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Mehr Zuschüsse oder Lücken in den Bilanzen: Stadträte diskutieren Leipzigs Kulturförderung

Mehr Zuschüsse oder Lücken in den Bilanzen: Stadträte diskutieren Leipzigs Kulturförderung

Im Ringen um den neuen Leipziger Haushaltsplan für 2011 und 2012 soll am kommenden Donnerstag im Stadtrat die Unterstützung einzelner Kulturinstitutionen thematisiert werden.

Leipzig. Neben den Wirtschaftsplänen der Eigenbetriebe Oper, Gewandhaus, Schauspiel Leipzig und Theater der Jungen Welt, entscheiden die Stadträte dabei auch über die kommunalen Zuschüsse für das Tanzfestival Euro-Scene und den Jazzclub Leipzig mit seinen jährlich stattfindenden Jazztagen.

Schon im Vorfeld der Sitzung ist dabei die geplante Höhe der Förderung für die Euro-Scene in die Kritik geraten. Seit der Weigerung des Centraltheaters vor zwei Jahren, weiterhin Hauptspielstätte des renommierten Festivals für modernen Tanz zu sein, reißen nach Angaben der Festivalleitung Ausweichlösungen zusätzliche Löcher in den Finanzplan. Die Euro-Scene hat auch deshalb neben den seit 2007 jährlich gewährten 180.000 Euro institutioneller Förderung durch das Kulturamt zusätzliche 50.000 Euro beantragt und die Stadtverwaltung ist gewillt, immerhin insgesamt 200.000 Euro zu genehmigen.

Dagegen haben sich nun allerdings die Leipziger Christdemokraten ausgesprochen. Nach Ansicht der CDU-Stadtratfraktion solle die bisherige Unterstützungssumme beibehalten werden und stattdessen das abtrünnige Centraltheater auch künftig als Hauptspielstätte zur Verfügung stehen. „Dieses Verhalten des Intendanten gegenüber einem künstlerisch so bedeutsamen Ereignis ist völlig unverständlich und sollte durch den OBM umgehend beendet werden“, heißt es in einem Antrag der CDU an die Ratsversammlung. Außerdem empfehlen die Konservativen der Euro-Scene, doch durch erhöhte Eintrittspreise dem künstlerischen Niveau der Veranstaltung Rechnung zu tragen – und so die Einnahmenseite des Festivals zu verbessern

Prekär ist die Entscheidung des Stadtrates für oder wieder am Donnerstag vor allem deshalb, weil der Hauptsponsor der Festivals, das Leipziger BMW-Werk, laut Euro-Scene sein finanzielles Engagement bis 2012 ausdrücklich an das der Kommune gebunden hat. Insgesamt 200.000 Euro will der Automobilhersteller zum Gesamtetat des Festivals in Höhe von 753.000 Euro beitragen.

Weniger problembehaftet für die im Stadtrat vertretenen Parteien ist dagegen offenbar die kommunale Unterstützung für den Jazzclub Leipzig. Der Veranstalter der auch überregional anerkannten Leipziger Jazztage soll nach überstandenen internen Problemen, der Ablösung des langjährigen Geschäftsführers Andreas Roder und forcierter Neuausrichtung auf ein jüngeres Publikum wie schon im vergangenen Jahr jährlich 120.000 Euro erhalten.

Ein entsprechender Rahmenvertrag für zwei Jahre wartet am Donnerstag auf Zustimmung durch den Stadtrat. Der Gesamtetat des nach eigenen Angaben bis auf den Geschäftsführer ehrenamtlich arbeitenden Vereins beträgt laut Finanzplanung jährlich 241.000 Euro. An der Seite der kommunalen Zuschüsse sichern unter anderem auch die Kulturstiftung des Freistaates und die Bundesstiftung für politische Bildung die Bemühungen der Jazz-Enthusiasten.

Neben der Subvention genannter Kulturinitiativen, kommen am Donnerstag auch die aktuellen Wirtschaftspläne der städtischen Kulturbetriebe zur Abstimmung. Bis auf die des Opernhauses sind alle Prognosen zumindest formal ausgeglichen. Die Oper will das verlautbarte Minus von 689.000 Euro durch Überschüsse vergangener Spielzeiten kompensieren.

Unisono werden in allen Häusern harsch gestiegene Kosten gegenüber dem Vorjahr beklagt – beispielsweise durch neue Tarifverträge. Die könnten nur mit unangenehmen Einsparungen, auch im personellen Bereich, abgefangen werden. Neben der Streichung zweier Premieren will beispielsweise das Centraltheater in den kommenden Monaten weitgehend auf Instandsetzungsarbeiten im Gebäude verzichten, um so die geforderte Ausgeglichenheit des Etats zu erreichen.

Im Detail wird die Kommune laut Vorlage durch den Oberbürgermeister in dieser Spielzeit im Theater der Jungen Welt insgesamt 3,1 Millionen Euro zuschießen, im Schauspiel Leipzig mit seinem Flaggschiff Centraltheater 14 Millionen Euro, im Gewandhaus gut 16,3 Millionen Euro und in der Oper Leipzig 40,8 Millionen Euro.

Matthias Puppe

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