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Metal-Festival With Full Force gestartet – Unleash The Sky im Interview

„Hauptsache, die Leute gehen ab“ Metal-Festival With Full Force gestartet – Unleash The Sky im Interview

Rund 70 Bands und zehntausende Besucher werden zum Metal-Festival "With Full Force" erwartet, das am Freitag auf dem Flugplatz Roitzschjora begonnen hat. "Unleash The Sky" eröffneten dabei die neue Metal-Hammer-Stage. Im Interview mit LVZ.de spricht die Band über ihren Premieren-Auftritt und ihr neues Album.

Die Band Unleash The Sky beim "With Full Force"-Festival.

Quelle: Susanne Richter

Roitzschjora. Das erste Mal auf dem With Full Force zu Gast und dann auch noch direkt eine Bühne einweihen: Diese Ehre wurde zum Festivalauftakt am Freitag den Darmstädtern von Unleash The Sky zu Teil. Das Quartett aus Südhessen legte in knapp 25 Minuten einen souveränen Auftritt auf der brandneuen Metal-Hammer-Stage hin und sorgte am frühen Nachmittag für ausgelassene Stimmung auf dem Flugplatz Roitzschjora im Kreis Nordsachsen – trotz sengender Hitze. Grund genug für ein Gespräch mit den beiden Gitarristen David und Daniel sowie Basser Christoph.

Trotz reichlich Konzerterfahrung dürfte das With Full Force Euer bisher größtes Festival sein. Wie erlebt ihr das?

David: Ich muss zugeben, dass mir vor dem Gig schon ein bisschen der Stift gegangen ist. (lacht) Wenn man jahrelang selbst auf solche Festivals gegangen ist, oder davon gehört hat, wie die Stimmung dort sein soll und dann selbst dort spielen darf – dann ist das schon eine Hausnummer. Aber als wir dann gespielt haben, war es einfach nur noch der Hammer. (lacht)

Ihr habt inzwischen Euer zweites Album „Youth“ veröffentlicht – allerdings etwas anders als vielleicht erwartet. Denn im Gegensatz zu Eurem Debüt habt Ihr die neue Scheibe per Crowdfunding finanziert. Warum?

Christoph: Ein Album aufzunehmen kostet zuerst einmal enorm viel Geld, da ist gerade für eine Band auf unserem Level ein ganz schön dickes Brett, das wir bohren müssen. Wir wussten also, dass wir im Vergleich zum Debüt nach Alternativen suchen mussten. Und Crowdfunding erschien uns als einzig gangbarer Weg.

David: Wir müssen auch einfach noch mal allen Leuten danken, die uns dabei unterstützt haben. Mit so viel Zuspruch hätten wir echt nicht gerechnet. Wie viele Leute da mitgezogen haben, hat uns echt überrascht. Und quasi 'im Hintergrund' ein solches Feedback zu bekommen – die Leute kaufen das Album ja quasi ungehört – ist schon super.

Rund 70 Bands und zehntausende Besucher werden zum Metal-Festival "With Full Force" erwartet. Unsere Reporter sind dabei und wir haben die ersten Band-Fotos vom Event auf dem Flugplatz Roitzschjora. Foto: Susanne Richter

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Würdet ihr denn sagen, dass Crodwfunding generell eine gute Alternative für junge Bands ist?

Christoph: Eine Alternative ja, aber letztlich hängt auch alles von den Finanzen der Band ab. Wenn da jetzt jemand einen reichen Vater im Hintergrund hat, der sagt: 'Die 10.000 Euro für die Platte schieße ich euch vor', dann ist das natürlich was anderes.

David: Außerdem ist Crowdfunding ja auch keine einseitige Sache, man muss den Leuten auch etwas als Gegenwert für ihre Investition bieten. Da braucht man dann schon eine gewisse Fanbase, um überhaupt genug Leute zu erreichen.

Daniel: Wir waren am Anfang auch skeptisch, ob wir das gesteckte Ziel überhaupt erreichen. Zumal ja auch immer das Risiko besteht, dass das Ganze floppt. Und dann steht man schon dumm da.

Christoph: Man muss letztlich einfach das Risiko eingehen. Das war für uns alle lehrreich – aber natürlich auch stressig. Gerade was alles im Hintergrund organisiert werden musste: der Release, Shows buchen, Management. Da kommt schon was zusammen. Allein der Versand der CDs an die Unterstützer hat uns zwei Tage gekostet. Zwei Tage nur einpacken – und dann eine komplette Kleinbusladung zum Paketdienst. (lacht)

Ihr habt Euch mit „Youth“ ein gutes Stück von Eurem urpsrünglichen Metalcore-Sound entfernt und auch ein wenig Kritik einstecken müssen. Lasst Ihr das an Euch heran? Und wie fiel die Entscheidung für den Stilwechsel?

Christoph: Wir haben uns natürlich Gedanken über unseren Sound gemacht, wir wollen uns ja auch weiter entwickeln. Dazu wird man auch immer noch von anderen Bands beeinflusst, schaut, was hören die Leute gerade, was mögen die Fans. Aber am wichtigsten ist immer die Frage: Was wollen wir selbst?

David: Ich bin schon immer ein Mensch gewesen, der das gerade Angesagte auch selbst konsumiert hat, einfach auch, weil es mir gefällt. Trotzdem wollen wir niemanden kopieren, sondern uns selbst in unserer Musik ausdrücken.

Christoph: Wir selbst stehen immer zu hundert Prozent hinter unserer Musik. Wenn wir das nicht täten, würden wir uns auch letztlich selbst verarschen. Außerdem ist die ganze Metalcore-Schiene mittlerweile ja schon rauf und runter gehört worden. Wir wollen mit Unleash The Sky einfach nicht mehr eine von vielen Bands sein, sondern auch ein Stück weit herausstechen. Wir schreiben auch gerade an neuem Material und haben auch hier noch keine Ahnung, in welche Richtung sich das entwickelt.

Daniel: Das kann in jede Richtung gehen.

David: Zum Thema Kritik: Natürlich gab es die auch. Aber selbst die härtesten Kritiker kamen drei oder vier Wochen später an und meinten 'Das geht trotzdem ins Ohr und macht richtig Laune'.
Im Vergleich zu den meisten anderen Bands hier seid ihr erst recht kurz im Musikgeschäft unterwegs. Überrascht es Euch manchmal selbst, wie schnell sich alles entwickelt hat?

Christoph: Überrascht würde ich nicht sagen, wir wollen ja genau das hier erreichen. Ich würde eher sagen, dass es uns ehrt. In dem Sinne, dass unsere Musik geschätzt wird. Das ist schon ein tolles Gefühl.

David: Wir sind jetzt auch auf einem Level, auf dem sich immer neue Türen öffnen. Natürlich muss auch immer eine neue Platte her, aber wir sind zum Beispiel vor kurzem mit Atreyu getourt. Das ist eine von den Bands, die wir damals selbst als Fans gesehen haben. Und jetzt spielen wir mit denen zusammen. Das ist einfach super! Und keiner von denen ist wirklich abgehoben, wie mancher vielleicht glaubt. Das sind alles ganz normale Leute geblieben.

Hand auf's Herz: Spielt Ihr lieber im kleinen Club oder auf großen Festivals?

David: Das ist jetzt schon ein bisschen eine gemeine Frage.

Christoph: Beides hat seine Vorzüge. Natürlich ist nichts geiler, als eine völlig ausgeflippte Clubshow, wenn der Laden voll ist und alle einfach steil gehen. Aber Festivals machen genau so Spaß. Hier haben wir ein ganz anderes und vielfältigeres Publikum und werden so auch ganz anders wahrgenommen. Ich meine, zum With Full Force kommen Leute aus ganz Deutschland. Im Prinzip kann man es aber so sagen: Shows, die einfach abgehen, sind grundsätzlich immer top – egal wo.

Ihr habt es schon angeschnitten: Wann kann man mit neuem Material von Euch rechnen?

David: Ganz, ganz grob gesagt: Im nächsten Jahr. Bei uns spielt da ja viel rein, wir haben etwa alle noch ganz normale Jobs. Irgendwie müssen wir das hier ja finanzieren. (lacht) Aber wir schreiben gerade Songs.

Interview: Bastian Fischer

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