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Lindenow - ein Rundgang durch die nicht-kommerzielle Kunstlandschaft Leipzigs

Lindenow - ein Rundgang durch die nicht-kommerzielle Kunstlandschaft Leipzigs

Zum neunten Mal zeigt das alte Arbeiterviertel Lindenau im Westen Leipzigs von morgen bis Sonntag seinen künstlerischen Ist-Zustand; experimentelle, zeitgenössische Installationen, Performances und Ausstellungen sind in 28 Off-Space-Galerien und temporären Kunsträumen beim Rundgang zu sehen.

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Vernetzt: Soheil Boroumand, Laura Parker (von links) und Almut Wedekind (ganz rechts) vom [nain]-theater coLaborativ, dazwischen Lars Werner und Anne Schimkat vom Lindenow-Team.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Erstmals ist die Halle 14 dabei.

"Die britische Regierung hat die Kunst in Quellcodes eingedampft. Wir werden das Quellmaterial nun in die Realität zurückübersetzen." Das ist kein Zitat aus einem Science-Fiction-Roman, sondern aus dem tiefsten Lindenau. Hier fließt die künstlerische Energie offensichtlich wie Honig - ein Schlaraffenland der Off-Kunst-Szene. "Okay, ein bisschen fiktiv und konzeptuell ist die Idee schon", gibt Lars Werner zu. Der studierende Künstler stellt beim Lindenow utopisch-experimentelle Werke aus und ist einer der vielen Organisatoren des Rundgangs, die sich in einem Netzwerk für nicht-kommerzielle Kunsträume zusammengeschlossen haben.

Zum neunten Mal präsentieren Künstler beim Lindenow ihre Schöpfungen in "Off-Spaces"; meist auf kürzer oder länger, temporär genutzten Räumen. 28 an der Zahl sind es in diesem Jahr. Bisher gebe es im Stadtteil wenige kommerzielle Galerien, sagt Werner und schaut sich das Design des Lindenow-Flyers auf seinem Notebook an. Schwarz-weiß oder leuchtende Farben?

Strahlkraft besitzt das Lindenow allemal: In diesem Jahr klinkt sich zum ersten Mal die Halle 14 auf dem Spinnerei-Gelände ein. Anfänglich herrschte Skepsis bei den Lindenow-Leuten. "Wir sind ja ein Verein, der eher kleine Kunsträume fördert und vernetzt", erklärt Werner. Vor einem Jahr habe sich der Verein zur Förderung unabhängiger Kunsträume im Leipziger Westen gegründet. "Vor etwa fünf Jahren siedelten sich erstmals ein paar kleine Non-Profit-Galerien in Lindenau an", erzählt der 25-Jährige. Zuerst der Kunstraum Kolekcja Polska gegenüber dem heutigen Kaufland, dann der Kuhturm, das D21, das AundV in der Lützner Straße und das Ortloff am Lindenauer Straßenbahnhof. "Und dann ist es explodiert", sagt Werner lachend. In Lindenau gebe es kein festes Gefüge, ständig bewege sich etwas.

"Jedenfalls", erklärt der Künstler, "hoffen wir, dass die Besucher, wenn sie die Halle 14 besuchen, nicht auf der Baumwollspinnerei hängenbleiben." Viele der Kunsträume in Lindenau sind um die Lützner- und Merseburger Straße gewissermaßen "herumgewachsen". Das gerade eröffnete Kaufhaus Held (wir berichteten) zeigt eine multimediale Installation des niederländischen Künstlers Artúr van Balen. Einige Straßen weiter stellen die Künstler Alexander Lang und Stephan Gerstmann in der ehemaligen Globusfabrik teils skurrile Werke aus, die sich mit menschlichen Instinkten beschäftigen. Zu DDR-Zeiten wurden im Hinterhof an der Raimundstraße tatsächlich Globen hergestellt. Das Ende der Nutzung als Atelier- und Ausstellungsort sei aber absehbar: Die Fabrik stehe zum Verkauf und sei vom Abriss bedroht, teilen die Künstler mit.

"Ein Highlight ist eine länderübergreifende Ausstellung zur Druckkunst im Westwerk", findet Werner. Zum ersten Mal ist die Gruppe [nain]-theater coLaborativ beim Rundgang dabei - ein Ensemble, dessen Mitglieder sich unter anderem von der Berliner Schauspielschule kennen. In der Lützner Straße 36 haben sie ein altes Ladengeschäft in eine Art Labor verwandelt. Ab 22 Uhr performen die Darsteller den ersten Gang ihres "Neuntötermanifests". Mit Spannung wird außerdem die Bespielung der Kauflandschaufenster erwartet: Die Künstlerin Jasmin Odermann zeigt hier "33% mehr". Was auch immer das bedeuten mag - im künstlerischen Lindenau ist mehr immer gut.

9. Lindenow, Rundgang durch nicht-kommerzielle Kunsträume im Leipziger Westen, morgen, 18 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag, jeweils 15 Uhr bis 22 Uhr. Informationen zu Orten und Künstlern unter www.lindenow.org.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2013

Lisa Berins

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