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Mehr als Sammeln: Ackermann sieht Museen als Orte der Aufklärung

Staatliche Kunstsammlungen Dresden Mehr als Sammeln: Ackermann sieht Museen als Orte der Aufklärung

Marion Ackermann ist Expertin für moderne und zeitgenössische Kunst. Von November an hütet sie 14 Museen und Schätze vieler Art aus mehreren Jahrhunderten. Sie kommt mit innovativen Ideen.

Die künftige Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Marion Ackermann.

Quelle: dpa

Dresden. Die künftige Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, sieht Museen vor einer weiteren Aufgabe. „Neben dem Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellung und Vermitteln gehört unbedingt das Anregen künstlerischer Produktion dazu“, sagte sie eine Woche vor ihrem Amtsantritt der Deutschen Presse-Agentur. Anreize für eine neue künstlerische Produktion über die Qualität der Sammlung könne eine Art Leitprinzip werden. Die Kunsthistorikerin ist bis Ende Oktober noch Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

„Starke Emotionen interessieren Künstler immer.“

Die aktuelle Zerrissenheit der Stadt und Sachsens beschädigtes Image sieht sie als Herausforderung. „Auch in einer politischen Situation mit einer gewissen Frustration und Unzufriedenheit ist Kreativität immer etwas, was eine Entwicklung nach vorn bringt, was Ungeahntes birgt, was wie ein Motor sein kann.“ Kreativität brauche Reibung und könne gerade in komplizierten Städten gut gedeihen.

Ackermann will dabei Tradition und Historie nutzen und Zukunft durch Inspiration der eigenen Geschichte entwickeln. Die Vielschichtigkeit der Menschen und Befindlichkeiten böten sich da geradezu an. „Starke Emotionen interessieren Künstler immer.“ Sie will dem Angewandten in den Sammlungen mehr Raum geben und seltenes Handwerk lebendig halten. Auch das könne Gesellschaftsschichten verbinden. Und sie plädiert für einen neuen Umgang mit Kunst: „Wir müssen einen eigenen Weg zur Kunst bieten, statt sie autoritär zu erklären.“

Der Kunstbegriff sei in Deutschland stark von Idealismus geprägt. „Es herrscht noch eine sehr stark idealisierte Kunsttradition“, sagte die Kunsthistorikerin. „Mir geht es darum, Dinge anzustoßen, nicht missionarisch, sondern in Demut vor dem Anderen.“ Man müsse Haltung wahren: gegen Gewalt, Rassismus, Missachtung, Respektlosigkeit und Hass. „Zweifel, Sorgen, soziale Ungleichheiten sind etwas anderes“, meinte sie mit Blick auf die Pegida-Proteste oder das Brexit-Votum in Großbritannien. „Denn Politikverdrossenheit ist gefährlich.“

„Dresden hat Potenzial“

Die Kunstsammlungen bieten aus ihrer Sicht die besten Voraussetzungen zur Aufklärung. „Hier kann man studieren, was passiert ist und wie es umschlägt in eine neue kreative, eigene und identitätsstiftende Entwicklung.“ Ausstellungen sollen mit der hiesigen Tradition zu tun haben, „das ist unverwechselbar“. Schöpfen will sie zudem aus der besonderen DDR-Geschichte und Dresdens Lage in Zentraleuropa. Dafür plant sie eine engere Zusammenarbeit mit Polen, Tschechien und - auch aus historischem Gründen - mit St. Petersburg und der Türkei.

„Dresden hat Potenzial, Künstler lieben die Beschäftigung mit den vielfältigen Sammlungen“, berichtete sie. „Eigentlich müsste eine solche Schnittstelle von diesen historischen Sammlungen und der Reibung mit aktueller Kunst unglaublich viel Neues entstehen lassen.“

Von dpa/LVZ

Dresden 51.0504088 13.7372621
Dresden
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