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MDR will die Goldene Henne dauerhaft nach Leipzig holen

Fernsehdirektor Jacobi MDR will die Goldene Henne dauerhaft nach Leipzig holen

Der MDR will die Goldene Henne dauerhaft nach Leipzig holen. Außerdem soll das Riverboat ab Herbst an jedem Freitag gesendet werden und Peter Escher eine neue Sendung bekommen. Das bestätigte MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi im Interview.

„Wir überprüfen jede Sendung“: Wolf-Dieter Jacobi im Interview.

Quelle: Christian Modla

Leipzig.. Joggen? „Überbewertet“, sagt Wolf-Dieter Jacobi. „Geht außerdem auf die Knie.“ Boxen? Das schon eher. In seiner Radebeuler Garage baumelt ein Box-Sack zum Stressabbau. Der MDR-Fernsehdirektor ist Herr und Gebieter über zig Millionen Gebühren-Euro, Sende-Formate, Stars und Sternchen. Jacobi, 50, seit fünf Jahren im Amt und vor einer Vertragsverlängerung stehend, über eine Henne, die aus Berlin entführt wird, Escher reloaded, Volksmusik auf Diät und ein wöchentliches Riverboat. Der MDR ist das erfolgreichste Dritte; 2014 hatte der Sender ein Gebührenaufkommen von 622,1 Millionen Euro, 2050 Festangestellte und 1388 Freie Mitarbeiter arbeiten für den MDR.

Der MDR hat bis 2018 den Vorsitz bei der ARD. Bringt das Einfluss aufs Programm im Ersten?

Die MDR-Intendantin Karola Wille hat in dieser Zeit den Vorsitz, aber der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen heißt auch während unserer Ägide nicht Jacobi, sondern Volker Herres. Es gibt in der ARD einige Fachkommissionen. Die werden bis 2018 von MDR-Vertretern geleitet.

Der MDR ist das erfolgreichste Regionalprogramm der ARD. Seid Ihr so gut oder sind die anderen so schlecht? Sind die Ostdeutschen ihrem Sender besonders treu?

Als wir 1992 angefangen haben, waren wir weit weg von dieser Spitzenposition. Wir nehmen unseren Sendeauftrag ernst, punkten mit regionalen Themen. Regionale Nachrichten, Kultur, Unterhaltung, Sport. Da geht es der LVZ nicht anders als uns. Die Quote ist wichtig, aber nicht alleiniges Kriterium.

Relevantes muss auch dann ins Programm, wenn nur wenige einschalten?

Das ist so. Übrigens sind wir Dritte verpflichtet, dem Ersten zuzuliefern. Auch da sind wir gut unterwegs.

Das KZ-Drama „Nackt unter Wölfen“ wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Zufrieden, froh und glücklich?

Vor allem stolz. Eine große Leistung unserer Fernsehfilm-Redaktion und der Ufa-Fiction.

Die MDR-Kompetenz in Sachen Geschichte spiegelte sich auch in „Der Turm“ oder „Bornholmer Straße“ wider. Was kommt als nächstes? 2017 ist Lutherjahr.

2017 kommt dazu ein großer Film, mehr darf ich noch nicht verraten.

Der Buschfunk meldet, dass Sie eine Unterhaltungsshow auf die Neue Messe holen, moderiert von Kai Pflaume. Könnte es sein, dass Sie dem Berliner Bären eine Goldene Henne entreißen?

Die Gespräche dazu laufen. Die Goldene Henne hat in Leipzig 2014 wunderbar funktioniert, warum sollte es nicht hier etabliert werden?

Wäre Pflaume Ihr erster Ansprechpartner?

Gut möglich.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Talk-Format Riverboat?

Das ist das Flaggschiff unseres Abend-Programms. Wir glauben an dieses Format als ein Erfolgsprodukt.

... das ab Herbst statt zweimal im Monat wöchentlich gesendet wird.

Sie sind gut informiert. Das Programm muss für den Zuschauer ein Stück weit berechenbar sein. Freitag ist Riverboat-Tag – und zwar nach der Sommerpause jeden Freitag. Wir wollen ins Riverboat investieren.

Die abgesetzte Gruß-Sendung „Alles Gute am Sonntag“ war altbacken, aber erfolgreich. Haben Sie jetzt einen Ersatz?

Ja, wir senden ab März am Sonntag Nachmittag „Die jungen Ärzte“. Die Serie ist im Ersten sehr erfolgreich und soll wie die Mutterserie „In aller Freundschaft“ auch im MDR laufen.

Peter Escher hat seine Sendung „Meine zweite Chance“ verloren. Ist die MDR-Legende out?

Im Gegenteil, er bleibt ein Gesicht des MDR. „Spur der Täter“ ist sehr erfolgreich und bekommt mittwochs mehr Sendungen. Und ab Sommer finden „Mutproben“ unter Eschers Federführung statt. Dieses Format beschäftigt sich mit Ängsten von Erwachsenen. Es wird nicht vorgeführt, sondern geholfen.

Sie haben diverse Schuhplattler und Jodler aus dem Programm genommen. Karl Moik würde sich im Grabe umdrehen.

Wir überprüfen jede Sendung und jedes Format, ob Verbesserungen möglich sind oder ob sich das Ganze überlebt hat. Von Kahlschlag oder Jugendwahn kann keine Rede sein. Unser Programm bietet für jedes Alter und jeden Geschmack etwas, auch für Freunde der Volksmusik und Schlager. Gerade für Schlagerfans gibt es eine ganze Reihe neuer Formate wie „Schlager einer Stadt“ oder „Meine Schlagerwelt“, das Ganze in Kürze auch in einem Internetportal. Da sind wir Vorreiter.

Deutschland einig Krimi-Land. Heute können Sie es ja sagen: Mussten Leipzigs Tatort-Kommissare Simone Thomalla und Martin Wuttke gehen, weil man bei Frau Thomalla immer an einen Berliner Handball-Torhüter gedacht hat und die Drehbücher suboptimal waren?

Weder noch. Wir wollten uns neu aufstellen. Mit neuen Locations, Schauspielern und Geschichten.

Die fähigen deutschen Drehbuch-Autoren sind viel beschäftigt. Greift man der Not gehorchend ab und an nach Notlösungen?

Greift man nicht. Tatort Dresden, Tatort Weimar, Polizeiruf Magdeburg – da sind wir in jeder Hinsicht gut aufgestellt.

Darf man sich auch auf den in Görlitz gedrehten Lausitzkrimi „Wolfsland“ freuen?

Sie dürfen sich auf die wundervolle Yvonne Catterfeld und den grandiosen Götz Schubert freuen. Und auf neue Folgen des Kultkrimis „Zorn“ aus Halle.

Von Guido Schäfer

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