jährige. Der Draht zur Straßenzeitung entstand einst beim traditionellen Neujahrssingen der Gastronomen. "Als mein Freund Thomas Fabian (Sozialbürgermeister, Anm. der Redaktion) dann eine Straßenzeitung samt CD aus Glasgow mitbrachte, kam mir die Idee, dass wir sowas auch in Leipzig machen könnten", sagte der Prinzen-Sänger. Krumbiegel holte sich schließlich noch Hilfe bei Sergej Klang (Brockdorff Klang Labor) und Tim Thoelke (Moderator), ein Dutzend Leipziger Künstler sowie Udo Lindenberg wurden von den Dreien angefragt. Nicht zuletzt konnte CD-Produktion und Finanzierung mit Hilfe des Musikverlags Zweitausendundeins von Michael Kölmel geklärt werden. "Ich treffe Michael Kölmel ja häufig bei Spielen von RB Leipzig und als ich ihn ansprach, war er auch begeistert", sagte der Prinzen-Sänger.

Diverse Lieder auf der CD seien sogar exklusive, bisher nicht veröffentlichte Stücke. So covert Donis (Ex-Think About Mutation) beispielsweise den großartigen Fehlfarben-Song "Paul ist tot", Tim Thoelke widmet sich Nina Hagens "Der Spinner" und Sebastian Krumbiegel selbst hat Udo Lindenbergs "Das Leben" neu aufgenommen. Im Gegenzug widmet die Hamburger Panik-Ikone den Leipzigern ein spezielles Intro. Darüber hinaus sind Stücke von LOT, Brockdorff Klang Labor, Timm Völker, Susann Großmann, Bruno Kolterer, The Fuck Hornisschen Orchestra, 2ersitz, Der Elegante Rest, SAFi, Anne heisig, byebye, The Russian Doctors, Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer und Neo Kaliske auf der Kippe-CD zu hören.

Die Leipziger Straßenzeitung Kippe erschien erstmals im Juni 1995 in der Messestadt. Sie ist ein Monatsmagazin, das von einer professionellen Redaktion mit dem Ziel erstellt wird, Menschen in Not oder sozialen Schieflagen zu helfen. Die Verkäufer erhaltenen einen vergleischweise großen Erlösanteil. "Manche machen das nur kurzfristig, um wieder ins Leben einsteigen zu können. Andere bleiben aber auch lange dabei, weil es ihnen einfach Spaß macht", sagt SZL-Chef Holger Herzog. Sebastian Krumbiegel ergänzte: "Eine Kippe zu kaufen, hat nichts mit Mitleid zu tun. Denn wir sitzen schließlich alle im selben Boot, wir stehen alle ein bisschen auf der Kippe, denn es kann uns alle einmal treffen."

Die "20 Jahre Kippe"- Sonderausgabe mit CD ist ab Montag bei Straßenverkäufern in Leipzig für drei Euro zu haben. Sie beinhaltet neben sozialen Themen auch Interviews, Rezensionen, Kurzgeschichten und Reportagen aus dem Leipziger Kunst-, Kultur- und Stadtleben.

Matthias Puppe

www.kippe-leipzig.de

Kippe-Redaktion: Plautstraße 18 51.332287 12.307817
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