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Lena in Leipzig: Glamour in der Sesamstraße

Konzert im Werk 2 Lena in Leipzig: Glamour in der Sesamstraße

Lena kann fraglos singen, ansonsten macht sie halt: rappt, hüpft, lobt, pflegt ihren lustigen englischen Akzent – und das alles äußerst charmant. Im ausverkauften Leipziger Konzert im Werk 2 haben 1400 Anhänger die 24-jährige Hannoveranerin dafür am Freitag ausgiebig gefeiert.

Lena im ausverkauften Werk 2

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach ihrem Auftritt am Freitag im Werk 2 muss Lena Meyer-Landrut entweder eine sehr lange Nacht gehabt haben. Oder eine sehr kurze. Um 5.13 Uhr jedenfalls lädt die Sängerin Samstagfrüh ein Foto auf ihre Facebook-Seite, das die ersten Fan-Reihen im ausverkauften Leipziger Konzert zeigt. „Yesterday was so awe­some!“, lobt die Hannoveranerin ihre Anhänger und sich selbst.

Ein paar Stunden zuvor war sogar noch etwas mehr Pathos im Spiel. „Ihr macht mir so ein großes Geschenk“, hat sie den 1400 Menschen irgendwann im letzten Konzertdrittel zugerufen. Es sei „das Publikum mit den meisten Leuten bisher“ auf der Tour. „Heult die jetzt?“, brüllt daraufhin von fast ganz hinten ein Typ nach vorne. Schwer zu sagen. So oder so hat sie sich rasch wieder im Griff und schwoft mit der Australierin Kat Vinter zum opulenten „Catapult“ vom aktuellen Album.

Als nach zwei Strophen und drei Refrains eine Rap-Passage dran ist, passiert ihr wieder so ein typisches liebenswertes Lena-Ding. Vinter, die den eigenen sphärischen Elektropop im Vorprogramm vorgestellt hat, erweist sich jetzt noch als eloquente Rapperin – und Lena sprechsingt halt auch irgendwie. „Ja, die Kat kann das besser“, beeilt sich die Hauptfigur zu sagen, als der letzte Akkord nachklingt. „Aber auch mir gelingt’s jeden Tag mehr.“ Am Dienstag beendet sie ihre Tour in Köln, „und da kann ich’s bestimmt!“

Singen, das kann sie wirklich

Die Frage, wie sehr sie etwas beherrscht, war für Lena ja schon 2010 zweitrangig. Als Tanzen lässt sich bis heute nicht bezeichnen, wenn sie ausgelassen herumpoltert. Und wo dieser merkwürdige englische Akzent herrührt, in dem sie singt, hat noch immer niemand herausgefunden. Aber genau damit ist der Charme beschrieben, mit dem die damalige Abiturientin vor fünf Jahren zuerst in Stefan Raabs Castingshow die Herzen deutscher Fernsehzuschauer eroberte – und bald darauf in Oslo den Eurovision-Song-Contest gewann. Lena macht einfach. Eines kommt freilich dazu: Singen, das kann sie wirklich.

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So viele Fans hatte sie bisher noch nicht auf ihrer aktuellen Tournee: Am Freitagabend spielte Lena Meyer-Landrut vor 1400 Fans im Werk 2.

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Lena macht einfach, das hat sich zum Glück nicht geändert, und sie ist ja immer noch erst 24. Zum Beispiel beginnt sie ein Konzert mit „Seven Nation Army“ der White Stripes, bekannt aus den Fußball-Fankurven der Welt und daher eigentlich ziemlich durchgenudelt. Aber sie hüpft dazu mit so ansteckender guter Laune auf die Bühne, dass man ihr das ebenso begeistert verzeiht wie ihr anschließendes Gezappel zum R’n’B-Verschnitt „Beat To My Melody“. Bauchfrei, erschreckend dürr und sehr frei nach Trendsettern wie Beyoncé und Rihanna.

Das Konzert erweist sich als 100-minütiges Festival der „Oh, oh, oh, ohs“ und „Ah, ah, ahs“, selbstredend im Chor mit den Fans intoniert. Ihnen ist die Freude ins Gesicht geschrieben, so wie Lena der Spaß daran, plötzlich die fremden Hitparadenkracher „Ain’t Nobody“ und „How Deep Is Your Love“ zu trällern. Die Musik, die das Ensemble, wie Lena versichert, erst im Soundcheck zum Leipziger Konzert einstudiert hat, tönt zwar reichlich unausgegoren. Aber auch das ist gleich wieder egal, als sich Lena mit „Sänks“ bedankt und gesteht, dass sie „ja selber ein kleines Chartsopfer“ sei. Blöd bleibt nur, dass die Band beim Versuch einer Neuinterpretation allen Groove aus Lenas eigenen älteren Hits bügelt – aus dem ESC-Titel „Taken By A Stranger“ von 2011 und vor allem dem 2010 siegreichen „Satellite“.

„Oh, ganz süß, ihr habt was gebastelt“

Dass sie singen kann, demonstriert Lena vor allem in den ruhigeren Nummern, etwa im Sam-Smith-Cover „Stay With Me“ oder in „Sleep Now“. In Disco-Hits wie „Traffic Lights“ und dem Gute-Laune-Lied „Wild & Free“ als Zugabe entfaltet sie zudem durchaus eine gewisse Sexyness. Es passt eben doch ganz gut, dass sie im Fernsehen meist entweder in Werbeclips für glamouröse Luxus-Kosmetik oder in der Sesamstraße auftaucht.

Im Werk 2 hat sie ihren „Boy“ gerade noch im Lied „ASAP“ angeschmachtet, dass er sich so bald wie möglich bei ihr zu melden habe; da scheint sie sogleich wieder mit Kleinkindern zu sprechen. „Oh, ganz süß, ihr habt was gebastelt“, lobt sie vier Fans, die ein ausgeschnittenes „A“, ein „S“, noch ein „A“ und ein „P“ in die Höhe strecken. Einen Torsten fordert Lena jetzt auf, dass er ihr das Telefon holt, das in der Garderobe, „zwei Schritte rein rechts neben der Heizung“ liegt. Ein Handy, um ein Foto zu schießen. Sie wird es um 5.13 Uhr auf Facebook hochladen.

Von Mathias Wöbking

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