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Michael Sens: „Wir alle lieben, was wir kennen“

„Grimms Märchen“ in der Oper Leipzig Michael Sens: „Wir alle lieben, was wir kennen“

Am 4. Dezember feiern in der Oper Leipzig „Die Märchen der Gebrüder Grimm“ Premiere. Das kleinteilige Ballett schuf Company-Chef Mario Schröder, und den beiden Brüdern leiht als Erzähler der Berliner Musikkabarettist Michael Sens, 52, Texte und Stimme.

Schneewittchen

Quelle: Kirsten Nijhof

Leipzig. Am 4. Dezember feiern in der Oper Leipzig „Die Märchen der Gebrüder Grimm“ Premiere. Das kleinteilige Ballett schuf Company-Chef Mario Schröder, und den beiden Brüdern leiht als Erzähler der Berliner Musikkabarettist Michael Sens, 52, Texte und Stimme.

Grimms Märchen sind selbsterklärend und weithin bekannt – wozu also braucht man da einen Erzähler?

Um die Perspektive zu wählen und zu verändern, ich werde nicht auf der Bühne stehen und dort Märchen nacherzählen.

Sondern?

Ich trage eigene Texte vor, in denen edle Gefühle ebenso ihren Raum finden wie eine grundsätzlich satirische Weltsicht. Es ist eine Gratwanderung zwischen Poesie und Humor.

Welche Märchen kommen vor?

Vor allem die bekannten. Denn wir alle lieben, was wir kennen. Wir spielen ja fürs Publikum, zur Erbauung und zur Unterhaltung, nicht mit dem pädagogischen Anspruch, Unbekanntes unter die Leute zu bringen.

Heißt konkret?

Zum Beispiel Rotkäppchen, Dornröschen, Hänsel und Gretel, Das tapfere Schneiderlein, Froschkönig, Der süße Brei, Aschenputtel und Frau Holle. Wir haben sie gemeinsam ausgewählt, und schnell hat sich erwiesen: Weglassen war das größte Problem. Denn natürlich möchte man immer mehr zeigen, als dann wirklich machbar ist.

Können diese Märchen bei Kindern eigentlich noch immer als bekannt vorausgesetzt werden?

Ich habe keine wissenschaftlichen Erhebungen darüber angestellt, aber mein Eindruck aus dem persönlichen Umfeld ist doch ziemlich deutlich: Ich bin fürbass erstaunt, wie präsent die noch heute sind. Viele Eltern lesen ihren Kindern noch immer regelmäßig Märchen vor. Sie sind noch immer ein Ruhepol im Leben vieler Familien. Und auf dieser Grundlage entwickeln wir für Kinder und Erwachsene unser Spiel aus Tanz, Sprache und Musik.

Welche Musik nutzen Sie? Einige der Märchen sind ja bereits zu kompositorischen Ehren gekommen ...

... ja, aber das war für uns nicht ausschlaggebend für die mit Mario Schröder und Christoph Gedschold, dem Dirigenten von „Die Märchen der Gebrüder Grimm“, getroffene Auswahl. Es ging eher um Charakter und Dauer. Und so sind Werke von Rachmaninoff, Strawinsky, Elgar, Tschaikowski, Mussorgski, Bizet, Brahms, Schostakowitsch, Prokoffjeff, Rimsky-Korsakoff, Debussy, Copland, Mascagni, Grieg, Britten, Reger und anderen zusammengekommen, alles ziemlich kurzweilig und größtenteils auch ziemlich bekannte Hits des berauschenden großen Orchester-Repertoires.

Sie sprechen die Kurzweiligkeit an: Insgesamt zwölf Teile in zweimal rund 50 Minuten, das ist ein ziemlich straffes Programm.

Ja, eine echte Herausforderung: klassische Mini-Handlungsballette sozusagen. Bei einer solchen Konstruktion können sie natürlich nicht jede einzelne Geschichte in epischer Breite auserzählen, da muss man dann straffen. Drum stehen auch die Texte nicht unverbunden neben dem Tanz-Geschehen. Ich stehe immer auf der Bühne, bin auch szenisch ins Geschehen eingebunden. Und zwar in einer einzelnen Doppelrolle: Ich bin die Gebrüder Grimm, also beide, Jacob und Wilhelm. Das wird man auch an meinem Kostüm gut erkennen können.

Und wenn alles gut geht in dieser Produktion, was wollen Sie damit erreichen?

Ganz einfach: alles. Die Kids sollen Begeisterung entwickeln für das Theater und für die Sprache, für das Ballett und für die Musik. Und zwar, langfristig – nachhaltig, wie das heute heißt: Sie sollen immer wiederkommen, mehr davon haben wollen.

Premiere, 4. Dezember, 19.30, Premiere, Vorstellungen: 13., 15., 19. Dezember, 15. Januar, 26. Februar, Tickets im LVZ Media Store in den Höfen am Brühl, in allen LVZ-Geschäftsstellen, über die gebührenfreie Tickethotline 0800 2181050, www.lvz-ticket.de, unter Tel. 0341 1261261 oder an der Opernkasse

Von Peter Korfmacher

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