Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 13 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Michael Haneke: Kompromisslos intellektuell

Michael Haneke: Kompromisslos intellektuell

Dieser Mann macht keine Kompromisse: Seit gut 20 Jahren dreht Michael Haneke oft verstörende, immer anspruchsvolle Autorenfilme. „Ich bin ein relativ sturer Mensch“, charakterisiert er sich selbst.

Hamburg. Auch sein nun mit einem Golden Globe gewürdigtes Werk „Das weiße Band“ verlangt dem Publikum einiges ab. Haneke hat das in Schwarz-Weiß gedrehte Drama wie eine Kriminalgeschichte angelegt - und verweigert am Ende die Auflösung.

„Das ist mein Prinzip“, erklärte der 67-jährige Österreicher schon beim Festival in Cannes, wo er im vergangenen Mai die Goldene Palme erhielt. Es sei die Aufgabe von Kunst, Fragen zu stellen. Danach sei der Betrachter dran: „Ein Film ist wie eine Sprungschanze. Springen muss der Zuschauer selbst.“    Eine Mischung aus Angst, Bedrohung und Gewalt bildet den gefühlten Kern vieler Haneke-Filme, die ihre Charaktere wie in einer soziologischen Studie unter die Lupe nehmen. Der in München geborene Sohn eines Schauspieler-Paares hat sich schon früh bemüht, dem menschlichen Wesen auf den Grund zu gehen: Er studierte Philosophie und Psychologie.  

 Nach Arbeiten fürs Fernsehen gelang ihm mit seiner zweiten Kinoarbeit „Bennys Video“ 1992 eine Provokation: Der heute fast visionär wirkende Film löste eine Diskussion über die Folgen von Gewaltvideos auf Jugendliche aus - ein Thema, das Haneke fünf Jahre später mit dem Schocker „Funny Games“ weiter vertiefte.    Danach ging Haneke nach Paris, wo seine Arbeit auf größte Bewunderung stieß. In Frankreich verfilmte er mit Isabelle Huppert als Hauptdarstellerin den Roman „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek. In Cannes gab es dafür 2001 den Großen Preis der Jury. 2005 folgten ein Regiepreis in Cannes und der Europäische Filmpreis für seinen beunruhigenden Thriller „Caché“ mit Juliette Binoche.

Auf die Frage, ob sich mit dem Golden Globe und der Aufmerksamkeit in den USA nun etwas für ihn verändere, antwortete Haneke nach der Preisverleihung in der Nacht zum Montag gewohnt gelassen: „Auf meinem Schreibtisch wird es ein bisschen anders aussehen.“

Karin Zintz, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2017/2018 im Schauspiel Leipzig. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr