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Magisch charismatisch: Conny Ochs, früher bei Zombie Joe, tritt mal wieder in Leipzig auf

Besser Leben Magisch charismatisch: Conny Ochs, früher bei Zombie Joe, tritt mal wieder in Leipzig auf

Conny Ochs hat viel erlebt, seit er vor 20 Jahren mit seiner damaligen Gruppe Zombie Joe den Leipziger Bandwettbewerb „Der Große Preis“ aufmischte – vom Wave-Gotik-Treffen bis Rock am Ring, von Wegbegleitern wie Wenzel bis Wino Weinrich. Mit neuer Platte lässt er sich nun im Besser Leben blicken.

Kreativer Derwisch: Conny Ochs lebt mittlerweile nahe Bologna, dürfte hierzulande aber noch viele Freunde haben.

Quelle: PR

Leipzig. Vor ziemlich genau 20 Jahren im Haus Leipzig: „Der Große Preis“, Leipzigs Wahl der Band des Jahres, seinerzeit für ein Jahr „Der Große Reiz“, ging mit gewohnt gutem Starterfeld im ausverkauften Gemäuer über zwei Bühnen. Besonders auffällig eine Band, die da eigentlich nicht hingehörte: Zombie Joe kamen aus Halle. Das wusste aber keiner, diese Truppe hatte ohnehin niemand auf der Geheimtipp-Liste.

Die Performance aber zog alle in den Bann. Ein krasses Crossover aus Indie und Metal, vor allem dieser Frontmann: ein Derwisch, völlig der Musik hingegeben, ekstatisch und verletzlich, grenzenlos aggressiv und gleichzeitig manisch introvertiert. Wut und Verzweiflung bis zur Selbstzerstörung. Faszinierend, aber auch verstörend, man hätte seinerzeit sicher Vergleiche mit Marylin Manson angestellt, aber den kannte hier noch kaum jemand. Das Publikum schwankte zwischen Begeisterung und Verwirrung.

Sie waren nicht siegreich, aber alle wussten, dass noch zu hören sein würde von ihnen. Tatsächlich gewannen sie bald einen großen Award, standen auf großen Bühnen vom Wave-Gotik-Treffen bis zu Rock am Ring. Und rissen auf dem Weg nach oben plötzlich das Ruder herum. Nach einem gemeinsamen Konzert mit Hans-Eckardt Wenzel entstand „Z-Joe and the Dustbowlers“, ein Projekt mit Songs von Woody Guthrie. Sie tourten damit in den Vereinigten Staaten und kamen als Indie-Pop-Band unter dem Namen „Baby Universal“ mit hinreißend melancholischen Melodien wieder.

Conny Ochs zerrt nach wie vor an seinen Ketten

Seele des Ganzen war auch hier der magisch charismatische Frontmann Cornelius Ochs. Und der zerrte auch danach immer wieder an den Ketten. Suchte das Neue, hatte längst auch begonnen, surreale Zeichnungen und Bilder zu machen. 2011 veröffentlichte er das phantastische erste Soloalbum „Raw Love Songs“ in der Tradition großer Singer/Songwriter wie Jeff Buckley oder Townes van Zandt. Die dazu gehörigen Konzertaktivitäten spülten ihn plötzlich an die Seite von Scott „Wino“ Weinrich, der als Kopf der Doom-Metal-Bands Saint Vitus und The Obsessed schon weltweit Kultfigur war und es gerade solistisch und akustisch wissen wollte. Die beiden Besessenen verstanden sich auf Anhieb, Resultat waren zwei wunderbare Duo-Tonträger und diverse Tourneen. In den Pausen fand Ochs sich mit seinem engsten Mitstreiter von Baby Universal zu neuen Produktionen bis hin zu einer Japan-Tour.

Conny Ochs lebt inzwischen in der Nähe von Bologna. Soeben hat er sein drittes Soloalbum „Future Fables“ aufgenommen, der Mann ist ruhelos, ständig aktiv und birst vor Kreativität. Nun kommt er für ein paar Konzerte in die alte Heimat zurück. In Leipzig hat er sich für Freitag ein besonderes Refugium ausgesucht: Das „Besser Leben“ in der Holbeinstraße ist der deutlich ältere, aber kleinere und längst nicht so bekannte Bruder des „Noch Besser Leben“ in der Karl-Heine. Eine Kneipe, viel zu klein eigentlich für diesen genialischen Charismatiker. Aber die unwiederbringliche Chance, einem Ausnahmekünstler aus Halle/Saale hautnah erliegen zu dürfen.

Conny Ochs, Freitag, 20 Uhr, Besser Leben (Holbeinstraße 2), Eintritt 5 Euro

Von Lars Schmidt

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