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Leipzigs Jugendsinfonieorchester feiert mit zwei Konzerten 30. Geburtstag

Aktive in der Kongresshalle, Ehemalige im Gewandhaus Leipzigs Jugendsinfonieorchester feiert mit zwei Konzerten 30. Geburtstag

Seit 30. Jahren führt das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig Nachwuchsmusiker in die weite Welt der großen Sinfonik ein. Viele Ehemalige sind heute Profimusiker doch auch für die Anderen bleibt ihre Zeit im JSO einLeben lang prägend.

Das Leipziger Jugendsindonieorchester

Quelle: MSL

Leipzig. Seit 30 Jahren gibt es das JSO; es führt junge Musiker ein in die Strukturen eines Orchesters, stellt Konzertreisen auf die Beine, schafft Erinnerungen. Die Idee dazu hatte im Herbst 1985 Wolfgang Reckling, damals Direktor der Bezirksmusikschule. Dem Hornisten Iwan Iwanow übertrug er die künstlerische Leitung und der wählte zunächst die besten Musikschüler für sein Orchester aus. „Fast jeder Musikschullehrer wollte seine Schüler im Orchester haben. Vielen musste ich erklären, dass das nicht geht. Es waren einfach zu viele“, erinnert er sich. Hinzu kam die Platzfrage. Mehrmals musste das Orchester umziehen. Für einige Zeit quartierten sich die Musiker in einer Aula am Waldplatz ein. „Die Schule hat uns gebeten, die Schuhe auszuziehen. Das war nicht zu ertragen. 80 Schüler ohne Schuhe!“ An der Petersstraße habe das Orchester endlich sein Zuhause gefunden.

Iwanow verhalf dem Orchester zu erstem Ruhm. Schon im Jahr nach seiner Gründung trat es im Gewandhaus auf und spielt seitdem dort regelmäßig. 2000 ging Iwanow in Rente; den Staffelstab übernahm Ron-Dirk Entleutner, der gerade frisch von der Hochschule kam und hohe Anforderungen hatte. „Ich dachte damals, alle Welt sei die Berliner Philharmonie“, gibt er heute zu. „Heute bin ich Dirigent, Notenwart und Ersatzpapa in einem. Wirklich jedes Problemchen im Orchester wird an dich herangetragen. Als ich angefangen habe, war ich 24. Da hat mich das überfordert.“ Aber die erste Konzertreise nach Italien schweißte Orchester und Leiter zusammen. Seither führt Entleutner das JSO ständig zu neuen Erfolgen, sei es der erste Platz beim Deutschen Orchesterwettbewerb, den das Orchester seit drei Austragungen verteidigt, oder seien es ausgedehnte Konzertreisen, Äthiopien, Kanada oder in die USA.

Solche Reisen liebt auch Sebastian Andrae. Als Posaunist unterstützte er das Orchester einige Jahre lang. Diese Zeit hat Weichen in seinem Leben gestellt: „Meine Leidenschaft für klassische Musik habe ich dort erst entdeckt. Mein ganzer Freundeskreis war JSO“. Andrae lernte dort auch eine Bratschistin kennen. Sie wurde seine Frau – und er Berufsmusiker beim Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera.

Natürlich hegen nicht alle Mitglieder den Wunsch, mit Musik ihr Geld zu verdienen. Vor allem ist es ein Hobby. „Viele von ihnen werden nach dem JSO nie wieder eine Sinfonie spielen“, gibt Entleutner zu bedenken. Umso wichtiger sei es, mit ihnen originale Sinfonien zu spielen und nicht nur Bearbeitungen für Laien. Wahre Freude muss man schließlich ernst nehmen. Res severa ... na, Sie wissen schon ...

Das Jugendsinfonieorchester feiert seinen Geburtstag am 6. November 2015, 20 Uhr, mit dem Festkonzert „30 Jahre Jugendsinfonieorchester Leipzig“ Uhr im Großen Saal der Kongresshalle und am 8. November 2015 , 19 Uhr, mit einem Konzert der Ehemaligen im Großen Saal des Gewandhauses

Von Felicitas Förster

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