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Love Is Colder Than Death: Leipziger Bandlegende im Interview

Love Is Colder Than Death: Leipziger Bandlegende im Interview

Love Is Colder Than Death haben nicht nur den schönsten Bandnamen, der je in Leipzig Verwendung fand (er geht auf den ersten Fassbinder-Film zurück), sondern dürften auch in punkto Kultfaktor weit und breit kaum zu toppen sein.

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Love Is Colder Than Death im Jahr 2013: Anja Herrmann, Uli Stornowski, Ralf Jehnert und Maik Hartung (von links).

Quelle: Contribe

Schon mit den ersten Alben zu Beginn der 90er erregten sie internationales Aufsehen. Sie galten als Mitbegründer des "Heavenly-Voices"-Genres und werden immer wieder mit "Dead Can Dance" verglichen. Jüngst veröffentlichten sie ihr neues Studioalbum "Tempest", das sie am Freitag in Halle D vorstellen.

Frage: Es liegt ein Jahrzehnt zurück, dass euer nunmehr vorletztes Studioalbum "Eclipse" veröffentlicht wurde. Habt ihr tatsächlich zehn Jahre an dem neuen Material gearbeitet - oder gab es längere Auszeiten?

Maik Hartung: Es ist viel passiert in den letzten zehn Jahren. Angefangen vom Zusammentragen eines stattlichen Pools an Songideen, von denen es sehr viele nicht auf das neue Album geschafft haben, bis zur personellen Veränderung in der Band. Aber letztlich hat sich Love Is Colder Than Death immer viel Zeit genommen, die CD-Produktionen ausführlich und mit Sinn fürs Detail zu erstellen. Parallel gab es natürlich auch andere Lebens- und Arbeitsthemen. Die Zeit dafür stand LICTD dann nicht mehr zur Verfügung.

Bei "Tempest" denken viele an das gleichnamige märchenhafte Schluss-Stück von William Shakespeare. Ihr auch?

Peter Greenaways "The Tempest"-Verfilmung "Prospero's Books" gehört seit Langem zu meinen absoluten Favoriten. So war es logisch, diesen überwältigenden Bilderrausch musikalisch zu verarbeiten.

Es scheint beim ersten Hören, dass sich das Album ein wenig mehr dem "normalen" Hörer öffnet. Da sind Songs dabei, die direkt im Radio laufen könnten. War das beabsichtigt?

Naturgemäß ist es nahezu unmöglich, die eigene Musik unbefangen zu betrachten. Einflüsse aus aller Welt neben Gestaltungsmittel westlicher Populärmusik zu stellen, ist in unserer Bandgeschichte keine neue Entwicklung und seit Anbeginn Teil unseres Repertoires. Für mich ist der Weg von "Eclipse" zu "Tempest" schlüssig. Ich kann mir allerdings Love Is Colder Than Death im Formatradio nur schwer vorstellen (lacht).

Wichtige Impulse scheinen vom neuen Bandgesicht Uli Stornowski gekommen zu sein. Welche Rolle spielt er in der Band und welche Instrumente?

Uli ist ein hervorragender Organisator und Multiinstrumentalist, der als Musiker hauptsächlich live zum Einsatz kommt. Die Musik zu "Tempest" stammt wie gewohnt zu jeweils 50 Prozent von Ralf und mir.

Anja Herrmann spielte schon früher Perkussionsinstrumente. Nun ist ihre schöne Stimme zu hören. Ist euch die nicht früher aufgefallen?

Anja ist als Sängerin schon auf "Inside The Bell" zu hören, ihre beeindruckende Stimme war uns natürlich bekannt. Sie ist nicht ausschließlich Interpretin, sondern steuerte großartige Gesangsideen bei.

Zu Gelegenheiten wie dem Record-Release-Concert habt ihr euch immer besondere Schmeckerchen ausgedacht ...

Worauf ich mich persönlich freue, ist die "Special Anniversary Performance" von Donis und mir, bei der einige alte LICTD-Klassiker aus "Teignmouth" und "Mental Traveller"-Zeiten auferstehen.

Love Is Colder Than Death, Freitag, 21 Uhr, Halle D (Werk 2, Kochstraße 132), Vorverkauf 14,20 Euro. Das Album "Tempest" ist bei In Deyagora Music erschienen und kann unter anderem auf www.lictd.com für 16 Euro und in einer Fan-Edition für 21 Euro bestellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2013

Lars Schmidt

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