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Literaturklau - Verlage nehmen?s hin

Literaturklau - Verlage nehmen?s hin

Auf der Leipziger Buchmesse werde deutlich weniger geklaut als in Frankfurt, sagen die Verlagsvertreter. Sie sind dankbar, dass das Publikum in Leipzig vom ersten Messetag an Bücher kaufen darf - in Frankfurt ist das erst am letzten Tag möglich.

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Bücher hinter Plexiglas, zumindest auf der Außenseite des Standes - so wappnet sich der Ullstein-Verlag gegen Langfinger.

Quelle: Kerstin Decker

"Wenn die Bücher nicht gekauft werden können, sind die Leser frustriert, dann wird eher was geklaut", sagt Annelore Strüllkötter vom Dr. Oetker Verlag. In Leipzig läuft der Verkauf über die Messebuchhandlung, die mit einem riesigen Stand in Halle 4 vertreten ist. Außerdem laufen mobile Servicekräfte in gelben T-Shirts durch die Hallen, die verkaufen und kassieren dürfen.

Ein gewisser Schwund ist aber trotzdem festzustellen. Sven Hähnel vom Ullstein-Verlag schätzt, dass zehn Prozent der Bücher geklaut werden, vor allem die von Bestseller-Autoren. Der Verlag schützt zumindest Bücher, die auf der Außenseite des Messestandes im Regal stehen, mit Plexiglas. "Sonst wäre das Regal nach zwei Stunden komplett leer", so der Standleiter.

Vor allem bei Fantasy-Literatur werde der ausgelegte Stapel immer kleiner, berichtet Margarete Ammer von der Verlagsgruppe Random House. "Natürlich gucken wir, dass nicht so viel verschwindet, wir leben schließlich vom Verkauf", sagt sie. "Aber das belastet mich nicht so sehr. Bei einer Lesermesse ist das nun mal Begleiterscheinung. Wir wollen ja, dass die Leute kommen. Da kann man sie nicht bewachen wie ein Schießhund."

Ein häufig "mitgenommenes" Buch sei auch ein Hinweis auf den nächsten Bestseller, meint Patricia Keßler von der Verlagsgruppe Droemer-Knaur.

Zu DDR-Zeiten wurde auf der Buchmesse geklaut, was das Zeug hielt -weil es nahezu die einzige Möglichkeit war, an West-Literatur zu kommen. Die Verlagsmitarbeiter drückten manchmal ein Auge zu oder drehten sich kurz weg. Oft waren die "Bücherheuschrecken" schließlich keine dreisten Diebe, sondern Intellektuelle, die mit flatternden Nerven auf Beutezug gingen. Sie hatten sich dafür in ihre Kutten zusätzliche Innentaschen eingenäht. Detailliert beschreibt Uwe Tellkamp dieses Phänomen in "Der Turm".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2013

Decker, Kerstin

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