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Leipziger will mit Kurzfilm-Beitrag bei Wettbewerb überzeugen

99 Stunden für 99 Sekunden Leipziger will mit Kurzfilm-Beitrag bei Wettbewerb überzeugen

99 Stunden: So viel Zeit haben die Teilnehmer beim 99Fire-Films-Award 2016, um einen kompletten Kurzfilm von 99 Sekunden Länge zu realisieren. Mit dabei ist auch der Leipziger Dirko Goebel. LVZ.de hat ihm beim Dreh über die Schulter geschaut.

Der Leipziger Filmemacher Dirko Goebel nimm am Kurzfilm-Wettbewerb „99Fire-Films“ teil.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Dirko Goebel steht in einem Lindenauer Lokal und wirft einen prüfenden Blick durch die Kamera. Hier wird gleich eine Szene für Goebels Beitrag zum Filmwettbewerb „99Fire-Films“ gedreht. Unter dem Motto „Hauptsache, ihr habt Spaß“ stellen sich deutschlandweit Kreative einer anspruchsvollen Aufgabe: in 99 Stunden einen 99 Sekunden langen Kurzfilm zu produzieren.

Beim weltweit größten Kurzfilmwettbewerb 99Fire-Films ist auch der Leipziger Dirko Goebel dabei. Zusammen mit seinem Team drehte der Filmemacher Szenen in Lindenau.

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„Kreativer Dilettantismus“

„Mich reizt vor allem die Herausforderung, eine ganze Geschichte in nur knapp zwei Minuten zu erzählen“, erklärt Goebel seine Motivation. Ein möglicher Gewinn des mit 9.999 Euro dotierten Hauptpreises spielt für ihn dabei nur eine untergeordnete Rolle: „Es geht bei dem Projekt, wie auch das diesjährige Mitto schon sagt, vor allem um den Spaß und die Leidenschaft an der Sache.“

Die bunt zusammengewürfelte Truppe spiegelt diesen Ansatz wider – keiner von ihnen ist wirklich vom Fach. „Hier herrscht kreativer Dilettantismus“, bringt Darsteller Thomas Maria Grafft die Zusammensetzung augenzwinkernd auf den Punkt.

Dirko Goebel

Dirko Goebel.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Kreativkopf Dirko etwa ist eigentlich gelernter Maler und hat sein Hobby erst vor knapp zehn Jahren mit seiner Produktionsfirma Dawg Productions auf professionelle Füße gestellt. Trotzdem kommen seine Filme beim Publikum an: Mit dem Beitrag „Keine Zeit“ landete er bei einem früheren Wettbewerb mit rund 2500 Stimmen beim Publikumsvoting auf dem 25. Platz – der spätere Jury-Sieger konnte dagegen nur knapp 200 Stimmen auf sich vereinigen.

Denkanstoß statt Geld und Berühmtheit

Seine Mitarbeiter – allesamt Freiwillige und Freunde – loben vor allem die positive Arbeitsatmosphäre. „Dirko ist zwar das kreative Zentrum, aber alle können Ideen einwerfen. Keiner fühlt sich hier nach oben oder unten geschoben“, erläutert Bianca, die mit Filmhund Milo am Set ist. Alle Teammitglieder sind mit Eifer bei der Sache – gerne auch mal ein wenig länger: „Wir haben am Donnerstag bis in die Nacht am Skript gefeilt – aber dann war auch alles fertig“, berichtet Goebel.

99Fire-Films

Der 99Fire-Films-Award wird 2016 bereits zum achten Mal vergeben. Mit jährlich rund 7000 Teilnehmern und über 2000 eingereichten Filmen ist er der größte Kurzfilmwettbewerb der Welt. Besondere Teilnahmebedingungen gibt es nicht – lediglich die Volljährigkeit muss erreicht sein. Zur Jury unter Vorsitz von Constantin-Film-Geschäftsführer Torsten Koch gehören in diesem Jahr auch die Schauspieler Kai Wiesinger und Bettina Zimmermann. Der mit 9999 Euro dotierte Hauptpreis, die Auszeichnungen in den Kategorien „Beste Kamera“, „Beste Idee“, „International“ – jeweils dotiert mit 999 Euro – sowie der Publikumspreis werden am 18. Februar im Rahmen einer Gala in Berlin an die Gewinner überreicht.

Auch der 26-jährige Foad und sein Cousin Poorya sind Teil der Filmcrew. Die beiden jungen Asylbewerber sind beim Dreh unter anderem für den Ton zuständig und haben sichtlich Spaß an der Aufgabe. „Wir wollen hier kein Geld oder Berühmtheit erlangen, sondern vielmehr mit der Arbeit die Leute zum Denken anregen“, erläutert Foad seine Motivation.

Tragikomischer Kommentar

Beim Zuschauer Reflexion auslösen, das ist auch das Ziel hinter Dirko Goebels Beitrag. Zwar möchte der Filmemacher noch nicht zu viel über den Plot seines Kurzfilms verraten, ein paar Informationen lässt er sich aber doch entlocken: „Es geht um alltägliche Absurditäten. Vordergründig wird der Zuschauer zum Lachen gebracht – das kann aber bei genauerer Betrachtung auch schnell im Hals stecken bleiben“, umschreibt er das Konzept.

Das wird auch bei der Szene in der Kneipe deutlich, bei der sich ein Protagonist an der Bar versehentlich sein Getränk über die Hose schüttet, während die anderen Gäste hämisch lachen. Was im ersten Moment als Slapstick-Einlage daherkommt, wird im Nachgang zu einem tragikomischen Kommentar über Schadenfreude.

„Solche Gedanken und Gefühle zu transportieren – das geht nur im Film“, unterstreicht Dirko Goebel. Ob Jury und Publikum das auch so sehen, wird ab dem 11. Februar entschieden. Dann können die Beiträge im Internet bewertet werden.

Von bfi

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