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Mrs. Greenbird im Interview: "Wir sind vor Überraschung immer noch richtig platt"

Mrs. Greenbird im Interview: "Wir sind vor Überraschung immer noch richtig platt"

Frage: Ihre Freundin Sarah lobt Sie in einem Lied Ihrer Platte, weil Sie sogar "Titanic" mit ihr schauen würden. Steffen Brückner: Hmm, tja, äh. Betrunken! So würde ich mir den Film antun (lacht).

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Seit 2006 nicht nur musikalisch ein Paar: Steffen Brückner (37) und Sarah Nücken (29), zusammen Mrs. Greenbird.

Quelle: Nikolaj Georgiew

un (lacht). Nein, im Zweifelsfall lautet meine Antwort natürlich, äh: ja! Um ganz ehrlich zu sein, habe ich "Titanic" mittlerweile sogar gesehen. Wenn man die ganzen Schmuse-Szenen wegschneiden würde, wäre es ein richtig kurzweiliger, knackiger Action-Film.

Sicher. Haben Sie sich dazu in den rosa Sessel gefläzt, den Sie Ihrer Freundin geschenkt haben, wie Sarah im selben Song "It's Always You" singt?

Nein, denn es ist ja in Wirklichkeit ein harter Stuhl in pink. Der Sessel, der im CD-Heftchen abgebildet ist, ist gar nicht unserer. Das echte Ding steht bei uns am Esstisch, es ist einer dieser Stapelstühle, die es in verschiedenen Farben gibt.

Klingt jedenfalls nach einer glücklichen Liebesbeziehung. Wird die nicht auf eine harte Probe gestellt, wenn Sie neuerdings nicht nur das Leben, sondern auch den Arbeitsplatz miteinander teilen?

Ich glaube, es ist sogar gut, dass wir diese stressige Ausnahmesituation zurzeit gemeinsam erleben. Wäre das nur einem von uns beiden passiert und der andere würde ganz normal seinen Alltag leben, wäre es viel schwieriger, auch als Liebespaar weiter zu existieren.

In der Castingshow "X Factor" sind Sie unter anderem mit "Falling Slowly" von The Swell Season aufgefallen - keinem Liebes-, sondern einem Liebeskummer-Lied...

Ein schönes Lied, ein mittelkitschiges Trennungslied, das aber für uns keine tiefere Bedeutung hat. Außer, dass der Film "Once", aus dem der Song stammt, uns natürlich noch viel besser als "Titanic" gefällt. Glen Hansard und Markéta Irglová sind tolle Musiker, und ihr Kölner Auftritt, zu dem Sarah und ich gegangen sind, war eines der besten Konzerte, die ich überhaupt je erlebt habe. Wir haben uns von den beiden einiges abgeguckt, muss ich zugeben. Jedoch nur musikalisch! Als Liebespaar haben sich die zwei ja längst getrennt. Da wollen wir ihnen nicht nacheifern (lacht). Bei uns ist der Altersunterschied aber auch nicht so groß.

Hat es Ihnen bei "X Factor" Spaß gemacht, solche Kompositionen vor ein Publikum zu schmuggeln, das sich sonst gar nicht für so eine Musik interessiert?

Auf jeden Fall! Und es war teilweise sogar richtig schwierig, uns gegen die Musikredakteure durchzusetzen. Die wollten uns bekannte Sachen aufdrücken, wir wollten aber coole Songs spielen. Um "Blitzkrieg Bob" etwa mussten wir richtig kämpfen. Und dann passierte genau das Gegenteil von dem, was alle befürchtet hatten. Das Lied kam megagut an und funktionierte interessanterweise ohne Referenz. Viele Leute haben uns erzählt, dass sie erst unsere Version gehört und dann das Original kennengelernt hätten.

Man muss die Ramones also nicht kennen, um Ihre Fassung zu mögen?

Was ich erstaunlich finde. Ich bin ein großer Ramones-Fan und davon ausgegangen, dass jeder Band und Song kennt.

Wie sehr hat Sie Ihr Triumphzug bei der Castingshow mit solchen Stücken überrascht?

Wenn du in so einer Mühle drinsteckst, siehst du nicht viel und kannst nicht richtig bewerten, was passiert. Im Grunde sind wir aber vor Über­raschung immer noch richtig platt. Von einem Nummer-eins-Hit, zwei Echo-Nominierungen und Gold fürs Album zu lesen, fühlt sich abstrakt an: als hätte es nichts mit einem zu tun. Plastischer, aber auch schräger als diese irren Zahlen ist die Vorstellung, dass irgendwer im Laden unsere CD kauft. So was kannten wir bis vor kurzem nicht. Früher haben wir unsere Platten nach einem Konzert den Leuten selbst in die Hand gedrückt.

Gibt es die Option, dass Sie in Ihr früheres Leben zurückkehren und hauptberuflich wieder Sozialpädagogin und Mediendienstleister sind?

Klar, auch wenn wir den Moment gern noch ein bisschen genießen. Für mich als Selbstständiger wäre eine Rückkehr sowieso einfach. Und auch Sarah ist mit ihrem Arbeitgeber so verblieben, dass sie wieder einsteigen kann, sollte eine Stelle frei sein. Anders als mir ist es ihr schwer gefallen, den Job aufzugeben. Sie arbeitete für einen Verein, der sich einerseits politisch engagiert, um den Alltag für Menschen mit Behinderungen zu verbessern, und andererseits ehrenamtliche Helfer ausbildet. Die Aufgabe war für Sarah eine Herzensangelegenheit.

Dagegen muss das Musikgeschäft als real­existierender Sozialdarwinismus erscheinen, erst recht, wie sich die Branche in einer Castingshow präsentiert. Eine Welt, die ihren Stars außer Talent vor allem Stärke, Leistungswillen, Disziplin abverlangt ...

Der Eindruck entsteht aber nach unserer Erfahrung eher dadurch, wie die Shows nachträglich geschnitten werden. Wir haben eine sehr gute und faire Produktion erlebt, die uns viel Spaß gemacht hat. Natürlich hatten wir vorher Bedenken, aber die haben uns glaubhaft vermittelt, dass sie jemanden finden und fördern wollen, der die Chance hat, sich langfristig am Markt zu etablieren. Um das Drumherum zu füllen, erzählt natürlich auch "X Factor" die üblichen Fernsehgeschichten, ohne die eine solche Show wahrscheinlich nicht funktioniert. Aber es hielt sich in ausgewogenen Grenzen.

Dürften Sie es sagen, wenn's anders wäre?

Wir mussten nichts unterschreiben. Ich könnte jetzt also über jeden herziehen, aber warum? Sind doch alles nette Leute. Wir haben eine Extrem­situation erlebt, alle standen unter extrem hohem Druck, und natürlich passieren da immer Kleinigkeiten, über die man lästern könnte, wenn man wollte. Doch das lässt man aus Höflichkeit bleiben - und nicht wegen irgendeiner Unterschrift.

Welche Vorgaben wurden Ihnen für Ihr Debüt­album gemacht?

Gar keine! Das lag aber wahrscheinlich vor allem daran, dass wir so wenig Zeit hatten, das Album aufzunehmen. So hatte auch die Plattenfirma keine Gelegenheit, uns hineinzureden. Wir haben uns mit unserem Produzenten ins Studio eingeschlossen, uns ein paar Musiker unserer Wahl dazu geholt und das Ding fertig gemacht. Die Plattenfirma bekam das Ganze in die Hand gedrückt: Da isses.

Wie lange wird die Medien-Öffentlichkeit Mrs. Greenbird vor allem als "X Factor"-Gewinner wahrnehmen?

Es wird immer wieder Fragen dazu geben, aber ich glaube, dass wir uns schon jetzt angemessen von dem Format gelöst haben. "X Factor" war eine Station für uns, eine sehr wichtige und sehr gute, aber halt nur eine von vielen.

Ihre allererste Station soll ja die Kirche gewesen sein. Stimmt es, dass Sie sich beim Musizieren im Gottesdienst kennengelernt haben?

Das ist eine Wikipedia-Lüge (lacht). Es ist eine Fehlinterpretation von Quellen. Ich war tatsächlich eine Zeit lang Kirchenmusiker, Sarah ebenso. Unabhängig voneinander, teilweise auch zusammen. Aber wir haben uns nicht darüber kennengelernt. Sarah hat mich nachts in einem Club angesprochen.

Mrs. Greenbird im Steintor-Varieté Halle am 10. April und im Werk 2 Leipzig am 7. Mai, jeweils um 20 Uhr. Tickets für beide Konzerte sind für 31,50 Euro erhältlich im LVZ Media Store in den Höfen am Brühl, in allen LVZ-Geschäftsstellen und über die gebührenfreie Tickethotline 08002181050.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Mathias Wöbking

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