Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Live in der Völkerschlacht: Wie der MDR an das Gemetzel erinnert

Live in der Völkerschlacht: Wie der MDR an das Gemetzel erinnert

Der MDR zieht in den Krieg. An den vier Jahrestagen der Leipziger Völkerschlacht im Oktober wird die Dreiländeranstalt rund 1000 Minuten in Fernsehen und Hörfunk über das einschneidende historische Großereignis vor 200 Jahren gesendet haben.

Voriger Artikel
Open-Air am Völkerschlachtdenkmal: Theater Titanick sucht in Leipzig Laiendarsteller
Nächster Artikel
Taschenlampenkonzert von Rumpelstil auf der Parkbühne Geyserhaus

Reporter Roland Kühnke berichtet über den Kriegs-Alltag in Leipzig und das Leiden der Bevölkerung.

Quelle: MDR

Hinzu kommt ein umfangreiches multimediales Online-Angebot, das gestern freigeschaltet wurde.

Seit eineinhalb Jahren wird am Blick zurück auf jene blutigen vier Tage von Leipzig (16. bis 20. Oktober 1813) im Mitteldeutschen Rundfunk gearbeitet. Ein Kraftakt, in den rund 400 MDR-Mitarbeiter eingebunden sind. Bei MDR Info lief bereits im Juni eine Serie, am Sonntag gibt es in der Geschichte Mitteldeutschlands ein Porträt über die für Sachsen verhängnisvolle Nibelungentreue von Friedrich August I. zu Napoleon. "Der 200. Jahrestag ist kein Jubiläum für uns. Wir wollen nicht jubeln, dazu gibt es keinen Grund, sondern gedenken und sehen, wie sich Europa entwickelt hat", sagt Sandro Viroli, Chef des sächsischen Landesfunkhauses. Aber natürlich geht es dabei nicht akademisch und trocken zu. Das Kernstück nämlich ist "MDR Topnews", die vom 16. bis 20. Oktober, den Tagen der Schlacht, jeweils um 19.50 Uhr laufen.

phpPexgz120130827210832.jpg

Historisches Gefecht vor der Toren Leipzigs. Die Kamera ist immer ganz nah dran, auch als Handy-Video mitkämpfender Soldaten, die eingespielt werden.

Quelle: MDR

Eine Art ARD-"Brennpunkt", in dem, während unter "Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni der Nachrichtenticker läuft, über die Kämpfe des Tages informiert wird. Steffen Quasebarth und Sascha Fröhlich berichten als Reporter von den Fronten, Roland Kühnke beleuchtet die Leiden des Alltags in Leipzig (30 000 Einwohner, 500 000 Soldaten), Max Moor interviewt Ludwig van Beethoven und Rolf Seelmann-Eggebert Napoleons zweite Frau Marie-Louise, ARD-Börsenexpertin Anja Kohl berichtet von den Reaktionen der Börse und ARD-Auslandskorrespondenten aus Paris und Moskau von den internationalen Folgen. "Wir wollen Geschichte erlebbar machen und zeigen, was diese Schlacht für das Alltagsleben bedeutet hat", sagt Katja Wildermuth, Leiterin der MDR-Redaktion Geschichte und Gesellschaft, "mit einem neuen Format jenseits der traditionellen Doku. Das ist ein Bericht über die Völkerschlacht, als fände sie jetzt statt."

Bereits im letzten Oktober war der MDR bei der Rekonstruktion der Kämpfe in historischen Uniformen dabei. Kameraleute sind mit Kleinkameras mitgelaufen und haben gedreht - wie es Abel Gance in seinem berühmten Stummfilm-Epos "Napoleon" oder Sergej Bondartschuk in seinem monumentalen "Krieg und Frieden" getan hat.

Heraus kamen Bilder, die nun als gefakte Handy-Videos von YouTube eingespielt werden. Wenn es Nacht wird und Leichenfledderer umgehen, werden die Bilder grünlich - wie im Irak-Krieg. "Es ist ein Experiment, das wie ein Spiel aussieht", sagt Ingo Zamperoni, "aber wir betreiben das ganz ernsthaft, gewichten, sortieren und analysieren die Informationen wie bei einer aktuellen Nachrichtensendung." Ingo Zamperoni, der Amerikanistik und Geschichte studiert hat, war erste Wahl für Katja Wildermuth als Moderator. Er sagte sofort zu: "Ich bin von Grund auf neugierig und immer für Neues offen."

Am 20. Oktober, am letzten Tag der Schlacht, gibt es am Nachmittag noch eine 90-minütige Sendung, moderiert von Andreas F. Rook und Bestseller-Autorin Sabine Ebert, die ihren jüngsten Roman "1813 - Kriegsfeuer" um die Völkerschlacht spielen lässt. "Ich wollte die Mythen und Legenden um die Schlacht hinterfragen, Leute vom Sockel stoßen, die da nicht rauf gehören, an viele, die zu Unrecht vergessen wurden, erinnern und einigen Gerechtigkeit widerfahren lassen, die als Verräter gelten", erklärte Sabine Ebert gestern im Leipziger Brauhaus "Napoleon". Es gebe viel Aufklärungsbedarf: "Das war kein Befreiungskrieg, wie es oft gesagt wird, keine Schlacht der Völker, sondern ein Krieg der Herrscher. Es ging um Macht und um die Neuordnung Europas." Verlierer waren Sachsen und Polen, Preußen der Gewinner, der Franzosenhass eine der Folgen.

Der MDR startet online am 19. September die eigene Web-Serie "Mit der Muskete ins Wochenende". Auf der Website rund um den 200. Jahrestag gibt es ohnehin jede Menge Informationen in Texten, Bildern, Videos. So kann man allerhand über Uniformen und Bewaffnung, Hintergründe, Heerführer und den Verlauf der Schlacht erfahren. In den vier Tagen von "MDR Topnews" werden die wechselnden Fronten zum jeweiligen Tag animiert dargeboten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2013

Norbert Wehrstedt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2017/2018 im Schauspiel Leipzig. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Eine Papierfabrik stellt sich vor: "Edle Papiere aus Gmund" im Druckkunstmuseum Leipzig. Zur Schau des Monats! mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr