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Lichtfest-Lesung in Leipzig: US-Autorin J. Elke Ertle über ihre Kindheit im geteilten Berlin

Lichtfest-Lesung in Leipzig: US-Autorin J. Elke Ertle über ihre Kindheit im geteilten Berlin

Sie stand auf der Westseite, als die Mauer in Berlin hochgezogen wurde. Trotzdem fühlte sie sich aus vielen Gründen eingegrenzt. Jutta Elke Ertle ist im Nachkriegs-Berlin aufgewachsen und wanderte später nach Amerika aus.

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Von Berlin nach San Diego: J. Elke Ertle stellt ihre Geschichte in Leipzig vor.

Quelle: PR

Leipzig. Im Rahmen der Lichtfest-Veranstaltungen kommt sie am Dienstag nach Leipzig und stellt ihr Buch „Walled-In“ (Eingemauert) vor: Eine persönliche Reise in die Freiheit. LVZ-Online sprach mit der US-Autorin.

Ihre Kindheit war geprägt vom Mauerbau-Erlebnis und dem Leben in einem geteilten Berlin. 1989 lebten Sie schon lange in Kalifornien. Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?

Ich habe die Fernsehbilder gesehen, und ich fühlte eine große Freude für alle, die diese Freiheit erlebten. Nie hätte ich gedacht, dass es mit dem Mauerfall mal so schnell gehen könnte.

Was war der Auslöser dafür, ihre persönliche Berlin-Geschichte aufzuschreiben?

Mauern haben in meinem Leben eine besondere Bedeutung gehabt. Da gab es die Berliner Mauer, aber auch die elterlichen ‚Mauern’, die für mich als Teenager noch viel wichtiger waren. 1989 habe ich an all das wieder gedacht. Als ich in den Ruhestand ging, fing ich an, darüber zu schreiben. Und plötzlich hatte ich 200 Seiten gefüllt…

Durch welche ‚elterlichen Mauern’  haben Sie sich am stärksten eingeschränkt gefühlt?

Meine Eltern waren sehr gut – solange ich alle Regeln befolgte. Vor allem beim Thema Jungs waren sie aber viel strenger als die Eltern meiner Freundinnen. Andererseits hielten sie ein Studium nicht für wichtig, weil sie davon ausgingen, dass ich heiraten würde. Ich habe dann eine amerikanische Familie kennengelernt, in der es viel offener zuging. Da habe ich gewusst: Ich möchte das für mein Leben auch so hinkriegen, dass ich einmal für mich selbst entscheiden kann.

Sie sind dann tatsächlich nach Amerika ausgewandert. Wie kam es dazu?

Eigentlich wollte ich nur ein Jahr nach San Diego, um meine Sprachkenntnisse zu vertiefen – vor allem aber wollte ich unabhängiger werden. Aber mit einem Besuchervisum hätte ich in den USA nicht arbeiten können, und ich musste mir alles selbst finanzieren. An meinem 21. Geburtstag bekam ich dann die Genehmigung für die Einwanderung.

Sie sind jetzt auf Lesereise in Deutschland. Was wollen Sie den Menschen mit auf den Weg geben?

Wenn jemand meine Freiheit einschränken will, ohne die Berechtigung dazu zu haben, sträuben sich mir die Nackenhaare. Das Buch zeigt: Wenn man den Willen hat, etwas zu ändern, kann man auch viel schaffen.

„Walled-In. A West Berlin Girl’s Journey to Freedom“, 7. Oktober 2014, 19 Uhr, Deutsche Nationalbibliothek (Vortragsraum 2. Obergeschoss). Die Lesung wird vom US-Generalkonsulat Leipzig in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek veranstaltet. Das Grußwort hält US-Generalkonsul Scott Riedmann. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt, der Eintritt ist frei.

Evelyn ter Vehn

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