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Markus Lüpertz enthüllt seinen Beethoven in Leipzig

Antwort auf Max Klinger Markus Lüpertz enthüllt seinen Beethoven in Leipzig

Er ist ein ziemlicher Brocken, dieser „Beethoven“ von Markus Lüpertz: Auf 2 x 1,30 Metern Grundfläche steht er, 2,74 Meter ragt der Bronzeguss vor dem Museum der bildenden Künste in die Höhe, gut eine Tonne wiegt er. Am Freitag kommt der 74-Jährige „Malerfürst“ zur Enthüllung nach Leipzig. Die Skulptur dürfte für Diskussionen sorgen.

Enthüllt am Freitag seine Beethoven-Skulptur in Leipzig: Markus Lüpertz
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Noch ist er verpackt, der „Beethoven“ von Markus Lüpertz. Am Freitag um 11 Uhr soll die Skulptur vor dem  Museum der bildenden Künste in Leipzig feierlich enthüllt werden. Und er ist ein ziemlicher Brocken, dieser Bronzeguss: Auf 2 x 1,30 Metern Grundfläche steht er, 2,74 Meter ragt er in die Höhe, gut eine Tonne wiegt er. Understatement und Bescheidenheit sind nicht im Spiel, wenn der sich selbst zum Genie stilisierende 74-Jährige auf den Komponisten-Gott trifft. Viel Brimborium sei zur Eröffnung aber nicht geplant, sagt Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt. „Wir haben keinen Flügel aufgebaut“, meint er in Anspielung auf den Umstand, dass der „Malerfürst“ gerne in die Tasten haut. Also alles ganz schlicht? „Allein die Präsenz von Herrn Lüpertz sorgt dafür, dass es nicht schlicht ist.“ Er verfüge über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, „das mit einer großen Freude vorgetragen wird, die über das Grau des Alltags hinweghilft. Wenn man mit ihm zusammen ist, schwinden die Pseudoprobleme“, schwärmt Schmidt.

Er kennt den Künstler, der 2013 mit dem Leipziger Mendelssohn-Preis ausgezeichnet wurde, seit den frühen 90ern. Damals war Lüpertz Rektor der Kunstakademie Düsseldorf. In den vergangenen Jahren sei er mehrfach im Museum der bildenden Künste gewesen, sei dabei gesehen worden, wie er immer wieder um Max Klingers monumentalen Beethoven herumgelaufen ist. Im März haben sich Schmidt und Lüpertz wiedergetroffen, in der Villa Schöningen in Berlin, wo er eine Ausstellung hatte. „Da saßen wir abends zusammen, dachten, wir müssten eigentlich unseren langjährigen Kontakt mal wieder befruchten.“ Es folgen Besuche und Gegenbesuche, bis klar ist: „Wir machen das.“

Nur was? Auch das lag auf der Hand: Der Leipziger Max Klinger (1857-1920) sei für Lüpertz seit seinem Villa Romana-Stipendium 1970 in Florenz ein Thema, erklärt der Museumsdirektor. Mit Klinger im Sinn entstand seine Beethoven-Skulptur, die seit dem vergangenen Jahr im Stadtgarten von Bonn steht. „Klingers Beethoven ist unverschämt und wild“, sagte Lüpertz bei der Enthüllung damals. Auch seiner dürfte nun Diskussionen auslösen. Der Leipziger ist der zweite Guss, ein dritter ist für Wien geplant, alle drei unterscheiden sich farblich voneinander. Und Lüpertz, der in Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf und Florenz arbeitet, stellt den Leipziger gewissermaßen auf den Kopf.

Schmidt: „Bei Klinger thront Beethoven ja, und in der Lehne sind die Köpfe der Genien zu sehen, die den Komponisten inspirieren, ihm Rückenwind geben, während bei Lüpertz ein riesiger Genius über einem Kopf von Beethoven thront. Bei Klinger ist es eine kammerartige Begleitmusik, bei Lüpertz ein Fanfahrenstoß, der Beethoven die Mähne um die Wangen weher lässt.“ Er wolle den am Ende seines Lebens tauben Beethoven als gebrochenen Helden, als eine verletzte Figur zeigen, sagte Lüpertz dem Bonner Generalanzeiger. „Das Genie siegt über die Gebrechen.“

Ob Geniestreich oder nicht, die Skulptur vor dem Museum ist zunächst als Dauerleihgabe deklariert, die ein Sammler ermöglichte. Sie solle, so Schmidt, auch nach innen zeigen: „Jede Stadtführung fängt beim Tourismusbüro vor unserem Haus an. Jetzt kommt keiner mehr an dieser Figur vorbei, die ja auf den Klinger bei uns im Haus verweist.“ Nur die Feuerwehr muss im Notfall mit dem Leiterwagen drumherumkommen. Auch das sei geklärt, sagt Hans-Werner Schmidt.

Enthüllung am Freitag um 11 Uhr vor dem Museum der bildenden Künste in Leipzig (Katharinenstraße 10)

Von Jürgen Kleindienst

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